| Die kaiserlichen Finanzen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (1556-1576) |
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Das Projekt "Die kaiserlichen Finanzen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (1556-1576)" beschäftigt sich im Rahmen einer internationalen Forschungskooperation zwischen Prof. Dr.
Friedrich Edelmayer und Prof. Dr.
Maximilian Lanzinner von den Universitäten Wien und Passau erstmalig umfassend mit den materiellen Ressourcen der habsburgischen Kaiser im 16. Jahrhundert. Die Finanzierung erfolgt durch den
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Mag.
Peter Rauscher (Email: peter.rauscher@univie.ac.at
) ist für die organisatorische Umsetzung und Durchführung der Forschungsarbeiten zuständig und Ansprechperson für die Vertretung des Forschungsprojekts in der Öffentlichkeit. Als weitere wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Frau Julia Zangerl (Email: superjulchen@gmx.net
)im Rahmen des Projekts tätig, deren Forschungsschwerpunkt einen Teilbereich der kaiserlichen Kammergüter umfaßt.
Der Untersuchungszeitraum wird begrenzt von der Teilung des Gesamtreichs Karls V. zwischen der spanischen und österreichischen Linie der Casa de Austria in den Jahren 1556-1558, in denen die Entscheidung zugunsten eines "österreichischen" Kaisertums in der Person Ferdinands I. fiel, und dem Ende der Herrschaft Kaiser Maximilians II.
Aufgrund der sich in der Person des Kaisers vereinenden unterschiedlichsten Herrschaftsebenen - so waren Ferdinand I. und Maximilian II. neben ihrer Funktion als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs auch noch Könige von Böhmen und Ungarn, Erzherzöge von Österreich oder Grafen von Tirol, um hier nur die wichtigsten Titel zu nennen - beinhaltet das Projekt Forschungen zur österreichischen, böhmischen und ungarischen Geschichte wie zur Reichsgeschichte. Die engen Beziehungen zum spanischen König, die über die Grenzen des Reichs hinaus gehenden politischen Interessen und Aktionen der beiden Kaiser und die Verbindungen mit zahlreichen "internationalen" Kaufleuten und Bankiers machen darüber hinaus den europäischen Kontext des Themas aus.
Vor dem Hintergrund des in der modernen Geschichtswissenschaft betonten engen Zusammenhangs von frühmoderner Staatsbildung und öffentlichen Finanzen soll die finanzpolitische Dimension der habsburgischen Herrschaft in Österreich und in den Ländern der Böhmischen und Ungarischen Krone, das Verhältnis von landesherrlichen und ständischen Finanzen untersucht werden. Neben dieser territorialstaatlichen Perspektive sind die finanzpolitischen Beziehungen zwischen Kaiser und Reich ebenso Gegenstand der Untersuchung, wie die zwischen dem Kaiser und dem mit ihm dynastisch eng verbundenen hegemonialen spanischen Königtum. Weiters wird nach dem von den Kaisern beanspruchten internationalen Kapitalverkehr, dem Geld- und Finanzmarkt und den diesen mitbestimmenden kaiserlichen Finanziers gefragt.
Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses stehen dabei die behördliche Finanzorganisation am Kaiserhof, die Zusammensetzung und der Umfang der kaiserlichen Finanzen und der Zusammenhang zwischen verfügbaren Finanzmitteln und dem politischen Handlungsspielraum der Kaiser sowie die aus diesen Zwängen resultierende Finanzpolitik der kaiserlichen Regierung. Dies gilt für die territorialstaatliche Ebene ebenso wie für das Reich und im Rahmen des europäischen Mächtesystems.
Aufgrund des breit angelegten Themas ist das Projekt prinzipiell an einer Zusammenarbeit und am Austausch mit anderen Forschungsunternehmungen, die sich mit verwandten Themen beschäftigen, interessiert. Unter den oben angeführten e-mail-Adressen bzw. Homepages ist eine diesbezügliche Kontaktaufnahme jederzeit möglich und erwünscht.
The project "The Imperial Finance in the Second Half of the 16th Century (1556-1576)" is an international co-operation between historians of the
Universities of Vienna and
Passau, its aim is to explore the financial sources of Habsburg power in the late 16th century. The period is defined by two events: firstly by the division of the heritage of Charles V into a Spanish and an imperial Austrian branch, and secondly by the death of Maximilian II.
Although the research will cover the history of the former Habsburg territories with a special emphasis on Austria and Bohemia, it will also include other areas. Examples are the history of the Holy Roman Empire, the history of the European state system and the economic-financial connections between the monarchs and their financiers.
The reciprocal relationship between state making and public finance forms the subject of this academic research. Therefore, various sources of revenue of the Habsburg dominions have to be compared with the fiscal grants of the parliamentary bodies of these dominions. Next to this territorial perspective, the financial relationship between the Emperor and the Estates of the Holy Roman Empire at the various Diets will be explored. In this context special emphasis will be put on financial aid for the war against the Ottoman Empire and on the relationship between the Emperor and the Spanish Crown which had strong political connections with the Austrian Habsburgs as a result of its heritage. Furthermore, the Emperor's choice of financiers and methods will be looked at in connection with financial transactions in Europe.
The central issues of this research will be the administrative finance organisation at the imperial court as well as the composition (credit, ordinary and extraordinary taxes, rents of the imperial dominions, etc.) and the extent of the imperial finances. The relationship between finance, state-making and the political possibilities of the Emperor within his territories, the political systems of the Holy Roman Empire and the European powers will also be looked into.
Forschung -
Friedrich Edelmayer