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Archive for the 'Edition_1. Weltkrieg in Selbstzeugnissen' Category

Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 114: Tagebuch von Bernhardine Alma, 16. bis 19. September 1917, Wien

Samstag, September 16th, 2017

NL 09 Alma Bernhardine 1917 11 17Bernhardine Alma (geb. 1895) war in einer gutbürgerlichen Wiener Familie aufgewachsen. Von 1908 bis 1979 führte sie ihr Tagebuch, das schließlich 47 Bänden umfasste, die geschätzt 25.000 Einträge enthalten. Im Sommer 1917 war die 22jährige in Jaro G. verliebt. Sie hatte den jungen Mann in einem Krankenhaus kennengelernt, wo sie regelmäßig Soldaten besuchte. Vor einigen Wochen war er wieder zum Frontdienst eingezogen worden. Nun hoffte die Schreiberin um so mehr auf ein baldiges Kriegsende.

16. IX. 17. Nachmittag, Sonntag.
Manchmal war’s mir, als könnte die Trennung vom Jaro auf mich ernüchternd wirken, als könnte das Hofmachen vom H. und L. [vermutlich zwei Kollegen beim Roten Kreuz] (der übrigens nach Milos Erkundigung Millionär sein soll) jenes Interesse und jene Bewunderung, die sich nicht in Worten, sondern im ganzen Wesen mir gegenüber ausdrückt, mich vom Jaro ablenken. Diese Gedanken sind ein Unsinn, vielleicht wär’s mir besser, wenn ich ihn nicht so gerne hätte, aber ich habe ihn sehr, sehr gerne; und ich wollte, er wäre da und ich dürfte ihn küssen! Ich habe ihn tief und aufrichtig gerne – wirklich und echt – und immer! – Ich glaube beinahe, daß heuer noch Frieden wird! – – Die Großeltern sind da und die Cora mit der Kleinen [die ältere Schwester der Schreiberin mit ihrer neugeborenen Tochter]. Das Kind ist riesig herzig, aber ich hab lieber, wenn sie nicht da sind. Cora kommt auch so zeitlich und muß doch merken, daß Ma [die gemeinsame Mutter] nicht entzückt ist davon. – Gestern bekam ich einen Brief von der Elsa [?]. Meine Jaro-Antwort habe ich schon aufgegeben, gestern. Heute empfing ich das Wunder der hl. Communion nach vorheriger Beichte. Was los ist, wenn ich wieder Zwetschkenknödel mache? Heute machte ichs. Gestern St.E.G. [vermutlich eine bestimmte Pfarrkirche] (…)

19. September 1917. abends.
Heute bekam ich eine liebe, sehr liebe Karte „Hochverehrtes Fräulein Hedy! Endlich (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 113: Briefe von Elisabeth Podpera aus Wien an ihren Sohn Viktor, 5. bis 18. September 1917, Wien

Dienstag, September 5th, 2017

1917 09 05Elisabeth Podpera (geb. 1865) betrieb eine Wäscherei in Wien-Simmering. Von der Feldpost-Korrespondenz mit ihrem Sohn Viktor („Wiki“, geb. 1896) sind drei Schreiben aus September 1917 erhalten. Er war zu der Zeit in der Tragtierreserve der Mannschaftsersatzabteilung der 7. A. K. eingesetzt. In ihren langen Briefen beschrieb die Wienerin detailliert ihre aktuelle Einkommens- und Versorgungs-Situation, sie schilderte das Befinden der Haus- und Nutztiere und legte auch geschäftliche Entscheidungen dar. Dabei ging es u.a. um die Frage, ob sie ein aus dem Militärdienst ausgemustertes Pferd kaufen sollte. Das Unternehmen führte Elisabeth Podpera als Witwe alleine. Gleichzeitig sprach sie an, wie offen sie ihrem Sohn über ihre Sorgen schreiben könne.

5. September 1917
[zweites Blatt geschrieben auf vorgedrucktem Rechnungspapier]
Lieber Wiki
Mit Herzlichen grüßen beginne ich das Schreiben in Hofnung das Dich es gesund antrefen wird was uns betrift sind wir noch alle gesund ich habe dir schon lange versprochen ich schreibe und kome nicht dazu jeden Sontag ist immer was bei uns diesen Sontag war der Pepi Onkel bei uns dan bin ich ins Kino gegangen so kom auch nicht dazu also […] wirst villeicht doch einen Urlaub bekommen wen Du komen möchtest so wäre für etwas schon gesorgt wir haben jetzt für uns Brod weiß für Franzi u. Fani [die Geschwister des Empfängers] haben wir zu schlak karten [vermutlich Zuschlagkarten] bekomen so wäre schon genug auch haben wir von der W. das Erdäpfl Fuhrwerk dah bringd der Franzi sovil zu Haus was wir brauchen so ist etwas in Haus aber dafür habe ich jetzt gar kein Schmalz wie auch kein Kernfet ich weis nicht mit was ich kochen sol dan stel dir for die kleinen Schweinll [Ferkel] die was ich gehabt habe wie du zuhaus warst 8 Stük sind ale krank sind auch schon bis auf 3 hinworn [verendet] auch die sind nicht zum erhalten haben auch ale den Durchvall kanst Dir denken was ich wieder zum anschaun habe wis noch 6 waren häte ich 200 K bekommen, ich wollte 240“ gab es nicht her dan komt gar [niemand] aber die ersten 2 haben nicht die Krankheit sonst hätte ich wol um jede Preis hergeben dan haben die mit diesen Zeik [Zeug] angefank jetzt ist das ganze Geld verloren wie ich sag ich kann Dir keinen antren Brief schreiben als so eine immer lauder verlust dan fragst ob ich den H. zallen kann das kann ich schon aber sonst kann ich Dich nicht als lauder [Perzent] wir müssen nur Arbeiten für antere und wir bleibt gar kein Heller mit dem Hassen [Kaninchen] hat nur die Graue Junge die {antre} was zu früh (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 112: Brief einer unbekannten Schreiberin aus dem Banat an den Oberleutnant Friedrich Weber, 5. September 1917

Dienstag, September 5th, 2017

NL 21 Bittbrief 01_kleinDer Wiener Friedrich Weber (geb. 1886) war im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant eingesetzt. Er war seit 1913 mit Lilli Weber-Wehle (geb. 1894) verheiratet, das Paar lebte in einem großbürgerlichen Umfeld. Im Nachlass von Lilli Weber ist ein Bittbrief enthalten, den eine unbekannte Schreiberin aus dem Banat an ihren Ehemann gerichtet hat. Sie schilderte darin die Situation, die sich aus dem Fehlen seiner Arbeitskraft auf ihrem Weinbauernhof ergeben hat. Das Schriftstück belegt neben der persönlichen Lage der Ehefrau eines Soldaten zudem Strategien, die versucht wurden, um etwa eine Beurlaubung vom Fronteinsatz erreichen zu können, obwohl dadurch auch mögliche Sanktionen zu erwarten waren.

Temes Szepafaln V/9 1917
Liber herr Komandant
Ich bitte recht schön um entschuldigung, wen ich vileicht Inen Herr Komandant mit meiner bitte belestige.
Mein Man W. Johan ist seith voriches Jar noch nicht zuhause gewesen, u. ich habe mich im Weidenrutten weiß Schellen verkült, weil die Rutten im wasser waren, u jetz sol im Weingarten gehackt u geschprizt werden u ich bin für die Arbeit zu Schwach, u Körbe kann ich u mus sie machen, das ich doch unser brot verdine Daglöner kann ich keine bekommen für den Weinkartenarbeit u die Schbritze kann ich auch nicht dragen mein Gott ich weiß nicht was ich anfangen sol mit dem Weingarten. Das sol ich auch Kukurutz hacken u bin so Schwach und wen ich keinen haken kann wi sol ich meine Schwein mästen Liber Got im Himel was werde ich nur anfangen alle Männer sein im Felde u wer weiß wie lange der Krik noch dauerd, was wirt nochaus unz arme Weiber u Kinder. Ich bitte recht schön den Herr Komandant wen möglich meinen Man W. Johan zuhause zu lassen, damit er mir doch die Schwerste arbeid helfen sol.
Ich bitte recht Schön mein Man wegen meiner bitte doch nicht zu Straffen, In meiner ferzweiflung weis ich mir keinen ander rath mer,
In vorhinein dangend
Verbleibe ich einer Ergebenste
W. Elisabeth
Temes Szépfaln
Temes megye
Bei uj-Arad (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 111: Feldpostbrief von Adolf E. von einem unbestimmten Ort an der „Südfront“ an Maria E., 3. August 1917, Steiermark

Donnerstag, August 3rd, 2017

NL 174 Handschrift Maria E ohne Datum (1915)Die als Klavierlehrerin ausgebildete Steirerin Maria E. (geb. 1890) war seit 1913 mit dem Juristen Adolf E. verheiratet. 1917 war ihr viertes Kind Karli zur Welt gekommen. Adolf E. war seit Anfang 1915 zum Kriegsdienst eingezogen, stationiert war er dabei „an der Südfront“, u.a. in Ljubliana/Laibach. Er war „bei Gericht“ eingesetzt, befand sich im Sommer 1917 mit der Division aber direkt im Frontgebiet. Im folgenden Brief schilderte er die (privilegierte) Situation seiner Unterkunft. Insbesondere berichtete er darin direkt von einem Fliegerangriff, bei dem ein kleines Kind getötet wurde.

Feldpost 434, am 3/8 17

Meine liebe Maria!
Da ich nicht weiß, was die nächsten italienischen Kriegsberichte bringen, will ich Dir ruhig und offen die Erlebnisse von gestern erzählen. Du brauchst nicht die geringste Angst zu haben, denn morgen oder spätestens Sonntag verändern wir unsern Standort. Die Division kommt aus der Kampfzone in die wohlverdiente Reserve u. so wandern auch wir mit weiter südlich und rückwärts; wir sollen in einen Wald kommen, sehr schön gelegen u. keinerlei Gefahr ausgesetzt, weder Beschießung noch Fliegergefahr. Da wir aber dort im Walde höchstens Zelte haben werden, ist vom Gerichte sogar in Aussicht genommen, in ein paar Tagen, um arbeiten zu können, in ein noch weiter südwärts gelegenes Städtchen das Gericht zu verlegen. So wird es also ganz schön werden, das heißt, bei mir kann es sich ja von Tag zu Tag entscheiden, dass ich wieder nach Laibach einrücke, worüber ich jetzt auch nicht mehr böse wäre; denn das Studium heißt jetzt hier wirklich nichts mehr. Nun also zu gestern.
Da ein polnisches Theater heute u. Sonntag hier spielt, mußten wir 3 aus unserem Zimmer beim Gerichte heraus, damit die Schauspieler dort wohnen u. [wir] bekamen mitten im Orte ein Zimmer, niedrig, kleine Fenster, dumpf hart an der Straße mit Staub u. dem Verkehr von u. zur Front. Nach dem Mittagessen haben wir 3 uns also schimpfend gerade auf unsere Feldbetten etwas niedergelegt, es war so gegen 2 Uhr, als die Abwehrkanonen durch heftiges Feuer uns das Nahen feindlicher Flieger ankündeten; ich sprang auf, gehe auf die Straße, die Soldaten (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 110: Kriegsgefangenenkarten von Georg M. an seine Verlobte in Wien, 27. Juli 1917, Astrachan an der Wolga

Donnerstag, Juli 27th, 2017

1917 07 27Die Korrespondenz, die Georg M. (geb. 1884) aus der Kriegsgefangenschaft an seine Verlobte Juli G. (geb. 1881) in Wien geschrieben hat, ist nur fragmentarisch erhalten. In dem letzten vorliegenden Poststück erkundigte sich der Friseur nach seiner Mietswohnung, die der Vermieter in seiner Abwesenheit offenbar weitergegeben hat. Seine Verlobte mußte hier für ihn wichtige Entscheidungen treffen.

Ansichtskarte folgt. (73)
Astrachan 27. VII. 917 72
Mein liebes Julei!
Mit grosser Freude und dankend Deine lieben Karten 57 vom 12. II. am 18. VII und 790 vom 27. IV. am 26. VII. erhalten. Am 20. VII. erhielt ich von meiner Nichte Mitzerl eine Karte, die mich ungemein erfreute. Durch Deine Karte 57 erfuhr ich endlich von dem Schicksale unseres Apartments Fehlingerg[asse in Wien 13]. War vollständig richtig gehandelt von Dir, Julie. Sagten [sie] bei Sch. nichts, ob ich es wieder haben könnte, wenn ich zurück komme und es wollte?? Bei guter Gesundheit, dasselbe vom Julie, Mutter und all unsern Lieben voraussetzend, die herzlichsten Grüße an alle
Viele innige Küsse von Deinem
Schurlei (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 109: Tagebuch von Bernhardine Alma, 24. Juli 1917, Wien

Montag, Juli 24th, 2017

NL 09 Alma Bernhardine 1917 07 24Bernhardine Alma (geb. 1895) besuchte seit 1916 verwundete Soldaten in Krankenhäusern, um ihnen kleine Geschenke zu bringen und Gesellschaft zu leisten. Dabei hatte sie den aus Mähren stammenden Jaro G. kennengelernt. Nachdem beide – aufgrund von Missverständnissen – über Monate keinen Kontakt gehabt hatten, besuchte er sie im Sommer 1917 überraschend, als er sich in Wien auf Fronturlaub befand. Neben detaillierten Berichten aus dem sozialen Umfeld der Diaristin beschreibt sie immer wieder auch kurz die verschiedenen Strategien, wie sie an Lebensmittel oder Kohlen für den großen Familienhaushalt gelangte.

24. VII. abends. Dienstag.
Folgende 2 Karten erhielt ich heute aus Bad Luhacovic [Wo Jaro G. gerade auf Besuch bei seiner Familie war]: Hochverehrtes Fräulein! Denke wenn Sie’s auch nicht glauben wollen, viel an Sie. Werde noch eine Tage bei meinem Papa verweilen, dann komme ich auf einige Tage nach Wien und dann heißt’s leider wieder an die Front! Mit Handküssen und Empfehlungen zu Hause Ihr ergebener – Hochverehrtes Fräulein! Obwohl Sie mir wenig, sagen wir überhaupt nicht glauben, so sende ich Ihnen die aufrichtigsten Grüße und Handküsse Ihr ergebener – Beide waren vom 21.d. datiert u. gestempelt. Auf einer Adresse schrieb er Hedchen, auf der anderen Hederl. Mir gefällt seine Schrift so gut! Ich glaube, daß er morgen da sein wird. Hoffentlich bestätigt sich dieser Glaube! Ich habe ja wieder so Sehnsucht nach ihm! Seine Eltern müssen riesig stolz auf ihn sein. Ich bin glücklich, daß er nicht irgendwie beleidigt ist.
Samstag beichtete ich bei unserem Pfarrerl, der mir dann gleich die kleine Madonna [ein kleines, christliches Mitbringsel] für Jarerl [Kosename für Jaro] weihte. Sonntag empfing ich die heilige Communion. Nachmittag war die Cora mit der Kleinen da [Cora von St., die 1890 geborene Schwester der Schreiberin, hatte im Sommer 1916 geheiratet und war inzwischen Mutter eines Säuglings]. Co will durchaus wieder zu uns ziehen, aber Ma [ihre gemeinsame Mutter] will natürlich nicht. Dann wollte Cora, daß (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 108, Tagebuch von Anna H., 22. Juli bis 2. August 1917, Graz

Samstag, Juli 22nd, 2017

1917-07-22Von Anna H. (geb. 1903) liegen Aufzeichnungen vor, die sie als Klosterschülerin zwischen Oktober 1916 und November 1917 regelmäßig geführt hat. Die Einträge geben einen Einblick in die Lebensumstände der Grazer Mittelschicht während des Ersten Weltkrieges. Die Eltern des Mädchens führten ein Gasthaus, was wahrscheinlich mit ein Grund dafür war, dass sie in ihrem Tagebuch häufig auf die Situation der Lebensmittelpreise Bezug nahm. So gab sie die aktuellen Preise für Obst und Gemüse wieder und kommentierte den Mangel an Grundnahrungsmitteln. Die Ausführungen über ihre Alltagserlebnisse sind vermischt mit patriotisch gefärbten Schilderungen der aktuellen politischen Situation. Im Sommer 1917 berichtete sie zudem über Geburts- und Namenstage in der Familie und die dabei ausgetauschten Geschenke.

22. Juli.
Es herrscht jetzt eine riesige Teuerung. So zahlt man jetzt für 1 kg Gurken 2 K [Kronen], 1 l Schwarzbeer [Heidelbeeren] um 80 bis 90 h [Heller], 1 l Himbeer 1 K 40 h. Auch alles andere ist furchtbar teuer. Die Leute stellen sich auch um Tabak an, trotzdem bekommt mancher garnichts. Wenn man sich anstellt, bekommt man 4 bis 5 Sport [Zigarettenmarke] oder 2 bis 3 Zigarillos. Selbst um Seife stellt man sich an. Da bekommt man dann 1 Stück um 80 h, welches man früher mit 10 h bezahlte. Dieses ist beiläufig im Ausmas von 72 cm Länge und 7 cm Breite und 4 cm Höhe, diese Seife sgibt aber garnichts aus.

25. Julier
Morgen sind es drei Jahre, daß Österreich mit Serbien diesen fürchterlichen Weltkrieg begann. Hoffentlich nimmt er bald ein Ende. Gebe es Gott. Jetzt können wir noch zufrieden sein. Noch überall, an allen Kriegsschauplätzen, ist Österreich mit seinen Verbündeten Sieger.

27. Juli
Gestern hatten Mutter und ich Namenstag. Da ging es trotz der Kriegszeit ganz festlich zu. Ich bekam vom Vater ein Perlenmutter-Taschenmesser mit Schere, während ich der Mutter eine selbstgestickte Decke gab.

30. Juli.
Heute habe ich Geburtstag. Nun bin ich 14 Jahre alt und im 15. Jahr. Mein Geburtsjahr ist 1903.

31. Juli.
Schlechter, wie es jetzt ist, kann es kaum mehr werden. Gestern (mehr …)