Ausgewählte Laute

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Modell des Sprachapparates

Der Sprachapparat, dh diejenigen Körperteile, die die Qualität der Laute formen wie sie in der Phonetik verwendet werden, kann akustisch als eine Röhre gesehen werden. Diese Röhre reicht von den Lippen zur Glottis. Innerhalb dieser Röhre strömt die Luft zumeist aus der Lunge heraus und bricht sich an einigen Stellen. Die Lungen atmen den Luftstrom aus, die Glottis versetzt ihn in Schwingungen und ausserdem ist dieser Luftstrom inhomogen, dh es kommen unterschiedliche Geschwindigkeiten zustande. Das alles resultiert in Wellen unterschiedlicher Frequenz. Moduliert werden diese Wellen vor allem durch die Reflexionen, die an den Hindernissen im Mundraum entstehen.

Sind relativ wenige Hindernisse vorhanden dann entstehen die Vokale: die Schwingungen können relativ unbehindert durch den Mundraum reisen. Die Stellung der Zunge und der Lippen moduliert allerdings doch deutlich. Der Laut mit den wenigsten Hindernissen ist der Laut ɘ


Die Laute in der Datei der Reihe nach, Deutsch Franz Hausa verschiedener Sprecher:

VokaleDipht.Konsonanten
  • ɘ
  • a
  • e
  • i
  • o
  • u
  • ö
  • ü
  • au
  • ei
  • eu
  • Plosive
    • b
    • d
    • g
    • p
    • t
    • k
EjektiveFrikativeNasale


Illustrationen


Vokale

ɘAnsatzrohr1Die Skizze zeigt kein Hindernis. Dies resultiert in einer Fn-Struktur wie folgt:
  • F1 500 Hz
  • F2 1500 Hz
  • F3 2500 Hz
  • F4 3500 Hz
aAnsatzrohrAVokal von Franz mit den Charakteristiken: F1 und F2 liegen recht dicht beieinander, die Werte sind
  • F1... 767,64 Hz
  • F2... 1244,65 Hz
  • F3... 2519,77 Hz.
  • F4... 3146.46 Hz
F1 ist nicht sehr deutlich von F2 zu unterscheiden, einerseits kann frau/man sich helfen indem die → dynamic range, die in unseren Beispielen bei 40 dB steht vermindert, es bleiben dann stärkere Balken deutlicher sichtbar, andererseits ist geben die "Verdickungen" in den horizontalen Mustern gute Hinweise. Praat selbst liefert auch gemittelte Werte. Hier ist, bei den Konsonanten und den Verbindungen zwischen Konsonanten und Vokalen etwas Vorsicht geboten.
a So sieht das in Praat aus. Die Werte liegen recht genau bei den von G. Fant op.cit. (212) angegebenen Richtwerten von
  • F1 780 Hz
  • F2 1240 Hz
  • F3 2720 Hz
  • F4 3350 Hz
a Vokal [a] aus dem Diagramm von P.Ladefoged (Many thanks to you all there!),
mit den Werten:
  • F1 770,34 Hz
  • F2 1164,54 Hz
  • F3 2650,79 Hz
  • F4 3486,97 Hz
eAnsatzrohrEBeim [e1] geht die Zunge aus der neutralen Position des [a] hinauf und nach vorne, das bewirkt, das F1 tiefer wird und F2 höher.
  • F1 410,277 Hz
  • F2 2242,09 Hz
  • F3 2757,18 Hz
  • F4 3316,405 Hz
Das [e] ist also deutlich an dem grossen Abstand zwischen F1 und F2 zu erkennen.
iAnsatzrohrIBeim Laut [i] werden diese charakteristischen Abstände noch ein wenig weiter, d.h. je weiter oben und vorne die Artikulation stattfindet desto ausgeprägter sind diese Merkmale.
  • F1 381,54 Hz
  • F2 2303,44 Hz
  • F3 2930,64 Hz
  • F4 3261,77 Hz
oAnsatzrorh oFür den Sprecher Franz hat [o] den Wert für
  • F1 durchschnittlich 517.53 Hz
  • F2 liegt bei etwa 732.79 Hz
  • und der Wert für F3 bei 2770 Hz
.
uAnsatzrohrUFranz [u], als u1, ist eher zögerlich ausgesprochen. Die Formantenstruktur ist bei allen gesprochenen [u] recht blass.
  1. Die Formanten scheinen zweigeteilt, was u.U. an der zunehmenden bzw. am Beginn fehlenden Lautstärke liegen könnte. Vgl:
    • Länge des Lautes 0,4985 Sekunden, davon
    • F1 423,54 Hz mit 0,16 Sekunden und
    • F1 641,44 Hz mit 0,338 Sekunden
    • gleichfalls
    • F2 680,1 Hz mit 0,16 Sekunden und
    • F2 1368,4 Hz mit 0,338 Sekunden
    • und
    • F3 2453,03 Hz mit 0,16 Sekunden und
    • F3 2715,24 Hz mit 0,338 Sekunden
    • F4 3381,17 Hz mit 0,16 Sekunden und
    • F4 3306,56 Hz mit 0,338 Sekunden
u 
  • Das Beispiel in Ladefoged gibt das [u] etwas anders
    • F1 406,179 Hz
    • F2 1779,4 Hz
    • F3 3170,668 Hz
    • F4 4366,08 Hz
  • u Franz [u], als u1, die Formantenstruktur ist hier nun ähnlich, und auch bei anderen Beispielen von Franz2_u1, denen von Ladefoged.
    • F1 537,43 Hz
    • F2 2358,56 Hz
    • F3 3008,69 Hz
    • F4 3478,2 Hz
    uKein Bild Die mask. Durchschnittswerte sind bei Kirsten angegeben mit
    • F1 300 Hz
    • F2 870 Hz
    • F3 2240 Hz

    Identifizierungswege

    Da die jeweils individuellen Werte von Beispielen abweichen können gibt es hier einige Werte zum Vergleich. Der beste Weg ist, die dem eigenen Wert nächsten Werte zu nehmen.
    FnAEɛæIɪOUʊ
    FnFranzKirstenLadef./FantFKL/FFKL/FFKL/FFKL/FFKL/FFKL/FFKL/FFKL/F
    F1767730772/780410530388F530600F660L381270272F390324517KL537KLFKL
    F2124410901177/1240224218401929F18401666F1720L230322902130F19901961732KL2358KLFKL
    F3251924402656/2720275724802764F24102538F2410L293030103323F255027542770KL3008KLFKL
    F43146K3487/33503316K3736FK3609FKL3261KLFKLFKL3478KLFKL


    Beispiele von Übergängen

    i-y Beim Übergang von [i] zu [y] findet eine Verlängerung des Ansatzrohres durch die Ausstülpung der Lippen statt, dies resultiert in einer Absenkung der F2 und F3. Da die Zunge etwa in gleicher Höhe verbleibt ändert sich F1 wenig, die leichte Erhöhung von F1 reflektiert das leichte Absenken der Zunge bei der Lippenbewegung.
    • F1 239, 13 Hz → 240, 91 Hz
    • F2 2181,87 Hz → 1836,91 Hz
    • F3 2975,758 Hz → 2737,04 Hz
    e-ø
    • F1 Die Zungenhöhe verändert sich bei Franz wenn die Lippen vorgestülpt werden. mE Hierzu ein Vergleich ... mEnd
    • F2 und F3 fallen analog der Lippenbewegung
    ɛ- ɶ
    • F1 sollte gleichbleiben, doch Franz hebt wieder die Zunge.
    • F2 und F3 fallen in Übereinstimmung mit der Lippenbewegung nach vorne.
    Vgl.:
    • F1 565,72 Hz → 377,12 Hz
    • F2 1678 Hz → 1512,439 Hz
    • F3 2355,465 Hz → 2312,74 Hz

    Diphtonge

    Hier eine Aufgabe: Was sind die Eigenschaften der Diphtonge?

    Lösungsweg: Eigenschaften bestimmen, Übergänge festmachen.

    Die Werte für [a] und [u] sind:
    a u
    • F1... 767,64 Hz
    • F2... 1244,65 Hz
    • F3... 2519,77 Hz.
    • F4... 3146.46 Hz
    Hier sollte ein Übergang zu finden sein:
    • F1 537,43 Hz
    • F2 2358,56 Hz
    • F3 3008,69 Hz
    • F4 3478,2 Hz
    Eine Skizze gibt das, was wir erwarten wieder:
    Es findet sich ein Übergang, doch etwas anders als erwartet. Keineswegs steigen die F2, 3, 4 in erwarteter Deutlichkeit. Auch F1 benimmt sich eigenartig, gleichwohl es deutlich abfällt. benimmt sich eigenartig, gleichwohl es deutlich abfällt. benimmt sich eigenartig, gleichwohl es deutlich abfällt. Die Beschreibung des rechten Bildes zeigt:
      Der Bereich:
    • a ist als Laut [a] zu hören, die Formanten entsprechen etwa den Formanten die oben beschrieben wurden.
    • Besonders der F1 zieht sich leicht abfallend bis zum Ende der Äusserung
    • F2 liegt bei etwa 1000 Hz, das Muster setzt sich abfallend fort bis es schliesslich am Ende des Bereiches a → ɔ mit dem F1 zu verschmelzen scheint.
    • Danach liegt eine Linie vor, die niederiger als die [a] Linie bei etwa 535 Hz liegt.
    • Die bei 535 Hz liegende F1 Struktur gemahnt allerdings stark an eben das offene [o] und nicht an daas [u].
    • Es gibt einen Bereich, in dem die Formanten am deutlichsten dem [u] entsprechen, dieser ist im Bild mit AU bezeichnet, hier schneidet der F2 die Achse x-Achse bei 2360 Hz.
    • Danach steigt F2 weiter bis ca. 2600 Hz, was wieder dem ɔ entspricht.
    • Auch die restlichen Formanten entsprechen diesem Muster: der gesprochene Laut ist tendenziell ein [ɔ] und kein [u], nur in einem kleinen Bereich finden wir tatsächlich ein [a-u].
    • Die Transkription muss also [aɔ] sein.
    • Phonologisch überprüft werden muss, warum in der Orthographie/Transkription ein "au" notiert wird.
    Ladefoged gibt "au" als [aʊ] = [lax close back rounded]
    Es bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen den U-Lauten von Franz_au und Ladefoged_bAUten:
    1. F1 von Franz_au ist kleiner als von Ladefoged_bAUten
    2. F2 von Franz ist beträchtlich höher als von Ladefoged
    3. F3 von Franz ist ebenfalls beträchtlich höher als von Ladefoged
    4. Bemerkenswert ist, dass Ladefogeds Sprecherin eine Frau ist, die jedoch wahrscheinlich nicht Deutsch als Muttersprache hat.
    a ʊ
    Lautfolge Erl
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    Konsonanten

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    Vokal-Konsonant-Folgen

    LautfolgeSonagrammErläuterung
     Vergleich von [a] in verschiedenen Umgebungen
    Aba Differenzen innerhalb und zwischen [a]1 und [a]3: Vgl.: Aba Differenzen
    Vergleich die Angaben aus [Kirsten, Loci, Plosive] Dauer des [b] über alles ... 0.20412176676689192 seconds
    Aufgaben
    Apa Differenzen in und zwischen [a]1 und [a]3 vgl.: Apa Differenzen
    Dauer des [p] über alles ... 0.24003812978872591 seconds
    AgaSonagrammErläuterung
    AkaSonagrammErläuterung
    AdaSonagrammErläuterung
    AtaSonagrammErläuterung
    LautfolgeSonagrammErläuterung
    LautfolgeSonagrammErläuterung
    Vergleich der Laute [b] und [p] in Aba und Apa
    Apa
    Aba
    • Längen: [p] ist wesentlich länger als [b]
    • in ]p] liegt weniger Geräusch vor, obwohl die Stimmline etwa gleich zu sein scheint.
    • Deutlich ist in beiden die Unterscheidung in die Phasen 1, 2 und 3 (nach Kirsten) zu sehen.
    LautfolgeSonagrammErläuterung
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