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Der Erste Weltkrieg in Nachlässen von Frauen Nr. 84: Tagebuch von Bernhardine Alma, 6. Oktober 1916, Wien

1916 10 06In den sehr regelmäßigen und zumeist auch ausführlichen Berichten im Tagebuch der Wienerin Bernhardine Alma (geb. 1895) lassen sich ihre Lebensumstände – und damit das Leben von Vertreterinnen und Vertretern der urbanen, bürgerlichen Oberschichte während des Ersten Weltkriegs detailreich nachvollziehen, wobei im Oktober 1916 auch wieder von zunehmenden Versorgungsengpässen geschrieben wird. Gleichzeitig beschrieb die 21jährige die persönlichen und gesellschaftlichen Verstrickungen, in die sie im Kriegshilfsdienst im Roten Kreuz, den sie in der Woche an vier Tagen versah, involviert war.

6./X. 16. abends.
Ich muß von gestern noch nachholen, daß ich vorm R. K. [Dienst im Roten Kreuz] mit den Eltern im Cafe war. – Ich hatte mich gestern beim Krautschneiden geschnitten, (Gott sei Dank nur links) da hat sich die Sektionschefin [eine der Vorgesetzten im Roten Kreuz] sehr nett darum gekümmert. Der Dr. L. hat um mein „Handerl“ gefragt. – Die arme Sigrid [ältere Schwester, geb. 1891] wird mir sehr leid tun, wenn mit dem Major nichts daraus wird [wahrscheinlich einer Bekanntschaft über eine Zeitungsannonce, mittels der die Schwestern regelmäßig versuchten, Heiratskanditaten kennenzulenrnen]. – Heute stellt ich mich wieder um Erdäpfel an, aber heute ging’s viel kürzer als gestern. – Im R. K. war der Sektionschef sehr nett. Er ging mit den anwesenden Vorstandsdamen (P., Baronin T. und mir) die Liste der zur Auszeichnung vorgeschlagenen Damen durch. [Bernhardine Alma hatte ihrerseits bereits im November 1915 einen Orden für ihre Kriegshilfsdieneste erhalten.] Die Baronin ist ziemlich lieb, die P. grauslich. Sie ärgert sich sicher, daß ich mit dem Sektionschef so gut stehe. Dieser stellte mir wieder einmal den Sektionsrat von S. vor, der aber auf die bereitsige Bekanntschaft hinwies. – Die Lisl H. [eine Freundin der Schreiberin] war bei mir im R.K. – – Wenn nur der Krieg schon einmal sein Ende nehmen wollte! – Ob mein s.J.G. [Bekanntschaft, die die Schreiberin bei ihren Besuchen von verwundeten Soldaten gemacht hat und der ihr seit einigen Monaten den Hof machte] morgen da ist? – – Was werde ich morgen herein schreiben, oder übermorgen? Die Stefanskirche ist wunderschön! –

Sammlung Frauennachlässe NL 09
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Die Verwendung der Namen der Schreiber/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachlässe mit den Übergeber/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgründen anonymisiert.

  • Zum Tagebuch von Bernhardine Alma im Ersten Weltkrieg siehe auch: Ulrike Seiss, “… ich will keinen Krieg oder als Krankenschwester mit!” Selbstinszenierungen, Kriegsrezeption und Männlichkeitsbilder im Tagebuch einer jungen Frau im Ersten Weltkrieg, Wien, Diplomarbeit, 2002.

Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 84, Tagebuch von Bernhardine Alma, Datum, SFN NL 09, unter: URL

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