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Datum: 03.07.03. Der Name stammt von Julia!

Situationskonzentriertes Sprachenlernen

Die Idee ist: Sprachen sollen an Orten unterrichtet werden, die einen Bezug zum Stoff haben.

Für das Hausa könnte ich die Themen, die aus dem Kraft nehmen. Hier habe ich für viele Themen Beispiele, vielleicht kommen dann auch die Ideen, wo ich das spielen kann.

Das Erste Beispiel ist der Durchgang bei der Garnisongasse, der mich ganz stark an ein zaure erinnert hat. Es soll also diese Einrichtung deutlich gemacht werden. Was soll vermittelt werden?

Zur Vorbereitung:

Es ist die Erlaubnis der Eigentümerin des Ortes einzuholen.
In die Vorbereitung sollte vielleicht die ganze Klasse eingebunden sein(?)

  1. Was ist zaure
  2. Wie verhalte ich mich ein einem zaure
  3. Wie sehen die Rollen aus, die es in einem zaure gibt
  4. Gibt es in der eigenen Kultur ähnliche Situationen? Wo?

Die Klasse kann sich dort versammeln und das/unser zaure anschauen. Dann könnten einige die Rollen der Besucher (der Kommenden), einige die Rollen der Bewohner, übernehmen. Die Besucher kommen und wollen Einlass. Wie wird das gemacht?

In der Vorbereitungszeit ist auch ein Termin für die Nachbereitung festzulegen. In dieser Stunde sollen über die Erfahrungen, die während der Szene gemacht worden sind, berichtet werden.

Zur Durchführung

Die Klasse fährt zum Ort des Geschehens und baut dort die Szene auf. Dieser Aufbau geschieht ganz öffentlich. Dann werden die Handlungen durchgespielt. Am Ende wird die Szene wieder abgebaut.
Die Durchführung wird also wahrscheinlich nicht in einem Zeitraum von nur 2 Unterrichtsstunden beendet werden können. Ein längerer Zeitraum ist notwendig.

Zusammenarbeit mit Firmen und Institutionen. Neben Aufgaben im öffentlichen Raum ist es das Ziel des Kurses, sich mit Firmen und/oder Institutionen abzusprechen, sodass in deren Räumlichkeiten, jedoch vor einer gewissen Öffentlichkeit, die Szene gespielt werden kann. Ob sich Angestellte/Beamte der Firmen/Institutionen aktiv am Geschehen beteiligen sollen ??? ist vorläufig noch offen.

Der theoretische Unterbau

Der erste Gedanke ist, dass die Lernenden Szenen und Objekte in einer Umgebung erfahren, die einen emotionalen Rahmen abgibt. Dies bindet, das was erlernt werden soll stärker in die Gedächtnisstruktur ein, als ein "Auswendiglernen". Die Konzentration auf eine gesamte Umgebung wirkt auf alle Sinne ein. Auf diese Weise wird nicht nur das Hören und Sprechen geübt.

Dadurch, dass aus der Klasse, aus dem Klassenzimmer herausgegangen wird entsteht ein Effekt der Entfremdung. Die vertraute Umgebung wird gegen eine unvertraute eingetauscht. Dazu kommt, dass die Szenen in öffentlichen Räumen aufgebaut werden, wo vorbeigehende Menschen, bzw. Kundinnen/Kunden in Geschäften oder Kaufhäusern, an den Aktionen teilnehmen können. Wahrscheinlich wird sich diese Teilnahme auf Kommentare beschränken, doch kann - und soll - auch eine weitergehende Teilnahme nicht ausgeschlossen werden.
Die Entfremdung wird eine gewisse Verunsicherung mit sich bringen, diese ist der eigentliche Grund des Methodischen Unterrichtes. Sie hilft die Teilnehmerinnen für die zu lernenden Dinge emotional vorzubereiten. Die dem Problem einer fremden Sprache in einer fremden Umgebung gegenüber stehen, was der wahrscheinlichen Situation der praktischen Anwendung der Sprache nahe kommt.
Die Entfremdung ist es auch, die es erlaubt, ja eigentlich erst erzwingt, sich mit der fremden Sprache und damit der fremden Kultur und der eigenen Sprache/Kultur auseinanderzusetzen. Indem wir uns dem Fremden aussetzen, können wir uns in nicht nur mit der Situation in wir in der fremden Kultur sein werden auseinandersetzen, sondern erleben die Fremde sogleich am eigenen Leib. Wir werden uns bei jedem der Teile der Szene fragen, wie wir die beiden unterschiedlichen Kulturen zur Deckung bringen. Wie wir ähnliches und unterschiedliches unter einen Hut bringen können.

 

Hinsichtlich der Planung für einen Deutschkurs, ist hier zu bemerken, dass es gerade nicht die Entfremdung ist, die wirkt. Es sollten sich hier Situationen finden, die einer alltäglichen sehr nahe kommen (vgl.: Themenkreise. Im Prinzip gilt das auch für den Hausa-Unterricht, doch sind hier bestimmte Themen eher schwierig zu erfassen. Vgl. eine Szene bei der Polizei oder auf dem Arbeitsamt.
Deutschkurs: wir sind nicht darauf beschränkt, dass es sich um eine Kurs: "Deutsch für Immigrantinnen" handelt, wir können ruhig auch planen Sommerkurse mit Schülerinnen oder Studentinnen aus dem Ausland durchzuführen. Dafür sollten wir dann Unterkünfte etc auch bereithalten.


Zaure ist der Eingangsbereich des traditionellen Hausa Hauses (gida). Hier können Besucher mit den Personen die sie sehen wollen in Kontakt treten. Vor allem männlichen Besuchern ist es nicht leicht gestattet ins gida selbst einzutreten. Es ist zumeist ein Teil des Hauses, der besonders eindrucksvoll gestaltet ist. So ist die Türe selbst oft durch eine Folge von Bögen, Türstöcken erreichbar. Auch ist über der Türe, den Türstäcken oft ein Sgraffiti mit traditionellen Motiven angebracht. mEArchitekturinformation finden!mEnd


Besucher treten nicht sofort in das zaure ein, sondern grüssen vorerst diejenigen die u.U. vor dem zaure sitzen. Ist niemand dort, dann machen sie durch Händeklatschen oder rufen auf sich aufmerksam. Danach treten die Besucher in das zaure ein, sie begrüssen diejenigen, die sich dort befinden. Das kann der Hausherr sein, oder es sind Haushaltsangehörige, die den Hausherren verständigen. Soll jemand anders gesprochen werden, dann kann das auch dort mitgeteilt werden. Es werden die entsprechenden Personen geholt und das Anliegen kann vorgetragen werden.


Themenkreise Der Unterricht soll um bestimmte Themen kreisen, ein Thema ist ausgewählt und wird uns längere Zeit beschäftigen.
Beispielsweise das Thema:
Einrichtungsgegenstände
In der Vorbereitung soll die Einstimmung auf dieses Thema stattfinden. Dafür können die Unterhaltungen vielleicht bereits auf das Thema "Haus" oder das Thema "Mensch" aufbauen. Die ersten, aber bei weitem nicht alle Einrichtungsgegenstände können erwähnt werden. Die Lernenden sollen fähig sein auf ihrem Arbeitsblatt einige erwähnen zu können.
Die geeignetste Örtlichkeit für dieses Thema ist wahrscheinlich ein Einrichtungshaus. Dort wird dann die Szene aufgebaut: ein begrenzter Raum in dem die Unterrichtsutensilien Platz haben. Von dort ausgehend werden die Lernenden im Kaufhaus herumgeführt. Sie sind dabei in vielleicht zwei Gruppen aufgeteilt, eine Gruppe ist die Gruppe der Verkäuferinnen, eine Gruppe, die der Käuferinnen. Es soll sich nicht unbedingt ein Verkaufsgespräch herausbilden, doch kann es schon sehr nahe an dieses herankommen. Das Ziel ist, dass die Passantinnen den Unterschied zwischen den "wirklichen" Verkäuferinnen und Käuferinnen nicht merken.
Weitere Themenkreise sind in der Datei [MLThemenkreise.html] zu finden. Wird laufend erweitert.

Zu den Themenkreisen ist zu fragen, ob wir nicht ganz spezifische Zielgruppen ebenfals ansprechen wollen? So könnte das Thema Fahrschule aufgenommen werden, aber auch ein Thema das zu einem Beruf passt, wie etwa Automechaniker, Maler, ... In Zusammenarbeit mit einer Schule könnte sich hier ein fruchtbringender Bereich entwickeln.


Arbeitsblätter
Die Lernenden erhalten für die jeweilige Szene, die jeweilige Aufgabe Arbeitsblätter auf diesen finden sie das Thema, ihren Namen und ihre Aufgaben.
Thema
NameXYZ
AnfangHier sollen die Erwartungen, die Rolle oder ähnliches eingetragen sein. Verpflichtend. Die Eintragungen sollen vor allem in der zu erlernenden Sprache sein. Auch zu Beginn. Es ist kein Nachteil, wenn hier zu Beginn nur Stichworte stehen.
AufgabenZ.B.: könnte im Möbelhaus ein bestimmtes Möbel gesucht werden, es wäre dann u.U. zu beschreiben.
BerichtAbschlussbericht ist ebenfalls verpflichtend. Wie der Anfang soll er in der Zielsprache verfasst werden.


Rollen gibt es folgende: Verkäuferinnen und Käuferinnen, Kommende und Da-seiende, Fragende und Antwortende. Es sollten sich zwei Lager bilden, die einander Fragen stellen. Dazu sollte es auch immer eine Rolle der Mitteilenden/Vermittelnden geben. Dies ist eine Rolle, die die Gruppe der Ausssenwelt gegenüber vertritt. Also Fragen beantwortet etc. Für alle Rollen gilt, dass sie nicht immer von den gleichen Lernenden eingenommen werden sollen.