Hausa-Online-Lehrbuch 2002 © Franz Stoiber
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Die Partikel sai II

6. sai als Partikel der "Folge":
Die Bedeutung von "dann" erhält sai wenn es entweder mit der relativen Vergangenheit oder mit dem Subjunktiv verbunden ist.
6.1. Besonders häufig findet man sai in Erzählungen, wo es den Fortschritt der Handlung "dann" zum Ausdruck bringt:

Beispiele:

Wad'ansu kwààd'ii sunàà kiwòò à fàdamàà, sai sukà hàngi bìjìmai gùdaa biyu. Zwei Frösche waren beim "weiden" im Sumpf, da (dann, in der Folge) erblickten sie zwei Bullen aus der Ferne.
Sai d'ayansù ya cêe.Dann sagte einer von ihnen.
Ya shìga duuduubààwaa, sai ya hangi d'ansa canEr begann intensiv herumzuschauen, dann sah er seinen Sohn dort.

Es kann im vorranstehenden Satz auch eine Begründung für die Hanldlung im sai-Satz stehen:

Sabò dà tsananin àmfàànin kwâl, mutàànee sai sukà juurèè.Wegen des großen Nutzens der Kohle, (deswegen, in der Folge [dieser Erkenntnis] halten die Menschen durch.

6.2. sai steht auch in der Bedeutung "Folge" in Sätzen, die kein Verbum aufweisen [siehe 1.3. Seite 104]. Häufig kann hier die Übersetzung mittels "bis" helfen:

Beispiele:

Sai gòòbe.Bis Morgen.
Mukà yi ban kwaanaa, sai gidaa.Wir verabschiedeten uns, (und machten uns dann auf den Weg nach) Hause.

6.2.1. Sinngemäß paßt hieher auch die Verwendung von sai in Befehlen:

Sai kà zoo.Komm! [Du mußt kommen!]
Sai kù yi aikìì!Ihr müßt arbeiten! Arbeitet!

Allerdings handelt es sich dabei nicht eigentlich um ein Müssen sondern eher um ein Sollen. Das heißt es handelt sich um die Konsequenz, die aus einer bestimmten Situation erwachsen ist/wird.

Hieher gehört auch die feststehende Redewendung

sai kà cêe,"wie", "als ob"

6.3. Sai gaa ist eine Wendung, die die Bedeutung "Folge" mit der zusätzlichen Konnotation der Überraschung verbindet.

Beispiel:

Yanàà cikin hakà, sai gaa ubàn yà koomoo.Er war gerade bei dieser Tätigkeit, als plötzlich der Vater zurückkehrte.

6.4. Wie bereits im obigen Beispiel, dient sai grammatikalisch als Einleitung für den Hauptsatz, dabei sind die vorhergehenden Sätze häufig Umstandsangaben, wie im obigen Satz (Yanàà cikin hakà,.....), oder auch in den folgenden Beispielen:


Indà dukà ka duubàà, sai kà ga shaanu koo mutààne sunàà wani aikì.Wo immer (alles) du hinschaust, (dann) wirst du Rinder und Menschen bei der Arbeit sehen.