(verfasst von Hans G. Feichtinger, Stand Juli 2002) , ausführliche Details auf der ERASMUS home-page der Uni Wien.
Allgemeine Informationen über Stipendien-Möglichkeiten (weltweit) sind am besten über das Büro für internationale Beziehungen (Uni-Homepage) oder das Bundesministerium zu bekommen.
Die wichtigsten Stipendien-Programme der EU sind das ERASMUS Programm sowie das LEONARDO Programm (Industrie-Projekte).
Für beide Kategorien
gilt:
Man kann jedes der beiden EU--Stipendien-Programme
nur einmal im Laufe des Studiums in Anspruch
nehmen.
Die Stipendien-Höhe beträgt normalerweise
ca.
EURO 350-400 (+einmal Reisekosten) und soll die Mehrkosten durch
einen
Auslandsaufenthalt abdecken, nicht aber die Grundkosten (ein "normales"
Stipendium läuft daher weiter).
Zielstaaten: alle EU-Länder (teilweise auch assoziierte Staaten)
Voraussetzung: entsprechender Studienerfolg (mind. 1 Studienabschnitt), vorzugsweise Vorbereitung bzw. Realisierung von Diplomarbeiten.
Anmeldung: bei Prof. Hans G. Feichtinger, Koordinator für das Fach Mathematik. So früh wie möglich (idealerweise 1 Jahr vor Antritt), bitte Aushänge beachten!
Dauer des Stipendiums: mind. 3 Monate, höchstens 12 Monate (zu beachten: Da die Stipendien nach akademischen Jahren gerechnet werden, ist es wegen der "nur-einmal-Klausel" notwendig einen einjährigen Aufenthalt mit dem Wintersemester zu beginnen!)
Verlängerungsmöglichkeit: wenn man sich für das WS entscheidet, ist eine Verlängerung (vor Ort) auf ein ganzes Jahr meist unproblematisch, umgekehrte Reihenfolge (Beginn im Sommersemester) geht leider nicht!
Leistungen: Für das ERASMUS-Stipendium sind 6 Wochenstunden pro Semester (abgelegte Prüfungen) nachzuweisen. Alternativ ist die Bestätigung der/des Diplomarbeits-BetreuerIn/S beizubringen, daß im Rahmen des Aufenthaltes mit kompetenten KollegInnen an der Diplomarbeit bzw. Dissertation erfolgreich gearbeitet wurde (z.B. Material-Aufarbeitung)
Zielorte: a) in erster Linie Universitäten, mit denen bereits ein Vertrag besteht: (Lulea/SWEDEN, Berlin, Heidelberg und Jena /BRD, Cork /IRELAND, Jussieu = Paris VI /FRANCE, Padua /ITALY, Santiago di Compostella und Autonoma de Madried /ESP ) aber es ist auch sehr oft möglich, durch Tausch mit anderen Fächern andere Destinationen zu realisieren, d.h. ...
b) Universitäten zu besuchen, mit denen für andere Fachbereiche bilaterale Verträge bereits existieren (Kontingente müssen dann getauscht werden)
c) es gibt auch noch, für besondere Fälle, den Begriff des
"free movers" (wenn es gar keine Verträge, aber sehr gute
Begründungen
gibt), werden in den letzten Jahren immer restriktiver
behandelt.
Anerkennung: Im Normalfall ist vor der
Nominierung
(meist via Internet) zu eruieren, welches Lehrangebot die
Ziel-Universität
anbietet (im Fach).
Eine entsprechende Liste von beabsichtigten Lehrveranstaltungen wird
dann vom Vorsitzenden der STUKO (derzeit Prof. Hanisch) gesichtet, sodass
im Falle der Einhaltung des Plans (ist nicht vorgeschrieben) aber
jedenfalls
die Anerkennung im Rahmen des lokalen Studiums garantiert ist.
Die LEONARDO Industrie-Stipendien laufen nun
ähnlich,
es muss eine Zusage eines ausländischen EU-Betriebes
(Forschungsabteilung)
vorgelegt werden, wonach einerseits die Durchführung eines
Industrie-Projekts
von der Firma betreut wird, und andererseits auch (in bescheidenem
Ausmaß)
honoriert wird.
Derartige Stipendien geben die Möglichkeit, schon während
des Studiums die Realität in einer (internat.) Forschungsabteilung
kennenzulernen (ohne grosses Risiko, aber mit grossen Chancen, und dabei
auch ein Diplom- oder sogar Dissertations-Thema zu "lukrieren").
Fähigkeit zum Umgang mit mathematischer Software (z.B. MATLAB oder MATHEMATICA) wird dabei typischerweise von den einschlägigen Betrieben erwartet (das Arbeiten mit solchen Programm-Paketen ist oft Bestandteil des Industrie-Projektes)
Im Laufe der letzten Jahre wurden 4 solche Industrie-Projekte (vor allem mit Philips in Eindhoven) realisiert. Ich bemühe mich auch, den Kontakt zwischen den Interessenten und den aus dem jeweiligen Land zurückgekehrten KollegInnen per E-mail zu etablieren, um einen möglichst guten Austausch von Erfahrungen (unabhängig von meiner Präsenz) zu sichern.
Weitere Anmerkung: Das ECMI (European Consortium for Math. in
Industry)
veranstaltet seit einigen Jahren sogenannte MATHEMATICAL MODELLING
WEEKs, wo jeweils eine internationale Gruppe von ca. 25 – 30
StudentInnen
an "echten Problemen" (die von interessierten Firmen gestellt werden) in
Kleingruppen arbeiten. Eine solche Erfahrung ist sicherlich auch als eine
gute Chance zu sehen, wie man sich als MathematikerIn in der "freien
Wildbahn"
(bzw. in einer Gruppe) bewähren kann, wenn es um die Lösung von
konkreten (noch nicht voll math. ausformulierten) Problemen geht.
Für den ersten Kontakt, bzw. für Termin-Vereinbarung empfohlen E-mail an Prof. Hans G. Feichtinger,
Darüber hinaus vergibt die Fakultät aus einem eher
bescheidenen Budget-Topf Reisemittel für Studenten, die im Rahmen
ihrer Diplomarbeit eher kurzfristige Auslandsaufenthalte zum Zweck der
Forschungstätigkeit (Recherchen im Rahmen von Diplomarbeiten oder
Dissertationen, Kontakt zu führenden Experten).
Solche
Anträge müssen fachlich gut begründet
sein und rechtzeitig eingereicht (typischerweise
gibt es pro Jahr 2-3 Einreichtermine) werden.
Typischerweise sind auf diese Weise Aufenthalte von der Dauer von 2 Wochen
bis ca. max. 2 Monaten realisierbar.