Edition der Deutschen Reichstagsakten

Die Edition der Deutschen Reichstagsakten, Mitte des 19. Jahrhunderts von Leopold von Ranke angeregt, wird auch heute noch von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München betreut. Die Akten der Reichstage des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation werden durch vier Reihen erschlossen: durch die Ältere Reihe (1376-1485), die Mittlere Reihe (Regierungszeit Maximilians I.), die Jüngere Reihe (Regierungszeit Karls V.) und die Reichsversammlungen 1556-1662.

Die Überreichung der Augsburger Confession 1530, Kupferstich von Georg Köler, 1630Heinrich Lutz, seit 1966 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Wien und Vorstand des Historischen Instituts, übernahm 1971 die Leitung der Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Dieses Forschungsunternehmen hatte 1943/44 durch Bombenangriffe auf Leipzig und München schwer gelitten (Verlust der druckfertigen Manuskripte für die Jahre 1525 bis 1527 sowie der umfassenden Materialsammlung zu den Reichstagen 1532 bis 1555). Ein im Rahmen der Historischen Kommission von Heinrich Lutz erstelltes neues Konzept sollten den Abschluß der Bearbeitung der Reichstage bis 1555 innerhalb einer absehbaren Zeitspanne ermöglichen. Das einschlägige, über Europa verstreute Archivmaterial war zu erfassen, editorisch aufzubereiten und zu publizieren, um diese für die deutsche und europäische Geschichte der Zeit Karls V. und der Reformation fundamentalen Quellen allgemein zugänglich zu machen. Die Reichstagsaktenedition sollte unter Berücksichtigung neuer Fragestellungen nicht nur für die Erforschung der politischen Geschichte, sondern auch für die Ständeforschung sowie für die Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte eine wesentliche Grundlage bilden.

Um dieses Ziel zu erreichen, siedelte Heinrich Lutz ein Forscherteam, das bis heute mit der Edition der Reichstagsakten betraut ist, am Institut für Geschichte an. Nach seinem Tod (1986) übernahm Eike Wolgast (Ordinarius für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg) 1989 die Leitung der Abteilung. Ein gestrafftes Konzept bei der Erfassung und Bearbeitung der Akten soll trotz der Fülle des Quellenmaterials die Fertigstellung der Reihe bis 2006 möglich machen.

Der Einzug Karls V. in Augsburg 1530, Holzschnitt von Jörg Breu d. Ä, nach 1530: Karl V., Ferdinand, Pfalzgraf Friedrich (?), und Kardinal CampeggioDerzeit besteht das Reichstagsakten-Team aus vier hauptamtlichen und vier freien Mitarbeitern. Hauptamtlich beschäftigt sind: Rosemarie Aulinger (Wien, seit 1975), Erwein H. Eltz (Wien/Kiefersfelden, seit 1978), Silvia Schweinzer-Burian (Wien, seit 1978) und Ursula Machoczek (Heidelberg, seit 1995). Die freien Mitarbeiter sind: Friedrich Edelmayer (Wien, seit 1983), Martina Fuchs (Wien, seit 2002), Alfred Kohler (Wien, seit 1980) und Albrecht P. Luttenberger (Regensburg, seit 1978). Zusätzlich wurden 1978 in Wien zwei Posten für wissenschafltliche Hilfskräfte geschaffen (derzeit nur Christiane Neubert, seit 1987).

Die Bände 1 bis 4 sowie 7 und 8 der Reichstagsakten unter Karl V. erschienen zwischen 1893 und 1971, also vor Übernahme der Abteilungsleitung durch Heinrich Lutz. Die Arbeit an dem im Krieg vernichteten Manuskript der Bände 5 und 6 (Reichsversammlungen der Jahre 1525 bis 1527) ruht derzeit.

Folgende Bände wurden und werden von den Wiener Mitarbeitern und ihren deutschen Kollegen bearbeitet:

e-mail-Adressen der Mitarbeiter:
Rosemarie.Aulinger@univie.ac.at
Friedrich.Edelmayer@univie.ac.at
Erwein.Eltz@arcor.de
Martina.Fuchs@univie.ac.at
Alfred.Kohler@univie.ac.at
Ursula.Machoczek@goldmail.de
Christiane.Neubert@univie.ac.at
Silvia.Schweinzer@utanet.at


Institut für Geschichte