Hausa-Online-Lehrbuch 2002 © Franz Stoiber
Zum Inhaltsverzeichnis

Satzstruktur I




Nomenklatur:
Wir werden die folgenden Bezeichnungen verwenden.

NP3Dativobjekt des Verbs
NP4Akkusativobjekt des Verbs
NPxallgemein: Objekt des Verbs
P-ASubjektspronomen (Person-Aspekt)
Präd.Prädikat
Subj.Subjekt
VVerbum
VPVerbalphrase

Die grundlegende Struktur der Sätze im Hausa ist:

SUBJ. + PRÄD.

Das Prädikat seinerseits hat in sich folgende Struktur:

P-A + VP

Die Subjektspronomina (P-A) drücken die Person, das Geschlecht, die Zahl und den Aspekt oder die Zeit aus.


Der Unterschied zum Deutschen: Im Deutschen werden Person, Geschlecht und Zahl beim Verbum und, wenn vorhanden, auch beim Personalpronomen ausgedrückt.


Ich schenke ihm etwas.
Du schenkst ihm etwas.
Peter schenkt Franz ein Buch.
Wir schenken ihnen ein Buch.
Die Leute schenken einander zu Weihnachten etwas.


Die kursiven Elemente zeigen die Veränderungen an, die das Verbum mit dem jeweiligen Subjekt übereinstimmen. Im Hausa verändert sich das Verbum nicht in derselben Weise wie im Deutschen. Was sich verändert, ist das Subjektspronomen, an dem die Kategorien Person, Geschlecht und Zahl markiert werden. Das Hausa unterscheidet neben diesen Kategorien wie das Deutsche noch ein allgemeines Geschlecht, das man am besten mit "man” übersetzen kann. WICHTIG ist, das bei der 2.P.Sgl. ("du”) zwischen maskulin und feminin unterschieden wird. Innerhalb der Verbalphrase findet sich die Struktur:

V + NPx

Das Objekt (NPx) steht direkt hinter dem Verbum, welches sich, entsprechend der Kategorie der das Objekt angehört, verändert. NPx kann entweder ein Substantiv, ein Pronomen oder ein Satz sein.


Die entsprechenden Pronomina nennt man Objektspronomina, wobei man zwischen indirektem und direktem Objekt unterscheidet.


Das indirekte Objekt entspricht dem deutschen Dativobjekt. Dem Sinn nach handelt es sich um einen Dativ der Beteiligung der beteiligten Person oder Sache.

Die Dativmarkierung ist vor:


nominalem Objekt"wà”
pronominalem Objekt"ma-”

Die Tonstruktur verändert sich nicht.


Ich lieh DEM FREUND ein Buch.Naa aràà àbookii littaafìì.
Ich lieh DIR ein Buch.Naa aràà makà littaafìì.
Sie untersuchte MIR (für mich) das Haus.Ita taa duubàà minì gidaa.

Das direkte Objekt entspricht dem deutschen Akkusativobjekt.
Die Tonhöhe des direkten Objektpronomens ist der vorhergehenden Silbe stets entgegengesetzt.

Ich sah DICH.Naa gan kà.

Das Verbum verändert sich entsprechend der Kategorie des folgenden Akkusativobjektes NP4: Ist das NP4 ein Nomen, dann verkürzt sich der Auslaut des Verbums.

Yaa gayàà.Er erzählt(e).
Yaa gayà lààbaarìì.Er erzählt(e) eine Geschichte.

Bei der Reihenfolge der Objekte kommt das Dativobjekt immer vor dem Akkusativobjekt.


Die "komplette” Satzstruktur ist:


SUBJ. + PRÄD.[P-A + VP(V + NPx{NP3 + NP4})]