Hausa-Online-Lehrbuch 2002 © Franz Stoiber
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Relativsätze

Relativsätze sind Sätze, die ein Nomen näher bestimmen. Sie stehen im Deutschen direkt nach diesem Nomen und werden mit ihm durch die Relativpronomina verbunden. Es gibt aber im Hausaa auch noch andere Umstände, die eine Relativkonstruktion notwendig machen.

Deutsche Beispiele
Die Frau, die gestern Hausa gesprochen hat, ist hier.
Der Mann, welcher hier ist, hat gestern Hausa gelernt.
Das Kind, das ich sah, spielte mit dem Hund.

Im Hausa steht der Relativsatz ebenfalls direkt hinter dem Bezugsnomen. Die Verbindung zwischen Bezugsnomen und Relativsatz wird hergestellt durch:

  1. die Anfügung der Endung -n/-r an das Nomen
  2. das Relativpronomen
  3. die Verwendung des Relativen Aspekts (in Gegenwart und Vergangenheit).

NOMEN-n/r + RELATIVPRONOMEN (dà) + P-A

Beispiele
àmfààni-n dà mukèè yiiNutzen welchen wir machen
der Nutzen, welchen wir (daraus) ziehen
gidan dà mu ganiidas Haus, welches wir sahen
gaanuwaa, dà takèè geewàyee gàriider Wall, der die Stadt umgibt

Relativpronomina gibt es verschiedene Formen

Das häufigste ist dà, das sich auf alle Geschlechter bezieht. Es entspricht sowohl dem deutschen welcher, welche, welches als auch dem der, die, das.

àbin mukà soo. (die) Sache, die wir wollten

Eine häufige Wendung, die verwendet wird um einen Wunsch auszudrücken ist:

àbin dà nikèè sôo ...
Was ich will, ...


Daneben gibt es aber auch ein Relativpronomen, das dem deutschen welcher, welche, welches genauer entspricht. Im Gegensatz zu dà wird bei diesem die Verbindung nicht durch -n/-r hergestellt!

wandàwelcher, welches
waddàwelche
wad'àndàwelche (Plural)

Beispiele:
wurii wandà Audu yakèè ganiider Platz, welchen Audu sieht
mààtaa waddà ta zo(die) Frau, die kam
mutâne wad'àndà sukèè zuwàà(die) Menschen, die (gerade) kommen

Relativkonstruktionen werden in folgenden Kontexten verwendet:

  1. Adverbien, die am Satzbeginn stehen erfordern den Relativ.
  2. Fragewörter (wer?, was?, wo?, wann?) stehen üblicherweise am Satzbeginn und erfordern damit den Relativ.
  3. Objekte, die an den Satzbeginn gerückt werden erfordern den Relativ (Emphase).
  4. Es ist möglich eine nominale Phrase aber auch ganze Sätze mittels nee besonders zu betonen. Steht eine solche Phrase, die auf nee endet am Satzbeginn, dann muß ebenfalls der Relativ verwendet werden.
  5. Relativsätze im eigentlichen Sinn.