Schwerpunkt Gendergerechtigkeit

Die Institution Universität vereinte lange Zeit ausschließlich männliche Studierende und Lehrende. Mit dem Schwerpunkt Geschlechtergerechtigkeit im Jubiläumsjahr setzte die Universität Wien ein Zeichen: Sie reflektierte die hierarchischen Geschlechterverhältnisse, machte Wissenschafterinnen sichtbar und präsentierte Beiträge der Frauen- und Geschlechterforschung/Gender Studies für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft.

Organisation des Schwerpunkts Gendergerechtigkeit: AG "UniFrauenJubel": Das Team besteht aus Gabriella Hauch (Leitung), Nikolaus Benke, Elisabeth Holzleithner, Maria Mesner, Birgit Sauer, Sigrid Schmitz, Renée Schroeder, Ruth Wodak, Mischa Messer (Koordination).

Unterstützt wurden die Veranstaltungen des Schwerpunkts Gendergerechtigkeit von der Vienna Insurance Group.

Aktuell: Kunstwettbewerb Arkadenhof – Ehrung von Wissenschafterinnen

Schattenintarsie "Der Muse reicht's" der Künstlerin Iris Andraschek im Arkadenhof
2009 problematisierte die Universität Wien das Phänomen des jahrhundertelangen Ausschlusses von Frauen aus der höheren Bildung mit der Schattenintarsie "Der Muse reicht's" der Künstlerin Iris Andraschek.

Ein wichtiger symbolischer Ort ist der Arkadenhof der Universität Wien, in dem sich über 150 Denkmäler von Wissenschaftern befinden, es aber lange keinen sichtbaren Hinweis auf Frauen in der Wissenschaft gab. Im Jubiläumsjahr hat die Universität Wien einen Ideen- und Realisierungswettbewerb initiiert, um die bestehenden Büsten im Arkadenhof um Denkmäler von bis dato nicht geehrten Wissenschafterinnen zu ergänzen. Ziel ist die Schaffung mehrerer Denkmäler für eine Auswahl von bedeutenden Wissenschafterinnen.

Rückblick auf die Aktivitäten & Events im Jubiläumsjahr

Ringvorlesung "Wissenschafterin als Beruf"

alte Aufnahme einer Wissenschafterin im Labor

Wie sehen Wissenschafterinnen die Chancen und die Hürden ihrer Laufbahn? Welche Möglichkeiten haben sie ergriffen, welchen Widerständen sind sie begegnet? Welche Fragen und Inhalte beschäftigen sie? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird jeweils eine Wissenschafterin von ihren Karrierewegen erzählen, die sie an die Universität Wien geführt haben. Im Fokus stehen die Angelpunkte wissenschaftlicher Laufbahnen von Frauen.

Video-Loop: Frauen | Fragmente, Wissenschafterinnen Gestern Heute Morgen

Schattenintarsie "Der Muse reicht's" der Künstlerin Iris Andraschek im Arkadenhof

Der Video-Loop "Frauen | Fragmente, Wissenschafterinnen Gestern Heute Morgen" leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung von Frauen in den Wissenschaften. Porträtiert werden Frauen, die sich einst wie heute zu einem Studium bzw. einer wissenschaftlichen Karriere an der Universität Wien entschieden haben. "Frauen | Fragmente, Wissenschafterinnen Gestern Heute Morgen" ist als ganzjährig stattfindende Aktivität im Rahmen der Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 2015 konzipiert, um den vergessenen Wissenschafterinnen der Universität Wien die lange verwehrte Wertschätzung zu erweisen.

Radical Busts – Ein Ausstellungsprojekt von Marianne Maderna

Büste von Marie Curie
Büste von Marie Curie. (Foto: Marianne Maderna)

Das Ausstellungsprojekt "Radical Busts" im Arkadenhof bildete im Frühling 2015 den Auftakt für zahlreiche Projekte, die daran erinnerten, dass Frauen in Österreich erst im ausgehenden 19. Jahrhundert an Universitäten zugelassen wurden.

Frauen Aus/Schluss – Ein Sprechchor zum Text "Schlüsselgewalt" von Elfriede Jelinek

ein Sprechchor im Arkadenhof
Gratulation der anderen Art: Ein Sprechchor trug im Arkadenhof den eigens dazu konzipierten Text "Schlüsselgewalt" der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek vor.

Im Juni 2015 fand die Performance Frauen AUS/SCHLUSS statt. Dabei wurde der von der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek eigens für das 650-Jahr-Jubiläum verfasste Text "Schlüsselgewalt" im Arkadenhof der Universität Wien von Universitätsmitarbeiterinnen und Studentinnen szenisch als Sprechchor dargestellt. Der Text der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin und ehemaligen Studentin der Universität Wien thematisiert die Situation und fehlende Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft.

Women for Future – Internationales Symposium

Women for future

Zukunftsgestaltung mit Verantwortung: Unter diesem Motto diskutieren hochkarätige Expertinnen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft zwei Tage lang Herausforderungen und Ansätze für eine geschlechtergerechte Entwicklung und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt. Schwerpunkte waren Zukunftsfragen zur Mensch-Technologie-Vernetzung, zu evolutionären Anforderungen an den Menschen zwischen Natur und Kultur und zu aktuellen Klimaschutz-Debatten.

Angela Davis: Life between Politics and Academia

Foto von Angela Davis
Foto: Angela Davis

Von der Fahndungsliste des FBI zur Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung: Im Rahmen des 650-Jahr-Jubiläums kam Philosophin Angela Davis an die Universität Wien und sprach über ihr Leben als Aktivistin, die amerikanische Apartheid und den Kampf gegen Unterdrückung, der noch längst nicht ausgefochten ist.

"Gender_Language _Politics" - internationales Symposium

der Sitzungssaal des EU-Parlaments
Foto: Wikimedia Commons

Das interdisziplinäre und internationale Symposium "Gender _Language_ Politics" ist die letzte Veranstaltung des Genderschwerpunkts im Jubiläumsjahr 2015. Hier werden aus überwiegend sprach-, medien- und politikwissenschaftlicher Perspektive Formen der Sichtbarmachung wie auch die des Verschweigens von Frauen in der Öffentlichkeit diskutiert. Als Keynotes sprechen Deborah Tannen, Luise F. Pusch, Helga Kotthoff und Stephanie Schnurr - prominente Wissenschafterinnen, die ihrerseits Paradigmenwechsel in der Forschung lanciert haben.