Hausa-Online-Lehrbuch 2004 © Franz Stoiber
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Ton-Daten

Wir haben die Tonologie-Seiten des Lehrbuchs erweitert (Juli - August 2004). Vor allem haben wir einige Elemente aus einem wichtigen Werk zur Tonologie aufgenommen, die uns nicht nur aus historischer Sicht wichtig erscheinen. Es ist vor allem der Zugang über die musikalische Notation, der hier demonstriert wird. Hans-Heinrich Wängler hat in seiner Arbeit genau darauf zurückgegriffen. Wir glauben, dass es einen ersten Eindruck aber auch eine grössere Klarheit für die Lernenden/SprecherInnen gibt, die Töne der Sprache ohne semantischen Inhalt wahrnehmen zu lernen.

Wichtig: Alle Beispiele (Ton wie auch grafische) sind nur Näherungen! Vor allem im Bereich der Vierteltöne sind wir noch nicht in der Lage, diese zu reproduzieren, weil wir noch kein entsprechendes Programm besitzen. Sobald wir ein solches haben, werden wir diese Fehler ausbessern. Wir haben jedoch trotzdem eine Annäherung zumindest an den nächsten Halbton gewagt, weil wir glauben, dass ein Modell ebenso hilfreich sein kann. (Für den Composer wollen wir ANVIL danken!)

Die Beispiele stammen aus Hans-Heinrich Wängler, Zur Tonologie des Hausa, Akademie Vlg. 1963

Eine Art von Inhaltsverzeichnis

  1. Einsilbige Tonstrukturen
  2. Zweisilbige Tonstrukturen
  3. Dreisilbige Tonstrukturen
  4. Viersilbige Tonstrukturen
  5. Einbettung der Tonstrukturen in Sätze
  6. Downdrift / Satzgefälle

Wängler konzentriert sich vor allem auf die Tonstrukturen in den Einzelwörtern und geht nur in wenigen Abschnitten auf Tonmuster in Syntagmen ein.

Sein System entspricht der c-Dur Tonleiter, er beginnt beim D und endet beim d'. Dieses System wird grafisch dargestellt und auch wir werden es übernehmen.
H.H. Wängler hat die Tonintervalle auf Vierteltöne genau untersucht. In den Beispielen wurde dies durch die Notation 'C, 'A, 'cis, 'fis, ... wiedergegeben. D.h. das vom Halbton aus ein Viertelton nach oben zu gehen ist. In den Tonbeispielen, die auf diesen Seiten zu hören sind haben wir jedoch nicht (noch) die Viertelintervalle realisiert, wir haben den entsprechenden nächsten Halbton als Demonstrationsobjekt genommen.

Der Grund dafür liegt in unserer Software, die noch keine Vierteltöne kennt. Wir warten aber intensiv auf eine Spende, die es ermöglicht eine entsprechende Software zu erwerben.

Die Abschnitte, die sich auf "Das Wort im Satz" beziehen beginnen auf (103) -(118); es gibt noch einen Bezug auf Satz und zwar im Kapitel "Das sprecherische Satzgefälle" (155)

Interessant ist die Unterscheidung zwischen kürzeren und längeren Syntagmen. Im vorliegenden Werk scheint dies darauf zu zielen, dass die folgenden Wörter in einem Äusserungszusammenhang vorkommen, untersucht und dargestellt wird hier nur deren Verhalten in dieser Umgebung.

Das Wort im Satz, wobei hier ein kürzerer Satz gemeint ist. Folgende Operationen konnten festgestellt werden:

  1. Das Tonmuster verliert im Ganzen an Ausprägung (besonders gegen Satzende)
  2. Einige Merkmale der Tonmuster treten deutlicher hervor (besonders am Satzanfang)
  3. Die absolute Tonhöhe sinkt ab (besonders gegen Satzende)
  4. Die absolute Tonhöhe steigt an (besonders am Satzanfang)

In den Beispielen ist der erste Teil der Tondateien stets das isolierte, der zweite Teil stets das Element im Syntagma. Im Feld der Erläuterung steht sowohl die Abbildungsnummer aus dem Werk Wänglers, als auch die Noten, die den Elementen entsprechen.


Erläuterungen: Am Ende jeder Melodie sind drei Töne, diese sind die Kennung und kennzeichnen das Ende der Sequenz. Wenn sie die Seite mit f5 wieder laden hören sie diese Kennung erneut.
Die grafische Aufarbeitung zeigt mehrere Symbole

  1. Der volle Kreis gibt eine betonte Silbe wieder
  2. Die Kreislinie gibt eine halb-betonte Silbe wieder (unterschiedliche Dicken bedeuten gar nichst!)
  3. Der Punkt gibt eine unbetonte Silbe wieder
  4. die Linien verbinden Töne innerhalb eines Wortes
  5. strichlierte Linien geben eine zeitliche Nähe der Töne an, im Fall der Downdrift sollen sie diese anzeigen.
  6. Fallende Töne sind durch einen senkrechten Strich unterhalb des entsprechenden Hochtons notiert.
  7. Fallende Töne in der Tondatei haben Schwierigkeiten gemacht, wir haben versucht diese in Hochton plus Tiefton aufzulösen und sie zeitlich eng zu komponieren.
  8. Fallende Töne sind in der Transkription durch einen ˆ beschrieben, in der Beschreibung der Notation haben wir in den ersten Dateien nur den Hochton notiert, später aber so notiert: G auf E etc.
  9. Die Vierteltöne sind durch einen Apostroph vor dem Ton gekennzeichnet; etwa: 'H
  10. Wir hören die Töne mit Winamp doch auch der Media Player oder ein anderes Programm sollte laufen.
  11. Für alle Fehler ist der Autor verantwortlich. Beiträge und Hinweise sind äusserts willkommen. Wir werden die Seiten noch weiter ausbauen.
    Und zum Ende der Erläuterungen:

Viel Vergnügen!!

Einsilbige Tonstrukturen
Tiefton
dà ... dàG/F. Das F wird beschrieben als gefolgt von h+h in Satzenstellung
dàà ... dààG/A . Satzanfangstellung des dàà, dahinter folgen Hochtöne in c und cis.
Fallender Ton
dâa ... dâaH/A. Tonhöhe nimmt in Übereinstimmung mit der allgemeinen Tendenz gegen Ende der Äusserung zu ab. Ausnahme sind lautmalende Wörter (s.u.).
kâf ... kâff auf Ais/gis auf Ais
Hochton
kai ... kaif/a auf c'. Hochton neigt am Satzbeginn zu höherem Steigen.
kaf ... kaffis/e. Hochstufen werden eher noch höher ausgesprochen, obwohl die allgemeine Tendenz der Absenkung erhalten bleibt.
d'aa ... d'aaH auf d/Ais. Dem Ais folgt noch ein nèè in F.
Zweisilbige Tonstrukturen
Tief - Tief
dàgà ... dàgà KanòAis + A ('a/A+A/'cis + A
Tief - fallend
àkwâi... àkwâi (mit nachfolgendem Hochton)'c auf f + c/cis auf e + dis (Es wurde 'c als cis genommen!). In den Wörterbüchern wird AKWAI zumeist als àkwai gegeben, Wängler zitiert es als [tief + fallend] daher die drei Töne, die letzten beiden, also e + dis und f + c sind also EIN fallender Ton!
Tief - hoch
d'òòr.ee ... d'òòr.ee nèè.H + 'cis/ G + A. Besonders am Satzende verliert die Kontrastivität, der Charakter bleibt erhalten.
fallend - hoch
kwâllaa ... kwâllaafis auf H + c/ f auf cis + cis. Beides sind satzfinale Elemente, dem ersten Beispiel scheint noch ein Tiefton zu folgen, denn: die Hochstufe wird am Satzende nicht deutlich gesprochen, ausser es folgt einer präfinalen Silbe noch ein finaler Tiefton.
dâbgii ... dâbgii nèè.d auf Gis + Gis/c auf G + 'Gis. Tritt hinter den letzten Hochton dieser Kombination noch ein Tiefton, dann verstärkt sich der Kontrast indem der fallende Ton tiefer fällt.
hoch - tief
dakè ... dakèc +G/H + Fis. Kontrast nimmt wenig ab.
darmà ... dà darmàc + F/ A + F
hoch - hoch
daidai ... daidai nèè.H + 'Ais/A + A. Isolierte Hochtöne neigen zu Kontrastverstärkung, im Syntagma stabilisiert sich die Tonverlauf.
Dreisilbige Tonstrukturen
tief - tief - tief
Im Satz wird diese Tonstruktur "nur im ganzen tiefer realisiert" (Wängler (107)). Am Satzende folgen die Töne wieder der typischen fallenden Tonstruktur. Diese Erscheinungen erfordern einen kurzen Ausflug in die Tonstruktur dreisilbiger Wörter (vgl. Wängler (57)). Drei mögliche Realisierungen kommen vor:
  1. quasi normal
  2. leicht fallend
  3. Stufenmuster
Bei all diesen Mustern ist es wahrscheinlich der Einfluss des Akzentes, der den Tonverlauf steuert.
Wängler (58) stellt zusätzlich zu diesen Varianten noch fest, dass die dreisilbigen tiefonigen Wörter oft auch in einer "gedrückten" Stimme erzeugt werden, die im Gegensatz zur jeweils normalen Stimme der Sprecher steht. (Vgl. Trubetzkoys Trübungskorrelation (Wängler).
1. ràd'àd'àH + H (Entspricht Abb158)
2. hàmàmaA + Gis. .
3. lèècèècèècis auf Ais + c auf Ais + 'H auf Ais
tief - tief - hoch
làkàceec + c + e/ H + H + c
tief - hoch - tief
kèètarààd + fis + A/ Ais + H + Fis. Tonmuster weniger ausgeprägt, sobald es im Satz steht.
tief - hoch - hoch
rùd'aamiicis + f + f/(A) A + H + H
fallend - hoch - tief
b'âlbelàgis auf dis + e +A/ gis auf e + f + c (auf H?)
hoch - tief - hoch
marmàcea + cis +c/ gis + H + c. H+t+h deutlich ausgeprägt.
hoch - hoch - hoch
buushiyaa'g + gis + gis/ gis + a + a. Satzinitial ist die Hochtonfolge noch etwas höher, vgl. die Tonregel mit h + h + h, wobei die Folge erst im dritten Hochton auf die höchste Stufe geht.
Viersilbige Tonstrukturen
tief - tief - tief - hoch
sàkàkàcecis + cis + cis + f/ cis + cis + cis + fis. Am Satzbeginn, hier das zweite??? Muster ist der Abstand tief zu hoch gross, während er im folgenden Beispiel dersleben Tonstruktur am Satzende geringer wird.
k'ùrùnk'ùsaid + d + d + 'e/ Ais + Ais + Ais + H. Satzfinale Tonstruktur des Tonmusters.
tief - tief - hoch - tief
àlluuràcis + g + 'gis + 'A/ dis + a + 'ais + c. Satzanfang erhöht die gesamte Äusserung. Vorläufig noch unklar ist der Sprung in der zweiten Silbe -uu-???
àlmàànì'cis + d + fis + g/ ('H) H + H + d + 'Gis. Satzende zeigt die deutliche Vertiefung und die Einebnung der Differenzen.
Hier besonders deutlich in der Abfolge tief - hoch: die Differenz von tief nach hoch ist stets ca. doppelt so klein wie die Differenz von hoch nach tief!
tief - tief - hoch - hoch
cùkù cukudis + dis + gis + gis/ c + c + d + d. Deutlich die Einebnung der Differenzen.
tief - hoch - tief - hoch
àlgungùmiidis + 'gis + c + H/ c + e + H + c. Dieses Tonmuster zeigt in isolierter Stellung Eigenschaften, die es in die Nähe des Musters [tief + hoch + tief + tief] rückt. Auch die Länge des Auslautes -aa ist isoliert oft nicht hörbar. Dies trifft auf das Wort im Satz nicht zu. Im Beispiel Abb171 ist es die satzfinale Stellung (als Objekt mit deutlichem langem Auslaut.
dààgilgìji ...Ais + cis + c + cis/ Gis + cis + c + cis. In diesem Beispiel tritt wie oben die Kontur viel deutlicher hervor. Dies ist hier, in der satzfinalen Stellung, begleitet von einer Änderung des Akzentes, er wandert von der zweiten an den Auslaut.
tief - hoch - hoch - tief
kùruuruwàcis + fis + fis + H/ c + d + d + Ais. Diese Beispiel zeigt wie die Hochtöne am Satzende abgesenkt werden. Dabei ist allerdings noch nicht klar, was die vorhergehenden Tonmuster waren. Das Satzende kann nicht als eine isolierte Gruppe gesehen werden.
tief - hoch - hoch - hoch
kàraazanaa ... kàraazanaa (nèè)c + dis + dis + dis/ cis + e + e + e. Besonders auffällig ist, wie dieses Tonmuster mit der Akzentverteilung hinsichtlich der Stellung im Satz korreliert. Hat satzintern die zweite Silbe den Akzent, so hat satzfinal die letzte Silbe den Hauptakzent, sie ist nun auch wirklich gelängt. Hat die Länge im Hausa eher grammtikalische/syntaktische Funktion?
hoch - tief - tief - hoch
mahàukàcii ... mahàukàcii (nèè)gis + c + H + c/ dis + Ais + Gis + Ais. Wie im obigen Beispiel verändert sich der Akzent und die Länge der Endung abhängig von der Stellung.
hoch - tief - hoch - tief
samà-samàg + e + f + G/ fis + dis + f + 'Ais. Obwohl die Abstände im satinternen Wort kleiner sind, so ist auch hier der Abstand zwischen tief + hoch im Wortinneren deutlicher geworden, er hat sich verdoppelt.
hoch - tief - hoch - hoch
hak'àr.k'ar.iidis + Ais + H + H/ cis + Gis + A + A. (Keine Veränderungen)
hoch - hoch - tief - tief
gur.un-gùr.ùng + gis + Ais + A/ fis + g + Ais + A. (Keine Veränderungen)
hoch - hoch - tief - hoch
agazàr.iig + gis + cis + c/ g + gis + d + dis. Es gelten die Beobachtungen unter Abb171. Diese Sequenz ist allerdings satzinitial.
hoch - hoch - hoch - tief
gangar.meemèfis + g + g + H/ f + f + f + A. Keine neuen Beobachtungen.
hoch - hoch - hoch - hoch
gargaajiyaaf + f + 'e + 'e/ e + e + e + e. Keine neuen Beobachtungen.

Die Einbettung der Wörter in die Tonstruktur der Sätze

Die Tonstruktur der Wörter bleibt in Sätzen (in den Beispielen kommt nur eine (unbezeichnete) Art von Sätzen vor) prinzipiell erhalten, jedoch findet eine gewisse Verflachung statt.

Hochtöne im Satz ziehen vorausgehende Tieftöne an, dies scheint einer gewissen Sprechökonomie zu entsprechen, wonach das Anheben der Tieftöne dem allgemeinen Absinken der Stimme während der Äusserung entgegengewirkt wird.

Rhythmus

Die Tonstruktur eines Satzes wird durch eine Gliederung desselben erreicht. Vorausgesetzt dabei wird eine "natürliche" Tendenz das Absinkens der Stimme je näher das Satzende kommt. Die Gliederung folgt Phrasengrenzen (Sinngruppenbildungen (115)), die durch Pausen getrennt sind. So wird die typische Hausa Äusserung stark rhythmisch Geprägt. (Beobachtungen unvoreingenommener Personen bestätigen diesen Eindruck. (Stoiber)).
Die Pausen dienen vor allem dazu, den Sprecherinnen eine Erhöhung (Regeneration der Ton Stufenhöhen (Wängler 117)) des Tonansatzes zu durchzuführen. Sie wirken so der Verflachung entgegen, die jedoch nie soweit geht, dass die Intervalle in den Wörtern verschwänden.

Verflachung ist eine starke Tendenz im Hausa. Die Intervalle werden in den Wörtern innerhalb des Satzverbandes immer kleiner, je weiter der Satz fortschreitet. Hier besteht ein eindeutiger Gegensatz zu den Wörtern, die isoliert geäussert werden. Sind bei isoliertem Vorkommen die Gegensätze oft sehr ausgeprägt, so wird dies im Satzverbund vermieden. Im Satzverbund dienen grosse Differenzen als Mittel zu Sprachgebärden, als Ausdrucksmittel.

Erläuterungen: ein | bedeutet eine kleine Pause, || eine grosse und ||| das Satzende. Die eckigen Klammern umschliessen jeweils ein Wort.

Satztonmuster
gegliederter Ablauf
diya ta yi mani ya'a['H + c] | ['Ais + A] [Ais + 'G]
wa wani mutum || diya ta yi masa ja'a[c] [cis + d] [H + c auf Gis] || [Ais + H] [H] [c] [c + A] [Ais + G]
Verflachung des Tonmusters
da an kashe ka a banza[Gis] [cis] [d + A] [A] [A]|||. Gegen Ende des Satzes verbleibt auch der Hochton im Bereich des tieftonigen Wortes à (Gis).
abin da shi ka ci[G + c] [Ais] [H] [Ais] [H auf G]|||. Der Satz ist vom ersten zum letzten Tiefton wie eine Hochebene.
suka tafi da shi[dis + d] [c + cis] [H] [c] |||. Der zweite Tiefton ist deutlich abgesetzt, dann jedoch sind die Differenzen weigehend verflacht.
Regeneration des Tonmusters
ya gàmu dà macììjii yana bisa doki.[cis] [c + cis] [Ais] [c + A + Ais] | [c + Ais] ['H + A] [Ais + G]. Nach der Pause steigt der Hochton über die Höhe des letzten Hochtons (in maciji), folgende Hochtöne bis zum Satzende fallen in Viertel bis Ganztonschritten.
kleine Intervalle und Betonungen
Alla shi ba ka nasara.[c + H] ['H] [c] [H] [H + c + A]. Hier finden kaum Differenzierungen statt.
in an kashe ni.[d] [d] [f + 'Gis] [Ais]. Betonung durch die grosse Differenz in kashe.
sai ya tashi ya tafi gidan sarki.[c] [cis] [d + G] || [c] [H + c] [c + c] [c + c] ||| Das ya des zweiten Äusserungsteils wird beträchtlich angehoben, es befindet sich auf dem gleichen Niveau wie der Satzbeginn.

Das Satzgefälle (Downdrift)

Im folgenden wird aus dem Werk Wänglers einiges zitiert, dass sich in modernerem Gewand als Downdrift etc. präsentiert.

Dieses Phänomen ist in beinahe allen und vor allem in Tonsprachen nachweisbar. Im Hausa existiert das Satzgefälle ebenfalls: die Sprecherinnen senken die absolute Tonhöhe der einzelnen Silben im Verlaufe der Äusserung ab. Dabei bleiben die Intervalle prinzipiell erhalten, sie werden nur kleiner. Die daraus resultierende Einebnung/Verflachung kann theoretisch zu einer völligen Auflösung der Tonstruktur führen. Das ist aber praktisch nicht der Fall, immer dann, wenn die Äusserung unverständlich zu werden droht, heben die Sprecherinnen den Tonverlauf wieder an. Dies geschieht an den Phrasengrenzen, was eine Nachweismöglichkeit für die Existenz von Phrasen und Phrasenstrukturen im Hausa ergibt.
Hans-Heinrich Wängler hat einige Beispiele zu den ablaufenden Prozessen gesammelt, die in der untenstehenden Tabelle wiedergegeben sind:

Töne sinken absolut ab, die Abstände bleiben jedoch gleich.
takàdaa tanàà k'asàà[cis + A + H] [c + fis] [H + F]
takàkaa far.a cèè[c + A + Ais] ['Ais + 'Ais].
Tonmuster sinken absolut ab, die Abstände bleiben jedoch nicht gleich. Hochtöne kommen unbetont nahe an die Tieftöne heran, in satzfinaler Stellung bleiben sie jedoch erkennbar.
wannàn gidaa yanàà kusa dà wancàn gidaa.[H + 'Gis] [A + A] [H + Gis] [A + A] [Fis] [G + F] [G + G]
ya gàmu dà macììji yanàà bisà dookìì.[cis + c + cis] [Ais] [c + A + Ais] [c + Ais] [c + A] [Ais + G]
Tonmuster sinken absolut soweit ab, dass der Intervall am Satzende aufgehoben ist. Hochtöne sind auf dem Niveau des letzten Tieftons.
dàà an kashè ka à banza.[Gis + cis] [d + A] [A] [Ais] [Ais + Ais]
Die semantisch wichtigsten Wörter erhalten eine sehr ausgeprägte Tonstruktur, doch auch die weniger wichtigen erhalten prinzipiell ihre Intervalle.
Àkwai naamàà à kààsuwaa.[G + H] ['H + 'Fis] ['F] ['F + 'Fis + 'Fis]
dookìn nân yanàà gààsaa.[c + Gis] [Ais + 'E] [A + F] [F + Fis]
In den Pausen zwischen den Phrasen/Syntagmen werden die Hochtöne regeneriert. Sie erreichen jedoch nicht wieder die Ausgangslage.
takàda tanàà k'asàà.[cis + A + H] [c + E] [H + F]. K'asàà ist anderweitig als k'asaa angegeben.
Strichliert sind die Linien, die die Downdrift zeigen. Hier sind es die Hochtöne, die die Verbindung halten. Die Phrasengrenze regeniert den Hochton.
wannàn gulààbee sunàà dà fad'ii.[c + A] [H + Gis + Ais] [H + Gis] [Fis] [Gis + Gis]. K'asàà ist anderweitig als k'asaa angegeben.