Arbeitsgruppe Frauen- und Geschlechtergeschichte

Die Frauen- und Geschlechtergeschichte wurde am Institut für Geschichte früh verankert: Schon im Jahr 1982 kam es hier durch Edith Saurer zur Gründung der „Arbeitsgruppe für Frauengeschichte“ beziehungsweise der späteren „Arbeitsgruppe für Frauen- und Geschlechtergeschichte“, womit eine Reihe von einschlägigen Initiativen begann. Sie alle zielten und zielen darauf ab, die Forschung, die Lehre und die Veröffentlichung auf dem Gebiet der Frauen- und Geschlechtergeschichte voranzutreiben, dafür engagieren sich Lehrende wie Studierende des Instituts für Geschichte.

So wurde in der Fachbibliothek für Geschichtswissenschaften eine einschlägige Abteilung mit Forschungsliteratur aufgebaut, die heute mehr als 3000 Titel umfasst – zur österreichischen, europäischen und globalen Frauen- und Geschlechtergeschichte wie zur Feministischen Theorie. Im Jahr 1990 erfolgte als eine weitere Initiative die Gründung des ersten deutschsprachigen Periodikums für Frauen- und Geschlechtergeschichte, deren Redaktion am Institut für Geschichte angesiedelt ist. Heute wird „L’HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft“ von einem internationalen Gremium aus 20 Wissenschafterinnen herausgegeben und von einem großen internationalen wissenschaftlichen Beirat unterstützt. 1995 folgten als Buchreihe zur Feministischen Geschichtswissenschaft die „L’HOMME Schriften“, und 2003 das  „L’HOMME Archiv“, in dem Quellen zur Feministischen Geschichtswissenschaft veröffentlicht werden. Alle diese Publikationen sind peer reviewed.

Ebenfalls im Jahr 1990 wurde die „Sammlung Frauennachlässe“ gegründet und seither kontinuierlich ausgebaut; sie archiviert frauen- und geschlechtergeschichtlich relevantes privates Schriftgut, wie Briefe und Tagebücher, derzeit in Form von über 160 Nachlässen. Auf ihrer Basis entstehen zahlreiche Forschungsarbeiten.

Schon früh haben sich Mitglieder der Arbeitsgruppe im Rahmen einschlägiger Erasmus/Sokratesprogramme überdies für internationale Studienmöglichkeiten engagiert. Seit dem Wintersemester 1986/87 wurden überdies zahlreiche Forschungsgespräche und Gastvorträge sowie Tagungen, Workshops und Sonderlehrveranstaltungen veranstaltet. Außerdem initiierte die Arbeitsgruppe die Käthe-Leichter-Gastprofessur für Frauenforschung und Gender Studies und unterhält zahlreiche andere inner- wie außeruniversitäre Kooperationen und Vernetzungen, vom Arbeitskreis Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit bis zur International Federation for Research in Women´s History.

Mehr über die vergangenen Aktivitäten finden Sie im Archiv.

Sämtliche ihrer Aktivitäten profitieren von der inhaltlichen Breite und den vielfältigen methodischen und theoretischen Ansätzen, die durch die einzelnen Mitglieder der „Arbeitsgruppe Frauen- und Geschlechtergeschichte“ vertreten werden. Ihre Forschungen sind, in der Gesamtschau gesehen, epochen- und raumübergreifend, indem sie vom Mittelalter bis zur Gegenwart, von der Mikro- und Regionalgeschichte über die Österreichische und Europäische bis in zur Geschichte Amerikas reichen. Besonders vertreten sind auch komparative Ansätze, etwa zur Geschichte der Frauenbewegung/en und in der historischen Männlichkeitsforschung, sowie sozial-, kultur-, politik-, rechts-, mikro- und mentalitätsgeschichtlich ausgerichtete Forschungen insbesondere zu Herrschaft und Staatsbürgerschaft, Migration, Verwandtschaft, Ehe, Arbeit, Besitz, Erbschaft, Liebe und Religion, dem Konnex Geschlecht – Krieg, Militär und Gewalt.  Felder wie Feministische Theorie und  Selbstzeugnisforschung verweisen zudem im besonderen Maße auf Interdisziplinarität und die Relationen des Faches zu den Gender Studies.

Ihre Forschungsthemen bringen die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Frauen- und Geschlechtergeschichte“ kontinuierlich in die von ihnen mit eingerichteten und -betreuten spezifischen Fachmodule ein, sei es im Rahmen des derzeitigen Magister- und Doktoratsstudiums, oder im Rahmen der neuen Bachelor- und Masterstudien: Der Bachelor Geschichte enthält ein eigenes Wahlmodul Frauen- und Geschlechtergeschichte ten (8 ECTS); zudem gibt es – einzigartig in Europa – ein eigenes Masterprogramm Frauen- und Geschlechtergeschichte. Ergänzt wird dieses vom Institut für Geschichte gemeinsam mit allen anderen historischen Instituten getragene Lehrprogramm außerdem durch ein EU-gefördertes Joint-Degree Master Programme in Women´s and Gender-History namens MATILDA, das ein länderübergreifendes Curriculum enthält.

Mit der 2006 eingerichteten Forschungsplattform der Universität Wien „Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte im veränderten europäischen Kontext. Vernetzung – Ressourcen – Projekte“ wird der europäische Charakter der einschlägigen Forschungsaktivitäten am Institut für Geschichte weiter gestärkt werden.

 

Mitglieder der Arbeitsgruppe Frauen- und Geschlechtergeschichte

 


       assoziierte Mitglieder

 

Für Informationen: gender.geschichte@univie.ac.at