Mag.a Alexia Bumbaris­­­­, B.A.

Projektmitarbeiterin bis 31. Mai 2012

eMail: alexia.bumbaris@univie.ac.at

Curriculum Vitae

  • 2001 - 2005 Studium der Europäischen Kulturgeschichte in Augsburg, Bakkalaureats- Arbeit:  Männerbilder im „Spiegel"
  • 2004 - 2005 Frauen-Lesben-Referentin im Allgemeinen Studierenden Ausschuss der Universität Augsburg, Aufgabenbereiche: Beratung von Studierenden, Organisation von Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit
  • 2005 - 2008 Geschichtsstudium in Wien, Diplomarbeit: Männlichkeit in der Arbeiterschaft Wiens um 1900
  • Seit 2008 Doktoratsstudium an der Universität Wien, Dissertation:  Zur historischen Gendertopografie Europas - Wien und Paris im Vergleich  (Betreuer: o. Univ.- Prof. Dr. Wolfgang Schmale)
  • 2008 - 2009 Studienassistentin eLearning an der Historisch- Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
  • Seit 2009 Tätigkeiten für MATILDA - European Master in Women's and Gender History : Ausarbeitung und Unterstützung bei der Implementation der eLearning- Strategie
  • Seit 2010 Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Doc- Stipendium)

 

Forschungsschwerpunkte

  • Frauen- und Geschlechtergeschichte mit Schwerpunkt auf Geschichte der Männlichkeiten
  • Stadtgeschichte in europäischer Perspektive
  • Kulturhistorische Diskursanalyse

 

Sonstige Tätigkeitsschwerpunkte

  • Digitale Medien und Geschichtswissenschaft: eLearning und webbasierte Projekte zur wissenschaftlichen Vernetzung

Projekt

  • „Gendertopografie in europäischen Städten"
  • Doc-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • Leitung: o. Univ.- Prof. Dr. Wolfgang Schmale

Projektbeschreibung:

Zur historischen Gendertopografie Europas - Wien, Paris

  Konzepte von Geschlecht strukturieren alle Aspekte des menschlichen Lebens, hier können die Gender Studies auf eine Vielzahl von Forschungsergebnissen verweisen. Doch welche Rolle spielen die kulturellen Vorstellungen von Geschlecht für Form und Funktion von Städten und deren Teilräume? Diese Frage ist besonders in den historischen Wissenschaften bisher kaum beachtet worden, der Forschungsstand der Geschichtswissenschaft hierzu gleicht einer tabula rasa. Deshalb hat es sich das Projekt „Zur historischen Geschlechtertopografie Europas" zum Ziel gesetzt, offen zu legen, wie Geschlechtsidentitäten urbanen Raum und dessen Nutzung strukturieren, wie sie ihm ihren Stempel aufdrücken und die Togografie europäischer Städte prägen.

  Zu diesem Zweck werden die zwei europäischen Metropolen Wien und Paris analysiert, ausgehend vom Ende der sozialistischen Regime in Europa bis zurück zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Als Quellen dienen einerseits die urbanen Räume selbst - von Repräsentationsbauwerken bis zu kommunalen Wohnbauten, von Inneneinrichtungen, Außengestaltungen von Gebäuden über Monumente und Plätze bis hin zu ganzen städtischen (Teil-) Räumen, von einzelnen Artefakten und Kunstwerken bis zur Architektur und Stadtplanung. Andererseits werden Quellen berücksichtigt, die Auskunft geben können über das frühere Erscheinungsbild der Stadt und die Beziehung zwischen der Gestalt des Stadtkörpers und kultureller Praxis: Dokumente zu InitiatorInnen, AuftraggeberInnen, PlanerInnen, ArchitektInnen, KünstlerInnen, anderen Beteiligten und deren Intentionen (also Dokumente zu Ausschreibungen, Entscheidungen von Institutionen, Pläne, Karten, Gemälde, Fotos) - sowie Materialien zu den Reaktionen der EinwohnerInnen besonders zu Maßnahmen der Stadtplanung (hauptsächlich Zeitungsartikel).

  Eingebettet in eine kulturhistorische Herangehensweise bildet der Ansatz der „hegemonialen Männlichkeit" den theoretischen Referenzrahmen des Projekts. Dieser Ansatz bietet eine geeignete Ausgangsbasis zur Erklärung jeweils zeitgenössisch vorherrschender Geschlechterkonzepte und stellt in den Sozialwissenschaften sowie in steigendem Ausmaß auch in der Geschlechtergeschichte eine der wichtigsten theoretischen Grundlagen dar. Mit den Methoden der Diskursanalyse und Stadtsemiotik wird der urbane Raum untersucht. Stadtsemiotik meint eine innovative Spielart der Semiotik, die es ermöglicht, Raum lesbar zu machen - ausgehend von der Annahme, dass sich soziale und kulturelle Kontexte auch immer in der vom Menschen geschaffenen Umwelt abbilden. Dabei ist ein in weiten Teilen interdisziplinäres Vorgehen unabdingbar. Wissensbestände, Theorien und Methoden aus den Nachbardisziplinen der Geschichtswissenschaft - in diesem Falle der Architekturtheorie, Kulturgeografie, Kunstgeschichte und Stadt- und Raumsoziologie -  werden integriert, um wissenschaftliches Neuland zu betreten und eine auffällige Forschungslücke zu schließen.