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EIN FUNK-LAN KATAPULTIERT
DAS STUDENTENHEIM "HAUS DÖBLING" AUS DEN 60'ER JAHREN IN
DAS 21. JAHRHUNDERT
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„Als ich im Juni 2000 in einem Artikel in unserer
Heimzeitung angekündigt habe, dass das Computer-Referat
verschiedene Möglichkeiten prüft, Internet in die Heimzimmer zu
bringen, haben dies viele HeimbewohnerInnen für unrealisierbar
gehalten oder vermutet, dass die Umsetzung dieser Idee noch Jahre
dauern könnte“, meint Peter Pichler, Gründer des
Computer-Referats im „Haus Döbling“ und jener Heimbewohner, der
das Funk-LAN Projekt initiiert und organisiert hat.
„Die anfängliche Skepsis wich aber einer wahren
Internet-Euphorie, als Schoeller Network Design in nur wenigen
Wochen im Herbst 2000 ein auf Funk-LAN Technologie der Firma Orinoco
basierendes Wireless LAN inklusive zukunftssicheres High-Speed
Glasfaser Backbone im Heim verwirklicht hat. Seither haben die
Studierenden im Bereich des gesamten Campus „wireless“ - also
kabellos - Zugang zum
Internet - und zwar nicht nur in den Heimzimmern, sondern (mit
Laptop) auch in den Lernräumen, ja sogar auf der Wiese im
Garten.“
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Sogar im Garten funktioniert’s!
Die Reichweite der Access Points erstreckt sich rund um die Gebäude herum
bis in den Garten, sodass man nun überall auf dem gesamten Campus -
sogar auf der Wiese - im Internet surfen kann.
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WAS WÄR' DAS "HAUS
DÖBLING" OHNE FUNK-LAN?
Bei den BewohnerInnen des Studentenheims „Haus Döbling“
erfreut sich das neue Service sehr großer Beliebtheit.
HeimbewohnerInnen können – gegen eine Kaution und eine monatliche
Gebühr - in der Verwaltung ein Funk-LAN Equipment mieten. Schon
nach den ersten erfolgreichen Monaten des Betriebs hatten sich mehr
Heimbewohner registriert, als für eine Kostendeckung als notwendig
errechnet worden war. Und mit jedem neuen Semester steigt die Anzahl
der BenutzerInnen weiter, sodass sich das Funk-LAN voraussichtlich
bereits in wenigen Jahren amortisieren wird. Darüber hinaus trägt
die neue Möglichkeit eines Internet-Anschlusses im Heimzimmer dazu
bei, die Auslastung (Buchungsrate) des Studentenheims
aufrechtzuerhalten bzw. zu verbessern – ein Effekt, der bei der
obengenannten Abschätzung des „return of investment“ noch gar
nicht miteinkalkuliert wurde. In der Tat bedeutet jedes einzelne
leerstehende Zimmer für ein Studentenheim einen (beträchtlichen!)
Entgang möglicher Einnahmen. Wenn man berücksichtigt, dass die
Realisierung von Internet-Anschlüssen hilft, die Anzahl der
leerstehenden Zimmer zu reduzieren, dann erscheint diese Investition
weniger als Kostenfaktor, sondern vielmehr als eine neu erschlossene
Einnahmenquelle.
Ein Internet-Anschluss im Heimzimmer zählt
mittlerweile zu den von der Österreichischen Hochschülerschaft
deklarierten „Minimalstandards für Studentenheime“. Im
Studentenheim „Haus Döbling“ ist die Auslastung nach wie vor
relativ gut, vielleicht auch deswegen, weil gerade noch rechtzeitig
reagiert wurde. Investitionen in die Infrastruktur wie
beispielsweise Internet-Anschlüsse in allen Heimzimmern sind für
Studentenheime eine Notwendigkeit, um einen drohenden Kreislauf aus
geringer Auslastung, sinkenden Einnahmen und der daraus
resultierenden Unmöglichkeit, dringend nötige Investitionen
durchzuführen, zu durchbrechen bzw. am besten erst gar nicht
entstehen zu lassen. Zuvor wurde auch im Haus Döbling die Erfahrung
gemacht, dass einige Studenten wegen der nicht vorhandenen Möglichkeit
eines Internet-Zugangs im Zimmer aus dem Heim ausgezogen sind. Und
von potentiellen Neueinziehern oder Gaststudenten wird immer öfter
die Frage gestellt, ob es ohnehin Internet-Zugang in den Heimzimmern
gibt ... Ja, im Haus Döbling ist dies nunmehr gewährleistet!
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Access Point mit Antenne und Schutzabdeckung der Steckdosen
Derartige APs befinden sich in den Stockwerken 2, 4 und 6 aller Häuser.
Die Geräte sind zum besserer Schutz vor Beschädigung knapp unter dem Plafond montiert.
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PROBLEMENSTELLUNG - ANALYSE UND ANFORDERUNGEN
Das Studentenheim „Haus Döbling“ (ehemals
„Internationales Studentenheim der Stadt Wien“) besteht –
neben Verwaltungsgebäuden – im wesentlichen aus sechs 7-stöckigen
Wohngebäuden, welche auf einem Campus angeordnet sind, und bietet
Wohnmöglichkeit für über 700 StudentInnen in 679 Einzelzimmern
und 21 „Familienwohnungen“. Das Heim wurde in zwei Ausbaustufen
in den 60er Jahren errichtet (1963 und 1968). Leider wurde damals
keinerlei Kommunikations-Infrastruktur eingeplant, es führen weder
Telefon- noch sonstige Kabel (TV, Netzwerk o.ä.) in die einzelnen
Zimmer, ja es sind nicht einmal Schächte für eine nachträgliche
Einleitung vorhanden.
Die Problematik der fehlenden
Einzeltelefonanschlüsse in den Heimzimmern gilt dank der
Mobiltelefonie mittlerweile als gelöst. Der Bedarf nach „Internet
im Studentenheim“ konnte aber von den Mobiltelefon-Firmen nicht
gedeckt werden. Dazu Peter Pichler, Studentenvertreter aus dem Haus
Döbling: „Zur Zeit ist Internet übers Handy einfach noch viel zu
langsam, und auch wenn sich diese Situation durch GPRS und UMTS
vermutlich schrittweise ändern wird, denke ich, dass diese
Technologien auf absehbare Zeit keine adäquate Alternative für
StudentInnen darstellen werden. Denn Studenten wünschen riesige
Bandbreite und download-Volumina im Gigabyte-Bereich zu minimalsten
Preisen - über Mobiltelefone wird dies mittelfristig einfach von
den Kosten her kaum realisierbar bleiben. Einzig ein LAN kann diese
Anforderungen erfüllen.“
KOMPLETTE VERKABELUNG UNFINANZIERBAR
Eine komplette Verkabelung des Heims hatte sich allerdings trotz
Durchspielens verschiedener Finanzierungs-Varianten immer wieder als
unrealisierbar bzw. unfinanzierbar herausgestellt. Wie oben erwähnt,
sind in den über 30 Jahre alten Häusern (reine Stahlbetonbauten)
keinerlei Schächte vorgesehen für eine nachträgliche Einleitung.
Man hätte durch das ganze Heim Schächte „über Putz“ bis in
die einzelnen Zimmer verlegen müssen. Dabei wäre es verständlicherweise
notwendig gewesen, alle 700 Zimmer zu verkabeln. Hingegen wären
zumindest in der Anfangsphase nach Schätzungen auf Basis einer von
der Studentenvertretung durchgeführten Umfrage im Heim lediglich
etwa zwischen 100 und 200 (zahlende) Benutzer zu erwarten gewesen
– mit anderen Worten, der Großteil der Investitionskosten würde
in noch lange nicht benötigte Infrastruktur fließen. Die
ungenutzten LAN-Anschlüsse müssten zwar auch errichtet bzw.
finanziert werden, könnten aber keine Einnahmen erwirtschaften. Ein
Umrechnen der gesamten Investitionssumme in eine allgemeine
Heimpreiserhöhung wurde vom höchsten demokratischen Gremium der
Studentenvertretung, der sogenannten „Heimvollversammlung“,
entschieden abgelehnt. Es wäre unfair, Heimbewohner, die keinen
Internet-Anschluss benötigen, mitbezahlen zu lassen. Eine
individuelle Verechnung wurde gefordert, damit nur jene
HeimbewohnerInnen für einen Anschluss an das LAN bezahlen, die
diesen auch tatsächlich benutzen.
DIE LÖSUNG: EIN FUNK-LAN !
All diese Anforderungen lassen sich eigentlich nur mit einem
Funk-LAN verwirklichen. Bei einem Funk-LAN hält sich der
Verkabelungsaufwand in Grenzen, da Kabel nur von zentralen Switches
zu den (wenigen!) „Access Points“, nicht jedoch bis in alle
Zimmer geführt werden müssen. Darüber hinaus fallen nur für jene
Zimmer Investitionskosten an, wo ein Student wirklich eine Funk-LAN
Karte bzw. einen Internet-Zugang haben möchte und wo andererseits
durch das monatliche Benutzungsentgelt gewährleistet ist, dass
Einnahmen zurückfließen.
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Motorrad-Freund Heli mit dem schnellsten PC im Heim
Der Anschluss ans Internet erfolgt kabellos per Funk über einen
Access Point ("Basis-Station")
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Zuerst wurde von der Studentenvertretung sorgfältig ausgemessen, ob
ein Empfang wirklich in allen Zimmern möglich ist.
Freundlicherweise hat Schoeller Network Design der
Studentenvertretung zu diesem Zweck kostenlos Funk-Equipment zum
Testen zur Verfügung gestellt. Damit konnte die Studentenvertretung
auch den Einsatz der Funk-LAN Hard- und Software unter Linux testen.
Dass das Wireless Equipment neben Windows auch unter Linux
funktioniert, war - neben dem Empfang in möglichst allen Zimmern -
eine der wesentlichen Anforderungen, die durch das System gewährleistet
sein mussten.
KOSTEN, FINANZIERUNG UND FÖRDERUNGEN
Es wurden mehrere Angebote eingeholt und
verglichen, wobei die aus diesem Vergleich resultierende
Kaufempfehlung vom Computer-Referat in demokratischer Abstimmung
beschlossen wurde. Die Geschäftsführung hat sich in dieser
Hinsicht auf die Expertise der Mitarbeiter des Computer-Referats
verlassen. Die Entscheidung fiel einstimmig aus zugunsten der Firma
SND („Schoeller Network Design“). Gute Beratung, Entgegenkommen
bei Tests und Probemessungen, stets ehrliche Aussagen ohne Schönfärberei,
sowie nicht zuletzt die Gesamtsumme des Angebots sprachen dafür,
dass SND das Vertrauen des Studentenheims Haus Döbling“ bekam.
Der Geschäftsführer der „Haus Döbling
GesmbH“, Herr Herbert Pretsch, hat bereits im Sommer 2000
finanzielle Mittel bei der Muttergesellschaft des Studentenheims
umwidmen lassen, um das Projekt „Internet im Heimzimmer“ noch im
Jahr 2000 umsetzen zu können. Weiters konnte die Geschäftsführung
einige Förderungen aus Bundesländern lukrieren. Ja es soll sogar möglich
sein, für derartige Projekte (Internet-Anschluss für
Studentenheime) eine Förderung des Bundesministeriums für
Wissenschaft und Forschung von ca. 30% der Gesamtsumme (oder mehr)
gewährt zu bekommen. Ein dementsprechendes Ansuchen wurde natürlich
gestellt, allerdings hat das Studentenheim diese Förderung leider
(noch?) nicht genehmigt, geschweige denn ausbezahlt bekommen.
NETZWERK-TOPOLOGIE UND TECHNIK
Schließlich wurde nach Beratung mit einem von
der Uni Wien empfohlenen EDV-Consulter Anfang Oktober der Auftrag
vom Geschäftsführer des Studentenheims „Haus Döbling“ an SND
erteilt. Mitte November hatte SND das gesamte Projekt
fertiggestellt.
Im Studentenheim „Haus Döbling“ wurden
„Access Points“ (den Funk-Basisstationen von Mobiltelefonen
vergleichbar) in den geraden Stockwerken (2, 4 und 6) aller sechs Häuser
montiert. Damit ist ein Empfang in allen Zimmern (auch in den
dazwischenliegenden ungeraden Stockwerken) und sogar in den Lernräumen
im Erdgeschoß sowie im Garten möglich. In vielen Zimmern
funktioniert der Empfang mit einer „Wireless LAN Karte“ alleine.
In Zimmern mit weniger gutem Empfang (Eckzimmer) sind kleine
„Verstärker-Antennen“ notwendig, die einfach an die „Wireless
LAN Karte“ angesteckt und ideal im Zimmer positioniert werden können.
Das „Wireless LAN“ arbeitet in einem ähnlichen
Frequenzbereich (ca. 2400 Mhz) wie die Mobiltelefonie (900 bzw. 1800
Mhz). Wesentlicher Unterschied: Die Sendeleistung der Access Points
und Empfangsgeräte ist beim „Wireless LAN“ minimal, und zwar
viel geringer als in der Mobiltelefonie. Dies macht es möglich,
dass Geräte der Firma Lucent / Orinoco sogar für den Einsatz in
Krankenhäusern lizensiert sind, sodass diese Technologie tatsächlich in manchen Kliniken
Verwendung findet (wo Mobiltelefone in
der Regel nicht gestattet sind). Es kann daher von der Sicherheit
bzw. Unbedenklichkeit dieser Funk-Technologie ausgegangen werden.
Die einzelnen Access-Points sind über cat-5
bzw. Gigabit-Ethernet taugliche Kupfer-Kabel an Switches in den
Erdgeschoßen der Häuser angeschlossen. Die Switches selbst sind über
ein zukunftssicheres Glasfaser-Backbone untereinander verbunden. Die
Anbindung ans Internet erfolgt über einen Linux-Router, welcher das
Funk-LAN und das Netzwerk des Computerraums im Studentenheim „Haus
Döbling“ mit der Außenwelt (über Cisco 1605 und ADSL-Modem)
verbindet. In dem genannten Linux-Rechner sind auch eine Firewall-
und „Masquerading“-Funktionalität implementiert – letzteres
ist nötig, da das Studentenheim von der Uni Wien, unserem Internet
Service Provider, insgesamt nur 64 IP-Adressen bekommen hat. Durch
Masquerading erscheinen alle Funk-LAN UserInnen nach außen als eine
einzige IP-Adresse.
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19 Zoll Schrank mit ADSL-Modem (links oben) und Cisco 1605 Router (rechts oben), darunter Switches, Patch-Panels (optisch und cat-5) und Fiber-Converter
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ORGANISATORISCHE ASPEKTE UND VORTEILE DURCH SCHOELLER NETWORK DESIGN ALS KOMPETENTEN PARTNER
HeimbewohnerInnen können gegen Bezahlung einer Kaution das „Wireless-Equipment“
in der Verwaltung mieten. Ab dann wird ein fixer monatlicher
Benutzungsbeitrag zusammen mit der Heimmiete eingehoben, was einen
relativ geringen Verwaltungsaufwand bedeutet. Der Einbau des
Funk-LAN Equipments in einen PC oder Laptop und die Installation
unter Windows sind so simpel, dass die meisten HeimbewohnerInnen
dies mit einer kurzen schriftlichen Anleitung ("Howto") selbst bewerkstelligen können. Zusätzlich
wurde ein „Help-Service“ etabliert, wobei
HeimbewohnerInnen mit Computer-Kenntnissen anderen HeimbewohnerInnen
gegen eine geringe Gebühr das Equipment in den Laptop oder PC
einbauen und korrekt installieren.
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Mit einem Laptop ist Internet-Access auch in den Lernräumen gewährleistet – durch die kleinen Antennen (weiß, auf den Tischen) ist ein Empfang auch im Erdgeschoß (2 Stockwerke unter dem Access Point) möglich
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Die technischen Aspekte des laufenden Betriebs
werden vom Computer-Referat des Studentenheims „Haus Döbling“
in gemeinsamer Teamarbeit verwirklicht: So wird beispielsweise das „Wireless
Equipment“ von Markus Maier nach Rückgabe überprüft. Robert
Hoffmann "managed" das gesamte LAN von seinem Heimzimmer aus.
Reinhard Mayr hat eine Webpage mit Diskussionsforum
und FAQs (frequently asked questions) kreiert. Weiters wird durch
optimale Konfiguration des Linux-Routers, der von Klaus Kreiner
aufgesetzt und jetzt von diesem gemeinsam mit Svetoslav Gergov
gewartet wird, versucht, die vorhandene Bandbreite möglichst
optimal zu managen (Quality of Service). Alle Mitarbeiter des
Computer-Referats unter http://www.univie.ac.at/ISH-Doebling/computer.htm
„Bei sich ständig ändernden Anforderungen und einem stetig wachsenden
Netz gibt es natürlich immer wieder Aufgaben bzw.
Problemstellungen, die von den Studentenvertretern bzw. den
Mitgliedern des Computer-Referats nur schwer selbst gelöst werden können“,
meint Peter Pichler, zuständig für organisatorische Aspekte im
Computer-Referat des Studentenheims. „Daher sind wir froh, im
Systemhaus Schoeller Network Design einen kompetenten Partner
gefunden zu haben – damit haben wir die Gewissheit, auch in
Zukunft gut beraten und betreut sowie für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein!“
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