| Von der "Toleranz" zur Staatsbürgerschaft. Heimatrecht und Staatsbürgerschaft der österreichischen Juden |
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Vor der Folie der Entrechtung und kollektiven Ausbürgerung der österreichischen Juden während der NS-Zeit soll diskursanalytisch wie normativ-praktisch der umgekehrte Prozeß der stufenweisen Inklusion von Juden in Heimatrecht (politisches Domizil) und Staatsbürgerschaft seit den josefinischen Reformen beschrieben werden. Heimatrecht und Staatsbürgerschaft bestimmen noch weit über die Monarchie hinaus nicht nur den Rechtsstatus einer Person, sondern auch deren Identität. Das gilt in besonderem Maße für Juden, deren Status jahrhundertelang ein durch Ungleichheit und Differenz (Judenordnungen) gekennzeichneter war. Zu untersuchen ist einerseits der Einfluss der so genannten "jüdischen Frage" auf die sich verändernden Konzeptionen der Staatsbürgerschaft seit den Toleranzpatenten, andererseits die Bedeutung der Erlangung von "full citizenship" nach 1867 für die Identität der österreichischen Juden. Die Betrachtung beider Rechtsinstitute aus der Perspektive des Differenten könnte nicht nur neue Erkenntnisse über Heimatrecht und Staatsbürgerschaft ermöglichen, sondern auch Hinweise auf die besondere Aktualität des altösterreichischen Staatsbürgerschaftsmodells im Kontext gegenwärtiger Diskussionen um "european citizenship" (etwa was die Bedeutung des "Wohnsitzprinzips anbelangt) liefern.
Sachbearbeiterin: Hannelore Burger, E-Mail: hannelore.burger@univie.ac.at
Projektleiterin: Waltraud Heindl, E-Mail: waltraud.heindl@univie.ac.at
Laufzeit: Februar 2005 - April 2006
Forschung