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FWF-Projekt
Mitarbeiterinnen: Barbara Asen (Univ. Salzburg), Ines Rebhan-Glück (Univ. Wien), Brigitte Semanek (Univ. Wien) und Nina Verheyen (Univ. zu Köln)
Dauer: Mai 2010 bis Oktober 2012
Medienberichte siehe weiter unten
Projektbeschreibung: Das Projekt ist mit seinen Fragestellungen, methodischen und theoretischen Prämissen an der Schnittfläche von Geschlechtergeschichte, Geschichte der Liebe und Geschichte des privaten Schreibens positioniert. Im Zentrum stehen Paarbeziehungen, Geschlechterpositionen und Liebe im 19. und 20. Jahrhundert - untersucht auf der Basis brieflicher Kommunikation zwischen Frauen und Männern. Gekoppelt an geschlechtergeschichtliche Zäsuren und mit dem Konzept der romantischen Liebe, sowie dem bürgerlichen Ehe- und Liebesmodell als Bezugspunkt, sollen im historischen Längsschnitt, der die 1870er bis 1970er Jahre umfasst, Wandel und Kontinuitäten untersucht werden. Geographisch liegt der Schwerpunkt auf Österreich.
Diesem Forschungsvorhaben liegen populare Paarkorrespondenzen bzw. Liebesbriefen zugrunde, wobei hier auf zahlreiche unveröffentlichte Quellenbestände zurückgegriffen werden kann. Neben dem umfangreichen Material, das in der Sammlung Frauennachlässe in Wien bereit liegt, werden punktuell weitere Archivbestände requiriert und - um Lücken zu füllen - gezielte Aufrufe zur Quellenbeschaffung lanciert.
Die situative Quelle Brief wird methodisch reflektiert und unter Bezugnahme auf Strategien der qualitativen Inhaltsanalyse sowie auf Ansätze diskursanalytischer Textanalyse befragt: nach Formen der Herstellung und Gestaltung von Beziehungen durch das Medium Brief, nach Prozessen der Reproduktion, Modifikation und Neuinterpretation von gesellschaftlichen Beziehungs-, Liebes- und Geschlechterkonzepten, nach möglichen Machtverhältnissen und Hierarchien, die sich im Zusammenhang mit den Geschlechterverhältnissen in den Briefen ausdrücken, nach Mechanismen der genderbezogenen Selbstvergewisserung und -konstruktion in Interaktion mit dem Gegenüber, sowie nach Spielräumen der BriefeschreiberInnen im Spannungsfeld von Diskurs und Erfahrung. Ziel ist es, die zur Analyse herangezogenen Selbstzeugnisse sowohl in Form eines Überblicks im historischen Längsschnitt, wie auch - bei signifikanten Beispielen - als Fallstudien zu erschließen. Die milieuspezifische Differenzierung des Quellenmaterials bildet dabei ebenso eine Grundlage wie die konsequente Kontextualisierung, samt Einbeziehung historisch-gesellschaftlicher - politischer wie biographischer - Rahmenbedingungen.
Möglichkeiten nationaler und internationaler Vernetzung ergeben sich unter anderem im Rahmen der besonders im angloamerikanischen Raum rege - und aus Genderperspektive - betriebenen Brief- und Selbstzeugnisforschung sowie einer sich in den letzten Jahren zunehmend etablierenden Geschichte der Emotionen - wobei gerade die Frage nach der Bedeutung von Liebe und Emotionen für das Verhältnis der Geschlechter als Forschungsdesiderat gesehen werden kann. (FWF-Kurzprojektbeschreibung)
Vorträge und Veranstaltungen (Auswahl)
- Barbara Asen (Salzburg): Das Paar und der Berg. Zur Aushandlung von Liebesbeziehungen in Briefwechseln der Zwischenkriegszeit, Konferenz: 9. Österreichischer Zeitgeschichtetag, 04.10.2012, Linz (Web)
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Ingrid Bauer (Salzburg): 1968ff – Neuverhandlungen der Balance zwischen Liebe, Sexualität und Macht. Befunde aus Paarkorrespondenzen der 1970er Jahre, L'Homme-Tagung "Romantische Liebe?", 15. Juni 2012, Wien (Web)
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Barbara Asen (Salzburg), Ines Rebhan-Glück (Wien) und Brigitte Semanek (Wien): Lesung aus Quellenbeständen des Projekts "(Über) Liebe schreiben", L'Homme-Tagung "Romantische Liebe?", 15. Juni 2012, Wien (Web)
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Barbara Asen (Salzburg): Liebesbriefe im Fokus. Quellenbestand und methodische Überlegungen, Kulturgeschichtetag 2012, 8. Juni 2012, Innsbruck (Web)
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Ines Rebhan-Glück (Wien): Verkörperte Liebe? Kulturgeschichtetag 2012, 8. Juni 2012, Innsbruck (Web)
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Brigitte Semanek (Wien): Sprache der Sexualität, Kulturgeschichtetag 2012, 8. Juni 2012, Innsbruck (Web)
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Ingrid Bauer (Salzburg) und Christa Hämmerle (Wien/Berlin): Vom Forschungs- zum Buchprojekt: Struktur der Studie und vorläufige Ergebnisse; Workshop am Max-Planck-Institut Berlin/DE, 10. Februar 2012 (Web)
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Barbara Asen (Salzburg): "…nicht nur Gattin, sondern auch treue Kameradin". Zur Konstruktion von Liebesbeziehungen in der Briefkommunikation österreichischer Paare der Zwischenkriegszeit; Workshop am Max-Planck-Institut Berlin/DE, 10. Februar 2012 (Web)
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Ines Rebhan-Glück (Wien): Liebe verkörpert? – Verkörperte Liebe? Zum (Er)Schreiben von Körperlichkeit in Paarkorrespondenzen des 19. und 20. Jahrhunderts; Workshop am Max-Planck-Institut Berlin/DE, 10. Februar 2012 (Web)
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Nina Verheyen (Köln): Arbeit am Wir. Briefe als Technologien der Zweisamkeit in Fernbeziehungen des langen 20. Jahrhunderts; Workshop am Max-Planck-Institut Berlin/DE, 10. Februar 2012 (Web)
- Barbara Asen, Ines Rebhan-Glück, Nina Verheyen: (Über) Liebe schreiben – ein Werkstattbericht. Methodische Annäherunghen an historische Paarkorrespondenzen; beim 3. Workshop des Fakultätsschwerpunktes “Frauen- und Geschlechtergeschichte”, am 4. März 2011, am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien (Web)
Medienberichte (Auswahl)
- Bauer, Franziska: "Liebe schwarz auf weiß." Interview mit Christa Hämmerle und Ingrid Bauer, in: Paradigmata – Zeitschrift für Menschen und Diskurse, 8/2012, Wien, S 9–13, Inhaltsverzeichnis als PDF
- Radiobericht "Liebe schreiben. Paarkorrespondenzen im 19. und 20. Jahrhundert", Gestaltung: Martina Nußbaumer, Radiosender: Ö1; Sendereihe: Dimensionen, Zeit: 29. August 2012 - Link zur Sendung zum Nachhören
- Fernsehbericht über das Projekt; Fernsehsender: uniTV. Das Salzburger Unifernsehn; Sendereihe: PlugIn. Zeit: 23. Juni 2011 - Link zur Sendung
- Radiogespräch mit Ingrid Bauer; Radiosender: Radiofabrik. Freier Sender Salzburg; Sendereihe: Tandaradio. Zeit: 20. Februar 2011 - Sendung zum Nachhören als MP3 (Minute 4.10 bis 11.50)
- Interview mit Chrita Hämmerle; Radiosender: Kölncampus; Sendung: Seitenansicht (Web). Zeit: 13. Dezember 2010 - Sendung zum Nachhören als MP3
- Raimund Lang, Gefühlvolle Zeilen, in: Die Furche. Fokus, 1/2011, S 7.
Text als PDF (3 MB)
- Gabriele Pfeifer: "Mein süßes, liebstes Herz", in: Salzburger Nachrichten, 11.12.2010.
Text als PDF (580 KB)
- Veronika Schmidt, Liebe in Zeiten der Briefe, in: Die Presse, 28.11.2010.
- Daniela Hermetinger, Liebe geschrieben, in: www.dieUniversitaet-online, 10.11.2010.
- "Mein süßes, liebstes Herz": Forschungsprojekt über Briefe zu Lebens- und Liebesgeschichten, Presseaussendung der Universität Wien, 10.11.2010.
- "Liebesbriefe im 19. Jahrhundert bis zur sexuellen Revolution", in: www.derStandard.at, 10.11.2010.
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