Integrations- und Desintegrationspotentiale neuer Technologien am Beispiel von Multi User Dimensions.
Eine empirische Analyse gemeinschaftsbildender Prozesse in kollaborativen Environments
Spieler- und Konversationsgemeinschaften im Internet erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Teilnahme an sogenannten multi user domains
(MUDs) führt nicht nur zur Konstituierung virtueller Gruppen, sie beeinflusst auch Struktur und Umfang realweltlicher persönlicher sozialer Netzwerke.
Ergebnisse einer Befragung von 40 österreichischen MUDern im Rahmen der empirischen Forschungsarbeit "Integrationspotentiale Neuer
Technologien am Beispiel von MUDs" zeigen, daß unterschiedliche Spiel-Milieus (im vorliegenden Fall das textbasierte MUD Silberland, die 3D Welt
von Ultima Online sowie das 2D Chat-environment von Palazzo) jeweils spezifische Spieler-Typen anziehen, die sich auch hinsichtlich ihrer Lebensstile
und ihrer sozialen Stellung unterscheiden. Ein hohes Maß an Kommunikationsbereitschaft trifft allerdings auf alle MUDer zu, und die Vertrautheit mit
dem Computer kann als Voraussetzung für den Zugang zu MUDs gelten. Mithilfe des Fischer-Namensgenerators wurden die sozialen Netzwerke der Befragten erhoben und einer Typologie zugeordnet. Die in virtuellen
Environments aufgebauten sozialen Beziehungen tragen zur Erweiterung und Verdichtung des engeren (durch die Faktoren Hilfeleistung und
Vertrautheit charakterisierten) sozialen Netzwerkes der Befragten bei, sind aber hauptsächlich als Beziehungen mit Geselligkeitscharakter einzustufen, die
zu einer Ausweitung des Bekanntenkreises führen.
(Projektleiter: Univ.-Ass. Mag. Gerit Götzenbrucker, Mag. Bernd Löger, Andreas Berger, Markus Mayer und Heimo Reiter)
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