HERZLICH WILLKOMMEN!

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"Herzlich Willkommen" – dieser Gruß mag Ihnen angesichts der Durchführung eines Auswahlverfahrens in der Studienrichtung Publizistik- und Kommunikationswissenschaft vielleicht unangebracht erscheinen, aber: wir meinen es ernst! Entgegen der landläufigen Vorurteile haben Sie sich für ein Zukunftsfach entschieden, für ein Studium, in dem Ihnen Kompetenzen vermittelt werden, die für den beruflichen Erfolg in der Mediengesellschaft notwendig sind.

Nicht nur ist Publizistik kein "Modestudium" (ein Begriff, mit dem Kritiker seit über 30 Jahren das Fach belegen und damit unter Beweis stellen, dass sie gleich viel über Mode wie über das Studium wissen), es ist auch nicht "brotlos". Arbeitsmarktstatistiken und –studien zeigen, dass die Berufsaussichten der AbsolventInnen vergleichsweise gut sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Studium keine "Journalistenausbildung" ist, sondern für eine breite Palette von Kommunikationsberufen vorbildet: etwa Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Markt- und Meinungsforschung, Kommunikationsberatung und auch – aber eben nicht nur – Journalismus in Print-, elektronischen und digitalen Medien. Das Vorurteil vom "Modestudium" führte in der Vergangenheit zu einem fatalen Fehlschluss: die Wissenschaftspolitik glaubte (zu) lange, dass sich der Zustrom zum Institut durch mangelnde Ausstattung (Räume, Personal) von selbst reduzieren würde. Das Gegenteil war der Fall: stetig steigende Studierendenzahlen, desaströse und international nicht vergleichbare Betreuungsverhältnisse, kurz: unzumutbare Lehr-, Forschungs- und Studienbedingungen. Die Universitätsleitung hat Initiativen gesetzt, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte auszugleichen.

Mit der Einführung des Bakkalaureats hat sich die Situation für Studierende deutlich entspannt, weil es gelang, durch mehr Mittel für die Lehre kleinere Gruppengrößen in Lehrveranstaltungen zu realisieren und ein Studium in der Mindestzeit zu ermöglichen. Selbst bei den Großvorlesungen kam es durch Tutoriumsbegleitung und eLearning zu Verbesserungen. Einen äußerst wichtigen Schritt zu positiven Veränderungen stellt die Aussicht auf neue Institutsräumlichkeiten dar. Durch den für August 2012 geplanten Umzug werden Arbeits- und Studienbedingungen möglich, die sich deutlich von den derzeitigen unterscheiden werden. Wer jetzt mit dem Studium beginnt, wird an dessen Ende nicht mehr der größten Wanderklasse Europas angehören. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch Raumkapazitäten und Personalstand natürliche Grenzen gesetzt sind. Nach wie vor würden wir uns wünschen, dass alle Studierwilligen auch studieren können, aber diesem Wunsch stehen objektiv unüberwindbare Hürden gegenüber: mehr StudienbeginnerInnen kann das Institut mit seinen derzeitigen Kapazitäten nicht verkraften. Zur Illustration nur eine Zahl: wollte man das durchschnittliche Betreuungsverhältnis in Österreichs Universitäten von 113 Studierenden pro Professur erreichen, bedeutete das eine Verzehnfachung der Professorenstellen am Institut. Und selbst zusätzliche Mittel können die Situation nicht von heute auf morgen verbessern. Dass ein - noch - auf drei Adressen aufgeteiltes, räumlich aus allen Nähten platzendes, personell so unterbesetztes Institut trotz allem auf internationale Reputation, Forschungsvernetzung, steigende Drittmitteleinnahmen etc. hinweisen kann, wird zwar von niemandem gewürdigt. Aber: es macht uns stolz und deshalb werden Sie uns nie jammern hören! Im Gegenteil: wir freuen uns, dass Sie Ihr Studium bei uns beginnen! Versuchen Sie, sich mit den Studieninhalten auseinanderzusetzen und hadern Sie nicht mit dem Schicksal, in einem Studienjahr zu uns gekommen zu sein, in dem wir gezwungen sind, ein Auswahlverfahren durchführen.

Daher trotz allem: ein gutes Semester und nochmals herzlich willkommen!

Hannes Haas                                                                             Klaus Lojka
Stv. Institutsvorstand                                                                        Studienprogrammleiter


Für den Inhalt verantwortlich: Hannes Haas und Klaus Lojka