In memoriam Edith Saurer (20.8.1942 ‒ 5.4.2011) | Drucken |

Am 5. April 2011 ist Edith Saurer, die Doyenne der österreichischen Frauen- und Geschlechtergeschichte, gestorben – viel zu früh, denn sie hatte noch so viel vor.

zum Nachruf auf Edith Saurer (PDF)

zur Parte (PDF)

Universitätsprofessorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Wien

Ihre Arbeit als Historikerin zeichnete sich durch stete Neugier und Offenheit sowie Lust am Risiko der Grenzüberschreitung aus. Sie verknüpfte innovatives Denken mit der Liebe zum Archiv, Kreativität mit Präzision. Eines ihrer Grundanliegen war die großzügige Förderung junger Menschen. Edith Saurer hat ihr Leben lang für Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung gekämpft.



An der Universität Wien wurde dieses Engagement dadurch sichtbar, dass sie seit den 1970er Jahren die Gleichbehandlungsgesetzgebung mitgestaltete. In Forschung und Lehre erreichte sie die Institutionalisierung des Schwerpunkts "Frauen- und Geschlechtergeschichte".

Sie war Mitbegründerin von "L'Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaften". Mit dieser Zeitschrift fanden Forschungsergebnisse der Frauen- und Geschlechtergeschichte internationale Anerkennung. Anfang der 1990er Jahre gründete sie mit ihren Schülerinnen und Mitarbeiterinnen die "Sammlung Frauennachlässe", ein europaweit einzigartiges Archiv, in dem bisher rund 180 Nachlässe wissenschaftlich aufbewahrt werden.

Sie initiierte und leitete die Forschungsplattform "Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte im veränderten europäischen Kontext" an der Universität Wien. Edith Saurer verstand Wissenschaft auch als gesellschaftspolitischen Auftrag und hat sich in diesem Sinn immer wieder zu Wort gemeldet. Ihr Tod ist ein schmerzlicher Verlust für die Wissenschaft und die demokratische Öffentlichkeit.

Das Begräbnis findet am Freitag, den 15. April 2011, um 13 Uhr am Friedhof Gersthof, Möhnergasse 1, 1180 Wien, statt.

Erwin Thorn
Freundinnen und Freunde

Parte/Nachruf (PDF)
Parte (PDF)

Weitere Nachrufe:
- Regina Schulte, In memoriam Edith Saurer (20.8.1942–5.4.2011). Fantasie und Arbeit - auf den Spuren einer historischen Spurensucherin, in: L'HOMME. Z.F.G. 22, 1 (2011), 15-21.
- Erich Landsteiner, Margareth Lanzinger und Hans Medick, In memoriam Edith Saurer, in: Historische Anthropologie, 2 (2011), V-X.
- Angiolina Arru und Ruth Wodak, Una storica su due sponde, in: Genesis, IX/2 (2010), 251-254.