Willkommen auf den www-Seiten des früheren Lehrstuhls für Mineralogie / Mineralspektroskopie. Dieser Lehrstuhl war im Zeitraum 2006-2009 im Institut für Mineralogie und Kristallographie der Universität Wien integriert und wurde durch die European Commission im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms FP6 als Marie Curie Chair of Excellence finanziert. Lehrstuhlinhaber war Prof. Lutz Nasdala, der zuvor als Professor für Mineralogie am Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig war. Das hausptsächliche Forschungsprojekt lautete „Micro-spectroscopy of radiation-damaged minerals“ (Akronym „MINSPEC“).
Allgemeines
Der Lehrstuhl für Mineralogie / Mineralspektroskopie bestand für drei Jahre (2006-2009). Er basierte auf den jahrelangen Erfahrungen und der internationalen Kompetenz des Instituts für Mineralogie und Kristallographie der Universität Wien auf dem Gebiet der Mineralspektroskopie, speziell der Schwingungs- und Absorptionsspektroskopie. Zu nennen sind vor allem die Arbeiten der Kollegen Dr. A. Beran (IR-Absorption), Dr. E. Libowitzky (IR, Raman), Dr. M. Wildner und Dr. M. Andrut (optische Spektroskopie), welche eine hohe internationale Anerkennung gefunden haben. Diese Kompetenz wurde 2006 mit der Berufung von L. Nasdala als neuer Universitätsprofessor (§ 99 Universitätsgesetz 2002) für Mineralogie mit dem Schwerpunkt Spektroskopie nochmals verstärkt. Prof. Nasdala vertrat in Forschung und Lehre vor allem die Bereiche Raman- und Lumineszenzspektroskopie.
Der neue Lehrstuhl wurde zunächst für den Zeitraum von drei Jahren als Marie Curie Chair of Excellence durch die European Commission finanziert (April 2006 – März 2009); durch Mittel des Rektors und des Dekans erfolgte eine dreimonatige Verlängerung bis Ende Juni 2009. Zwischenzeitlich war nach positiver Evaluierung der bisherigen Lehr- und Forschungsaktivitäten entschieden worden, dauerhaft einen Lehrstuhl für Mineralogie und Spektroskopie (Professur nach § 98 Universitätsgesetz 2002) an der Universität Wien zu besetzen (siehe Entwicklungsplan der Universität Wien). Die Berufung von Prof. L. Nasdala erfolgte zum 1. Juli 2009, im unmittelbaren Anschluss an das MINSPEC-Projekt.
Diese www-Seiten des früheren Marie Curie Chair of Excellence werden bis zum Beginn des Wintersemesters 2009/2010 noch weiter aktualisiert und sollen nach und nach in das reguläre System der www-Präsenz des Instituts für Mineralogie und Kristallographie überführt werden.

Kontaktinformation
Postanschrift:
Institut für Mineralogie und Kristallographie
Universität Wien, Geozentrum
Althanstr. 14
A-1090 Wien, Austria
FAX: +43-1-4277-9532
Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Mitarbeitern sind auf den
individuellen Webseiten angegeben.
Projektzusammenfassung
In den Erdwissenschaften hat sich die Anwendung von Analysetechniken,
welche auf der Spektroskopie von Licht basieren (Infrarotabsorption,
Raman, optische Absorption, Lumineszenz), in den letzten Jahren
in hohem Maße verstärkt. Dies wurde sicherlich durch
eine Reihe analytischer Vorteile begünstigt; zu nennen wären
die geringen Anforderungen an die Probenpräparation sowie
die Möglichkeit, Mikroanalysen zerstörungsfrei durchzuführen.
Erfolgreiche Anwendungen wurden in allen Teildisziplinen der Erdwissenschaften
publiziert. Dementsprechend sind immer mehr Arbeitsgruppen daran
interessiert, diese Techniken in der eigenen Forschungstätigkeit
anzuwenden. Dieser sehr positiven Entwicklung steht allerdings
negativ gegenüber, dass die Spektroskopie in der erdwissenschaftlichen
Lehre nur untergeordnet vermittelt wird und es auch vergleichsweise
wenige Experten im Bereich der Erdwissenschaften gibt. Häufig
erlernen interessierte Mineralogen spektroskopische Grundlagen
von Physikern, Chemikern oder Werkstoffwissenschaftlern, welchen
wiederum die speziellen Erfahrungen mit Mineralen fehlen. Insgesamt
sind die gegenwärtigen Ausbildungsmöglichkeiten für
Nachwuchswissenschaftler aus dem Bereich der Erdwissenschaften
als sehr limitiert zu betrachten. Dadurch bedingt sind viele
Erdwissenschaftler, die Spektroskopie betreiben, „Autodidakten“ auf
diesem Gebiet; eine Folge ist, dass Interpretationen z.T. auf Irrtümern
basieren und auch immer wieder „Halbwahrheiten“ publiziert
werden. Das hauptsächliche Ziel dieses Lehrstuhls ist es,
die Möglichkeiten für an Spektroskopie-Techniken interessierten
Erdwissenschaftlern in Lehre und Forschung zu verbessern und schließlich
ein europäisches Zentrum für Mineralspektroskopie am
Institut für Mineralogie und Kristallographie der Universität
Wien zu etablieren.
Die hauptsächlichen Ziele des Lehrstuhls beinhalten (1) Ausbildung
von Studenten, Doktoranden und Gastforschern, (2) Vermittlung von
praktischen experimentellen Erfahrungen durch Involvierung in verschiedene
Forschungsprojekte und (3) eine deutliche Verbesserung der
Verbreitung von experimentellen Informationen und Ergebnissen,
bezüglich der erdwissenschaftlichen Anwendung der oben genannten
Licht-Spektroskopien. Hierdurch soll dazu beigetragen werden, den
gegenwärtig existenten Widerspruch zwischen hohem Interesse
an der Anwendung einerseits und limitierter Forschungserfahrung
andererseits abzubauen.
Die Forschungstätigkeit des Lehrstuhls wird zwei Aspekte
miteinander kombinieren. Die Hauptrichtung wird bestimmt durch
detaillierte Untersuchungen von Veränderungen in Mineralen
als Folge radioaktiver und anderer Bestrahlung. Zudem wird besonderes
Augenmerk auf den Einsatz spektroskopischer (in Kombination mit
anderen strukturellen, isotopischen und chemischen) Techniken bei
der Bearbeitung verschiedenartigster erdwissenschaftlicher Probleme
gelegt. Letztere werden (wie schon in der bisherigen Forschungstätigkeit
des Lehrstuhlinhabers) in verschiedenen Disziplinen beheimatet
sein; zu nennen sind Petrologie (insb. Hochdruckphasen), Geochemie,
Biomineralogie, Edelsteinforschung, etc. Hierdurch soll versucht
werden, Studenten und Doktoranden die Möglichkeit zu geben,
sowohl in ihrem eigenen Forschungsthema detailliert aktiv werden
als auch mineralogisch breite Erfahrungen erwerben zu können.
Insgesamt ist ein wichtiger Aspekt der Forschungsaktivitäten
darin zu sehen, die Qualität von Lehre und Ausbildung zu unterstützen.