Hausa Dialekte

Ein Forschungsprojekt

  1. Definition Dialektologie: Dialektologie ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
    1. Objektbereich sind Dialekte, das sind diatopisch und diastratisch Differenzierungen eines lingualen Makrosystems. Sie werden als dialektale Subsysteme bezeichnet. Die Untersuchungsverfahren, die diese Subsysteme konstituieren sind vorweigend parole-orientiert und bestehen etwa bei der Ermittlung von Phonolgischer Differenz in der Ermittlung von Isophonen.
    2. Untersuchung des Objektbereiches synchron
    3. Untersuchungsmethoden sind je nach Ansatz
      1. strukturell
      2. diachron
    4. Darstellungsverfahren diasystemar (strukturell), historisch-komparativ (diachron)
    5. Darstellungsform ist vorwiegend kartografisch
    6. Erklärungsprinzip ist vorwiegend infralingual (strukturell), extralingual (diachron)
  2. Definition Dialekt: Die geografische Uneinheitlichkeit von Sprachen, nach Boretzky und W. Putschke: Alle Sprachen variieren innerhalb des von ihnen abgedeckten Raums, und zwar überwiegend koninuierlich. Unterschiede werden von Ort zu Ort sichtbar und nehmen mit der Entfernung zu, was sich daraus erklärt, dass voneinander entfernte Gebiete nur losen Kontakt miteinander haben und der Wandel der Sprache in ihnen relativ unabhängig voneinander verläft. In Gegenden, in denen sich die Unterschiede zwischen benachbarten Gebieten häufen (dialektaler Interferenzraum), bilden sich Dialektgrenzen heraus. Dort wo die Sprache über ein grösseres Gebiet relativ wenig variiert, liegt das Dialektzentrum (dialektaler Konsistenzraum). ... (Vielmehr) muss Sprachwandel immer im Zusammenhang mit der dialektalen Vielfalt von Formen gesehen werden. Neben Konsistenz- bzw. Inferenzraum muss mit dem Auftreten eines Influenzraumes gerechnet werden (vgl. Arealer Aspekt)
  3. Stand der Forschung: es gibt Dialekte in einer bestimmten geografischen Verteilung.
    Nachschauen in der Literaturliste.
  4. Gliederung der Phänomene:Die zu untersuchenden Bereiche gliedern sich in Wandelphänomene der einzelnen sprachlichen Domänen wie:
  5. Beschreibung der Phänomene
  6. Gang der Untersuchung, Methoden. Tendenzen des Lautwandels, was zu erwarten ist. Boretzky (116) Allgemeiner Aufbau lässt sich wie folgt gliedern:
    1. Erfassung
      Feldforschung ist die grundlegende Erfassungsmethode, da der Objektbereich beinahe ausschliesslich in nichtkodierter Form vorliegt. Mittel ist vor allem der Fragebogen, das Fragebuch. Diese werden je nach Erfordernis als Wortliste, thematische Erzählung konstruiert. Wichtig ist, dass festgestellt werden kann, dass der/die Informant/in tatsächlich die zu untersuchende Varietät spricht. Im vorliegenden Forschungsprojekt muss die Exploration duch eine/n Explorator/in unmittlebar erfolgen. Die Daten werden elektronisch aufgezeichnet und in der Folge phonetisch transkripiert. Der hohe Zeitaufwand beschränkt die Dichte der Untersuchungsorte, bei jeweils einem Forschungsaufenthalt werden nur eng definierte lokale Bereich abgedeckt.
    2. Verarbeitung: (diachron) ausgehend von dem bereits transkripierten Material, im Fall des Hausa kann dies der Dialekt von Kano sein, der auch als Schriftsprache verwendet wird, werden die erhobenen Daten auf der Grundlage etymologischer Wortgleichungen bzw. grammatischer Funktionsgleichungen verglichen. Der Dialekt von Kano wird dabei als ein "Protobestand" und als Grundlage des Vergleiches genommen, wobei damit in keiner Weise über die "tatsächliche" Stellung dieses Dialekts im Dialektkontinuum präjudiziert wird.
      (strukturell): Infradialektale Erfassung des Phoneminventars, Analyse durch Oppositionsverfahren um die funktionellen Phonemeigenschaften zu eruieren. Das Resultat sind Phoneminventare, oder Inventare anderer Art, die ihrerseits wieder mit dem Markosystem verglichen werden.
    3. Darstellung in Form einer Dialektkarte und textuale Beschreibung der Ergebnisse, in weiterer Folge eine Einbindung in das Online Wörterbuch.
    4. Interpretation: (diachron) es können die Ergebnisse der Verarbeitung mit historischen, ethnografischen etc. Daten in Verbindung gebracht und somit interpretiert werden.
  7. Siehe oben Darstellung und Interpretation_Schlussfolgerungen, Abstand der Dialekte, Einflüsse, ..., Begründungen des Lautwandels (vgl.: Boretzky (124))

Beschreibung der Phänomene

Literaturangabe: Boretzky, Norbert, Einführung in die historische Linguistik, rororo, 1977). Neueres suchen!
Der Begriff Wandel ist geeignet zu ersetzen! Vielleicht durch Differenz?

  1. Lautwandel Erscheinungen
    1. phonetisch: Boretzky (84):"Alle artikulatorischen Merkmale, die einem Laut zukommen, lassen sich auf dem Wege des Wandels erwerben oder verlieren."
      Darunter: Palatalisierung, Sonorisierung, Desonorisierung, Nasalisierung, Spirantisierung, Affrizierung, Dehnung, Kürzung, ...
    2. syntagmatisch: Laute werden u.U. von ihrer Umgebung, anderen Lauten, beeinflusst.
      Darunter: Assimilation, Dissimilation, Metathese, Haplologie, Ersatzdehnung, ...
    3. phonematisch: Schwund, Neuentstehung, Zusammenfall bzw. Aufspaltung von Phonemen, die das Phonemsystem betreffen, bzw. sich auf diese auswirken. (vgl.: Hoenigswald)
  2. Grammatischer Wandel, betrifft vor allem die Änderung grammatischer Elemente hinsichtlich ihres Ausdrucks, ihrer Distribution, ihres Inhaltes und ihres Bestandes. Solche grammatischen Elemente sind Morpheme, die im syntaktischen Bereich aktiv sind. Dabei ist der rein phonetische Wandel hier nicht interessant, dagegen kann der phonologische Wandel durchaus Folgen im Inventar der grammatischen Elemente zeigen. Ändert sich die Funktion oder die Bedeutung eines Morphems, dann findet definitionsgemäss funktioneller bzw. semantischer Wandel statt.
    Veränderungen können sich an Morphemen aber auch an grösseren Einheiten ereignen. So an grammatischen Morphemen in engerem Sinne, in der Verteilung der Wortarten, der Satzteile aber schliesslich auch in den Satzarten selbst.
  3. Semantischer Wandel: ausgehend von der Merkmalstheorie kann angenommen werden, dass sich Merkmale einer Bedeutung ändern, sie k&oumL;nnen reduziert, erweitert, ersetzt werden.
    Wörter, Lexeme können aber auch aufgrund der unterschiedlichen geografischen Lage der Dialekte unterschiedliche Form annehmen, wie weit diese unterschiedliche Form auch unterschiedliche Bedeutung zur Folge hat, muss noch untersucht werden. Beispiele sind vergleichbare Lehnwörter aus dem Englischen und Französischen.