Hausa-Online-Lehrbuch 2002 © Franz Stoiber
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Begrüßung I

Wie bei vielen afrikanischen Völkern ist auch bei den Hausa die Begrüßung besonders wichtig. Sie drückt den Respekt und die Hochachtung vor der Person des Gesprächspartners aus. Je nach der Situation gibt es entsprechende Formulierungen, die man, selbst wenn man es sehr eilig hat, nicht abkürzen sollte. Solche Abkürzungen werden als unhöflich betrachtet, und es wird darauf entsprechend reagiert. Kann man diese Begrüßungen anwenden, werden die Gesprächspartner zumeist sehr höflich versuchen, das Gespräch fortzuführen.

Die Struktur der Begrüssung: Die Grusssequenzen laufen in einer bestimmten Ordnung ab. [Systematische Beschreibung]

Gesten und Schreib/Ausspracheweisen: [Gesten und Zusätze]]

Wichtig Es gibt einige Grussformen, die geschlechtlich differenziert sind. Frauen und Männer grüssen unterschiedlich. In manchen Situationen verwenden Frauen und Männer auch unterschiedliche Sequenzen.

Der Ablauf der Begrüssung zwischen zwei Männern:

Gruss von Frauen:

KÓndeGaafarÓÓ dai.
ZÓinab¨MarÓbaa.

Beenden der Grusssequenz

Grüsse werden durch die Person beendet, die begonnen hat. Diese Teil-Sequenz wird häufig durch die folgenden Elemente eingleitet:
 
t˛˛gutVerwendet wenn keine Pause nach dem Wort erwartet wird.
t˘ogutVerwendet wenn EINE Pause nach dem Wort erwartet wird.
maadÓllaain OrdnungGelobt sei Gott.
sai an jumÓÓbis baldBis einige Zeit vergangen ist.
Die Antwort kann sein:
yÔuwaaO.K.Langer Endvokal wenn eine Pause folgt.
yÔuwaO.K.Kurzer Endvokal wenn KEINE Pause folgt!
sai an jumÓÓbis baldBis einige Zeit vergangen ist.


Wiederaufnahme:

Es kann durchaus geschehen, dass diejenige Person, die nicht mit der Begrüssung begonnen hat, nach der Beendigung der ersten Grusssequenz nun ihrerseits eine neue Sequenz einleitet.
Vergleich: Begrüssung im Übungsteil



Die wichtigsten Grüße und Antworten sind:


Sànnu.Hallo.
Yâuwaa, sànnu (kàdai)Gut, hallo.
Sànnunkù.Hallo (zu einigen Menschen).
Sànnunkà.Hallo (zu einem Mann).
Sànnunkì.Hallo (zu einer Frau).
Ìnaa laafiyàà?Wie geht es? Wie ist das Befinden?
Laafiyàà lau.Es geht gut. Gut.
Laafiyàà k'alau.Es geht sehr gut. Sehr gut.
Ìnaa gààjiyàà?Wie geht es? Wie ist die Müdigkeit?
Bâa gààjiyàà.Gut, keine Müdigkeit.

Reisende fragen einander nach den Neuigkeiten:


Ìnaa lààbaarìì?Wie geht es? Was gibt es Neues?
(Lààbaarìì) Sai àlheerìì.Nur Gutes.

Besonders wichtig ist die Frage nach dem Haus bzw. nach den Mitgliedern des Haushaltes:

Ìnaa gidaa? Wie geht es der Familie/dem Haus?
Laafiyàà.Gut.

Ankommende, wenn sie in ein Haus eintreten, grüßen z.B.:

Ein Mann nähert sich dem Haus
Sàlaamù àlaikùn/m.Friede sei mit euch. GutenTag.
Yâuwaa, àlaikà sàlaamuu.Gut, Friede sei mit dir.
Sànnu dà zuwàà.Gruß zum Kommen. Gruß zu deinem Kommen.
Barkàà dà zuwàà.Willkommen.
Eine Frau nähert sich dem Haus
GaafarÓÓ dai.Gruss
MarÓbaa.Willkommen


Das typische Hausa-Haus besteht, vor allem auf dem Lande, aus einem ummauerten Grundstück, innerhalb dessen sich mehrere Häuser befinden. Eines davon ist der Empfangsraum, "zaurèè" genannt. Er ist stets der erste Raum, den man betreten kann. Zumeist sitzen männliche, aber auch weibliche Familienmitglieder oder Freunde in diesem Raum. Diese begrüßt man mit "Sàlaamù àlaikùn/m." Sollte niemand im "zaurèè" anzutreffen sein, dann klatscht man in die Hände oder trommelt gegen die Türe und ruft den Gruß laut aus bis jemand kommt. Sehr unhöflich wäre es, ganz einfach weiterzugehen!