Geschichte & Tradition. Seit 1365.

Die Universität Wien gehört zu den ältesten Universitäten Europa. Einen Einblick in ihre bewegte Geschichte gaben im Rahmen des Jubiläumsjahres gleich mehrere Events und Ausstellungen.

Interaktive Reise

durch die Geschichte der Universität Wien

Wer tiefer in die Geschichte der Alma Mater Rudolphina eintauchen möchte, dem bietet die interaktive Website "650 Jahre – Geschichte der Universität Wien" mit über 130 Themen und Artikeln umfassende Einblicke und vielseitige Zugänge.

Aktivitäten & Events im Jubiläumsjahr

Ballettaufzeichnungen für das Neujahrskonzert 2015

Ballett-TänzerInnen im Hauptgebäude
Erstes Highlight im Jubiläumsjahr 2015 war die weltweite Ausstrahlung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker, deren Balletteinlagen erstmals im Hauptgebäude der Universität Wien gedreht wurden. (Foto: Günther Pichlkostner/ORF)

Bereits zu Jahresbeginn stand ein kultureller Höhepunkt auf dem Programm. Das Hauptgebäude der Universität Wien am Ring war Schauplatz für zwei Ballettaufzeichnungen des Neujahrskonzerts 2015 der Wiener Philharmoniker. Die Choreographien zur "Studentenpolka" und zum Walzer "Wein, Weib und Gesang" von Johann Strauß Sohn im Arkadenhof, auf der Philosophenstiege, im Großen Lesesaal und in den Festsälen waren am 1. Jänner 2015 die Vorboten zum großen Jubiläum und gaben der Universität Wien weltweite Sichtbarkeit. Für die US-amerikanische TV-Übertragung moderierte die Oscar-Preisträgerin Julie Andrews im Großen Festsaal der Universität Wien.

Dies Honorum

Feier im Großen Festsaal
Im Rahmen des Dies Honorum wurden neben der Promotion "sub auspiciis" auch Ehrendoktorate an international renommierte WissenschafterInnen verliehen.

Der Tag der Ehrungen am 13. Mai 2015 stand ganz im Zeichen von Würdigungen. Neben der Promotion "sub auspiciis", bei der Bundespräsident Heinz Fischer die Ehrenringe der Republik Österreich an herausragende AbsolventInnen überreichte, erhielten international renommierte WissenschafterInnen die Ehrendoktorwürde der Universität Wien – unter ihnen Martin Karplus, Chemie-Nobelpreisträger 2013, und die international renommierte Schriftstellerin und Literaturwissenschafterin Ruth Klüger. Weitere Geehrte waren der Historiker John Boyer, die Mikrobiologin Hanna Engelberg-Kulka, der Jurist Heinrich Honsell sowie der Mathematiker Maxim Kontsevich.

Wien 1365. Eine Universität entsteht

die Stiftungsurkunde der Universität Wien
Die Ausstellung "Wien 1365. Eine Universität entsteht" zeigte über 100 Objekte – darunter etwa die Stiftungsurkunde der Universität Wien.

Die Ausstellung "Wien 1365. Eine Universität entsteht" war von März bis Mai 2015 in der Österreichischen Nationalbibliothek zu sehen. Sie widmete sich dem weiten Panorama der europäischen Universitätslandschaft am Ausgang des Mittelalters und zeigte über 100 Exponate vom Mittelalter bis zur Renaissance, die die ereignisreiche Anfangszeit der Alma Mater Rudolphina wieder lebendig werden ließ.

Das Wissen der Dinge

Blütenmodelle von Robert Brendel
Blütenmodelle von Robert Brendel, Breslau um 1870. Holz, Papiermaché, Draht, Ölfarbe Lack. (Foto: NHM Wien/Alice Schumacher)

Die Ausstellung "Das Wissen der Dinge" im Naturhistorischen Museum Wien, die ab Mai 2015 zu besichtigen war, zeigte zahlreiche Objekte aus den Lehr- und Forschungssammlungen der Universität Wien von 1755 bis heute, u. a. die kunstvollen Glasmodelle mariner wirbelloser Tiere von Leopold und Rudolph Blaschka.

Der Wiener Kreis – Exaktes Denken am Rand des Untergangs

BesucherInnen auf der Ausstellung "Der Wiener Kreis"
Für die Ausstellung wurden die ehemaligen Räume des Universitäts-Sportinstituts zu Multifunktionsflächen umgestaltet.

Die Ausstellung "Der Wiener Kreis – Exaktes Denken am Rand des Untergangs" informierte – ebenfalls ab Mai 2015 – über die Geschichte des akademischen Zirkels (1924-1936) rund um Moritz Schlick: Die bisher umfangreichste Schau, die sich mit dem Wirken und den philosophischen Fragestellungen des Wiener Kreises auseinandersetzt, wurde in neu adaptieren Räumlichkeiten im Hauptgebäude der Universität Wien inszeniert. Der Wiener Kreis, eine Runde außergewöhnlicher DenkerInnen, hat in den 1920er Jahren ausgehend von der Universität Wien wichtige Überlegungen angestellt, die später und bis heute maßgeblichen Einfluss auf Forschungsfelder des 20. Jahrhunderts nehmen sollten.

Bedrohte Intelligenz

Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938
Die Ausstellung "Bedrohte Intelligenz" thematisierte den "Anschluss", die Nazifizierung der Hochschule sowie die Leiden der NS-Opfer an der Universität Wien.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein und in der "dunklen Phase" des 20. Jahrhunderts waren Offenheit und Transparenz an Universitäten nicht selbstverständlich: Davon betroffen waren vor allem Frauen und Personen, die aus rassistischen Motiven, aufgrund ihrer Weltanschauung oder Zugehörigkeit zu einer religiösen oder sozialen Gruppe oder wegen des Eintretens für die Demokratie verfolgt oder vertrieben wurden. Zahlreiche Aktivitäten des Jubiläumsjahres waren daher der Aufarbeitung der Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts gewidmet. Die Wanderausstellung "Bedrohte Intelligenz – Von der Polarisierung und Einschüchterung zur Vertreibung und Vernichtung im NS-Regime" zeigte die institutionellen und persönlichen Veränderungen nach dem "Anschluss", die Nazifizierung des Hochschulbetriebs sowie die Leidenswege der NS-Opfer an der Universität Wien.

Universität Wien – das Hauptgebäude an der Ringstraße

Frontansicht des Hauptgebäudes der Universität Wien
Das Hauptgebäude der Universität Wien an der geschichtsträchtigen Ringstraße.

Die Ausstellung "Universität Wien – das Hauptgebäude an der Ringstraße" widmete sich der Baugeschichte des Hauses und war ein Beitrag der Universität Wien zum 150-Jahr-Jubiläum der Gründung der Wiener Ringstraße. Architektonische Planungen, Archivnotizen und Zeitungsausschnitte eröffneten einen Blick in die gemeinsame Geschichte der Ringstraßenanlage und in den Bau der Universität Wien – vom Skandal um die Fakultätsbilder von Gustav Klimt bis zum heutigen Erscheinungsbild.

Vom AKH zum Uni-Campus

Altes AKH in Wien, Kolorierter Stich von 1784
Foto: Altes AKH in Wien, Kolorierter Stich von 1784

Von April bis Oktober 2015 war die Ausstellung "Vom AKH zum Uni-Campus" in der Fachbereichsbibliothek des Instituts für Zeitgeschichte zu sehen. Anhand von Plänen, Fotografien und Publikationen wurde der Wandel des Areals unter verschiedenen Aspekten beleuchtet.