Hausa-Online-Lehrbuch 2002 © Franz Stoiber
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Töne I/Überblick

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Narrative Satzintonation/Systematischer Überblick

Die Regeln der narrativen Satzintonation ergeben die Downdrift. Im Folgenden sind die Muster, die sich aus der Tonfolge Hoch-Tief bzw. Tief-Hoch ergeben, systematisch zusammengestellt.
Und, wichtig für die Tonfolge Hoch-Hoch-Hoch-Tief, der dritte Punkt.

Die Beispiele sind in der Länge begrenzt, dh die HT... Muster enden bei HT6, das sind sechs Silben. Die TH ... Muster enden bei TH8. Dies hat seinen Grund darin, dass bei dieser Silbenanzahl der tiefste Punkt des Tieftons erreicht wird. Bei HT6 ist dies die Ebene/Register 1 für den Tiefton am Schluss. Ein folgender Hochton ginge bis Ebene 2, ein daran anschliessender Tiefton wieder nur bis Ebene 1 und so weiter. Das selbe trifft auf die TH Muster zu: Bei TH7 ist der letzte wirkliche Sprung auf die Ebene 1 des letzten Tieftons möglich, bei TH8 ist wieder der Eintritt in die Wiederholungssequenz zu sehen. Wir haben deshalb bei TH8 abgebrochen.
Das heisst nicht, dass es keine längeren Sätze im Hausa gäbe! Einerseits kann natürlich die Melodie am Ende pendeln, andererseits gibt es durchaus Mittel, die Melodie wieder auf ein höheres Niveau zu bringen. Dies wird in küftigen Seiten dargestellt.

Deutlich sind Anfangs- und Endsequenzen zu erkennen:
Beginnt der Satz mit Hochton, dann muss ein radikaler Abfall erfolgen, folgen mehrere Hochtöne aufeinander beginnen sie vorerst auf der Ebene 4 um direkt vor dem Tiefton auf die Ebene 5 zu steigen.
Beginnt ein Satz mit einem Tiefton, dann ergibt sich die Folge der Ebenen 3 - 5 - 3 ..., was ebenfalls eine sehr deutliche Grenze darstellt.
Noch deutlicher ist der Grenzcharakter am Ende des Satzes zu sehen. Vor allem bei der tieftonigen Endung. Vorläufig können wir feststellen, dass die Sequenz der Ebenen 2 - 3 - 1 die deutlichste Grenze darstellt. Weniger deutlich ist die Sequenz der Ebenen 1 - 2 - 1.

Eine etwas andere Deutung der Downdrift findet auf der Seite Alternativen

Wir beginnen die Beispielreihe mit den Sätzen, die mit einem Hochton beginnen. Daran schliessen die Sätze an, die mit einem Tiefton beginnen, der letzte Punkt sind die Sätze, die mit drei Hochtönen beginnen, und denen ein Tiefton folgt.

Die Muster sind mit folgender Nomenklatur versehen: [HT2] bedeutet Hochton-Tiefton, regelmässig wechselnd, zweisilbig. Analoges gilt für die folgenden Bezeichnungen. Tonmuster mit nichtregelmässigem Charakter werden genau bezeichnet: HTHHTT...
In den Beispielen sowohl auf dieser Seite, als auch auf der Beispiel-Seite haben wir die Tonhöhen mit den Nummern der Ebenen/Register bezeichnet.
Ein [HT2] ist dort [5,2], ein [HHHTTH] ist ein [4,4,5,3,3,4] ...

>>[HT2]>>[TH2]
>>[HT3]>>[TH3]
>>[HT4]>>[TH4]
>>[HT5]>>[TH5]
>>[HT6]>>[TH6]
 >>[TH7]
 >>[TH8]
>>[HHHTHH6]

Rechts in den Tabellen befindet sich ein Skizze, die den ungefähren Tonverlauf darstellt. Alle Skizzen befolgen den in der Hausaistik zur Zeit allgemein akzeptierten Vorschlag mit fünf Ebenen oder Registern. Der oft stark abgesenkte Tiefton am Ende eines Satzes ist grafisch durch einen Abhang dargestellt, der auch das Ende der Phrase, in diesem Fall des Satzes bedeutet. Desgleichen sind in den Tabellen die letzten Elemente, ob Hoch- oder Tiefton durch einen Punkt gekennzeichnet.

    Start mit
  1. Hochton

    Äusserung mit zwei Silben [HT2]:

    Baabù.
    Es gibt nicht. (Antwort auf Frage: Gibt es X?).
     
     HT[5,3]
    5H 
    4  
    3  
    2  
    1 T.

    Äusserung mit drei Silben [HT3]:

    Baabù shii.
    Es gibt es nicht. (Antwort auf Frage: Gibt es X?).
     
     HTH[5,3,4]
    5H  
    4  H.
    3 T 
    2   
    1   

    Äusserung mit vier Silben [HT4]:

     
    Baabù teebùr.
    Es gibt keinen Tisch. (Antwort auf Frage: Gibt es einen Tisch?).
     
     HTHT[5,3,4,1]
    5H   
    4  H 
    3 T  
    2    
    1   T.

    Äusserung mit fünf Silben [HT5]:

    Sunàà nuunààwaa .
    Sie sind beim Zeigen.
     
     HTHTH[5,3,4,2,3]
    5H    
    4  H  
    3 T  H.
    2   T 
    1     

    Äusserung mit sechs Silben [HT6]:

    Sunàà nuunàà teebùr.
    Sie sind beim Zeigen.
     
     HTHTHT[5,3,4,2,3,1 ]
    5H     
    4  H   
    3 T  H 
    2   T  
    1     T.

  2. Tiefton

    Äusserung mit zwei Silben [TH2]:

    Àkwai.
    Es gibt.
     
     TH[3,5]
    5 H.
    4  
    3T 
    2  
    1  

    Äusserung mit drei Silben [TH3]:

    Kà jii shì. Du sollst es hören. 
     THH[3,5,1]
    5 H 
    4   
    3T  
    2   
    1  T.

    Äusserung mit vier Silben [TH4]:

     
    Kù jee gàr.ii.
    Geht in die Stadt.
     
     THTH[3,5,3,4]
    5 H  
    4   H
    3T T 
    2    
    1    

    Äusserung mit fünf Silben [TH5]:

    Àlii yà faar.àà.
    Ali soll beginnen.
     
     THTHT[3,5,3,4,1]
    5 H   
    4   H 
    3T T  
    2     
    1    T.

    Äusserung mit sechs Silben [TH6]:

    Kànde tà jee gàr.ii.
    Kande soll in die Stadt gehen.
     
     THTHTH[3,5,3,4,2,3]
    5 H    
    4   H  
    3T T  H.
    2    T 
    1      

    Äusserung mit sieben Silben [TH7]:

    Hànne tà faar.à aikìì.
    Hanne begann mit der Arbeit.
     
     THTHTHT[3,5,3,4,2,3,1]
    5 H     
    4   H   
    3T T  H 
    2    T  
    1      T.

    Äusserung mit acht Silben [TH8]:

    Gòòbe sù ba shì kudààde.
    Morgen sollen sie ihm Cowries geben.
     
     THTHTHTH[3,5,3,4,2,3,1,2]
    5 H      
    4   H    
    3T T  H  
    2    T  H.
    1      T 

  3. Äusserung mit sechs Silben [HHHTHH6]:

    Muusaa yaanàà gidaa.
    Musa ist zu Hause/im Haus.
     
     HHHTHH[4,4,5,3,4,4]
    5  yaa   
    4Muusaa  gidaa.
    3   nàà  
    2      
    1