Internationales Rechtsinformatik Symposion IRIS 2015: 26.-28. Februar, Universität Salzburg

Wir danken den Sponsoren, SMEs und der Zivilgesellschaft für die Unterstützung des IRIS2014! Danke für IRIS2015 – eine tolle Unterstützung!

Neuigkeiten / News zum IRIS2015

Freitag, Weblaw Fotowettbewerb: Die Preisträger/The Winners

Donnerstag, LexisNexis Best Paper Award: Die Preisträger/The Winners

Eröffnung am Donnerstag: Hier ist die Präsentation von Erich Schweighofer IRIS2015_Eröffnung_26feb15_v2_kl

Updates per Twitter #iris2015

Mttwoch: sehr interessante Präsentation und Diskussionen um die Gründung eines LII Austria; diese sollen während des IRIS weitergehen!

Wie immer eine tolle Stimmung beim Empfang der EUROLAWYER Götzl und Thiele.

 

Morgen Mittwoch geht es los …. 17h Gründungsveranstaltung des LII Austria.

Die TOP-10 Papers des LexisNexis Best Paper Awards wurden nominiert. Herzlichen Glückwunsch! Kurzpräsentation bei der Preisverleihung am Donnerstag, 18 h, Langpräsentation in der jeweiligen Session.  Mehr …. LexisNexis Best Paper Award.

IRIS2015 Plakat verfügbar!

Bitte um Beiträge / Call for Papers

Das Internationale Rechtsinformatik Symposion IRIS findet 2015 bereits zum 18. Mal statt und hat sich als größte und bedeutendste wissenschaftliche Tagung in Österreich und Mitteleuropa auf dem Gebiet der Rechtsinformatik einen festen Platz erobert.
Der Schwerpunkt der Tagung liegt im Informationsaustausch der führenden österreichischen aber auch internationalen Rechtsinformatiker/innen über die rechtsdogmatischen, technischen, wirtschaftlichen, sozialen und philosophischen Fragestellungen des Rechts in der Wissensgesellschaft. Die nächste Tagung steht unter dem Generalthema

Kooperation

Demokratische Rechtssysteme bedürfen der Kooperation (nach lateinisch cooperatio „Zusammenwirkung“, „Mitwirkung“) zwischen dem Volk (von dem das Recht ausgeht), den Stakeholdern, der Regierung als auch den juristischen Dienstleistern. Die Informations- und Wissensgesellschaft mit dem Streben nach digitalen Grundrechten erfordert hier grundlegendes Umdenken bei den Juristen. Fortschritt, mehr Effizienz, weniger Kosten oder – sportlich formuliert: citius, altius, fortius – wird zu einem wesentlichen Ziel der Jurisprudenz im 21. Jahrhundert. Die Entwicklung ist schleichend, aber nachhaltig und die Rechtsinformatik steht im Zentrum. Vieles ist schon geschehen.

Der erste Mehrwert der Digitalisierung war die Bereitstellung der wichtigsten Rechtstexte in einer Cloud für alle – in der Form von Rechtsinformationssystemen (wie RIS oder EUR-Lex). Heute werden diese Textkorpora mehr und mehr durch Bilder, Grafiken, Entscheidungslisten, Ablaufdiagramme, Ontologien und Logiken ergänzt und unterstützt. Die zentrale und öffentliche – als Open Data – verfügbaren Cloud wird durch eine Vielzahl von privaten Clouds ergänzt (Rechtsinformationsprovider, Aktenarchive als Cloud usw.). Ergänzt wird dies durch Big Data: Niemals zuvor war so viel Wissen über die Welt verfügbar.

Juristinnen haben immer Wissen geteilt; aber das „Wie“ wandelt sich in der Wissensgesellschaft grundlegend. Es geht immer mehr in Richtung der Nutzung möglichst aller Wissensquellen, wodurch Recherche, E-Discovery und (semi)automatische Materialienanalyse in den Vordergrund treten.

Juristen teilen Wissen, in dem sie publizieren; Wichtiges behalten sie auch für sich und teilen dies erst, wenn es notwendig ist. Die wesentlichsten Quellen waren bisher Sammlungen dieses Gelehrtenwissens, sei es als Entscheidungssammlung von Gerichten oder als Handbuch oder Kommentar. Diese immer noch vorherrschende Form der kooperativen Sammlung und Analyse in der durch unterschiedliche Autoritäten gekennzeichneten Wissenslandschaft einer Rechtsordnung ändert sich. Das Teilen von Wissen wird weniger durch formale Veröffentlichung gekennzeichnet, sondern wird quantitativ häufiger, intensiver und auch einem Diskurs ähnlicher, was bei den starren Veröffentlichungsformen nur unzulänglich möglich war. Das Teilen von Meinungen, das Aufzeigen von Gegensätzen, Zweifeln, usw. wird möglich ist kann in mehr Diskursen fruchtbar genutzt werden. Davon profitieren letztlich alle. Soziale Netzwerke stehen für diese Entwicklung. Innovative Verlage bemühen sich schon, diese Vielfalt der Meinungen für ihre Kunden aufzubereiten.

Rechtsinformatik wird – wie schon seit langem die Verwaltungsinformatik – zunehmend durch kooperative computer-gestützte Kooperation dominiert. Rechtsinformationssysteme (wie RIS oder EUR-Lex) wie auch Bürgerinformationsplattformen (wie HELP.gv.at) sind für alle nutzbar. Aber auch andere Texte werden seit langem wiederverwendet (wie beim Mahnverfahren der Justiz), aber hier ist durch semantischen „Mark-up“ noch viel mehr machbar. In der europäischen E-Justiz werden „intelligente Formulare“ forciert; dies gilt auch für E-Government. Hier liegt ein wesentliches Potential für die (Semi-)Automatisierung.

Rechtliche Verfahren – Gesetzgebung wie auch Rechtsanwendung – sind durch mehr Partizipation gekennzeichnet. Die Stakeholder, darunter immer mehr auch die Zivilgesellschaft, publizieren ihre Standpunkte und erwarten, dass diese in der jeweiligen autonomen Entscheidung des Parlaments, der Behörde oder des Gerichts auch berücksichtigt werden. Dieses Mehr an Akteuren, Standpunkten, Meinungen und Informationen ist nur durch moderne Wissenssysteme mit ausreichender Semantik handhabbar. Es wird komplexer, es geht ein wenig in die Nutzung des Wissens der Massen („wisdom of the crowds“).

Das Rechtssystem muss leistungsfähiger und effizienter werden, um die wesentliche Rolle in der Wissens- und Netzwerkgesellschaft auch ausüben zu können. Die Zukunft der Juristen hängt davon ab, dieser Herausforderung zweckmäßig zu begegnen.

Die IRIS-Konferenz ist bekannt für ihre interdisziplinäre Ausrichtung als auch die Einbeziehung der Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Daher bitten wir um Beitragsvorschläge, insbes. zu formalisierten Verfahren mit „intelligenten Formularen“, „neues Wissensmanagement“ durch leichten Zugriff auf Rechtswissen wie Aktenarchiv in der Cloud, E-Partizipation sowie die damit verbunden rechtlichen Fragen der digitalen Grundrechte, des Verfahrensrechts als auch des Datenschutzes. Ein wesentliches Ziel des IRIS2015 ist es, die Wechselwirkungen der Kooperation im Recht aufzuzeigen und zweckmäßige praktische Lösungen zu finden.

IRIS2015 will nicht die Thematik der Plattform dominieren; Sie als Vortragende bestimmen letztlich das Programm mit ihren Vorschlägen. Ihr Thema und Ihr Beitrag sind uns wichtig, auch wenn diese nicht durch das Leitthema abgedeckt sind.

Konferenzsprache ist Deutsch bzw. teilweise auch Englisch. Von den etwa 6 Tracks wird ein Track in Englisch abgehalten.

Anmeldung/Registration

Einreichung/Submission (EasyChair)

Website: http://www.univie.ac.at/RI/IRIS15/

Twitter: @ESchw, Hashtag #iris15