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FARBKNOPF-SEHTEST (nach FARNSWORTH)

Abt. Retinale Neurobiologie, a.Univ.Prof. Peter Ahnelt, Inst. f. Physiologie, Med. Univ. Wien

Autor: Lorenz Pollak (email)

Quick-Links: Einführung Anleitung TEST Interpretation Literatur Links

Einführung

Viele Farbsehstörungen sind charakterisiert durch das Fehlen oder einen Defekt von einem oder mehreren Photopigmenten der Retina.
Jeder von ihnen resultiert in einer typischen Verwechslung von bestimmten Farben.
Die häufigste Form von farbsehgestörten Individuen ist der Dichromat. Bei diesem fehlt eines der drei normalen Zapfenpigmente, sodass Farben durch eine Mischung von nur zwei Farbmechanismen erkannt werden (im Gegensatz zu drei Farbanteilen bei normalen Trichromaten).
Dann gibt es Individuen, die alle drei Arten von Photopigmenten besitzen, aber trotzdem eine verminderte Farbunterscheidung zeigen. Sie werden als anomale Trichromaten klassifiziert.
"Protan-" bezieht sich auf langwellige (rote), "Deut(er)an-" auf mittelwellige (grüne) und "Tritan-" auf kurzwellige (blaue) Photorezeptoren der menschlichen Retina.

Anleitung

Das Ziel dieses Tests ist es, die Farbknöpfe der Reihe nach zu ordnen und zwar nach ihrer Farbe. Beginnen Sie, indem Sie den Farbknopf aus der unteren Fläche auswählen, der dem Referenz-Farbknopf ganz links in der grauen Box am ähnlichsten sieht.
Nachdem Sie alle Farbknöpfe in der grauen Box plaziert haben, klicken Sie auf <Finished> um zu Ihrem Ergebnis zu gelangen.
Wenn Sie den Test von Neuem beginnen wollen, klicken Sie auf den <Reset> Knopf.

Achtung!: Dieser Farbsehtest ist nur eine Simulation und kein objektives Testverfahren.
Aufgrund der Tatsache, daß jeder Monitor ein individuelles Farbprofil besitzt und die jeweiligen Beleuchtungsverhältnisse nicht beeinflußbar sind, kann keine einheitliche Testumgebung sichergestellt werden. Deswegen darf das Testergebnis weder als Bestätigung noch als Widerlegung einer tatsächlich bestehenden Farbsehstörung dienen.

Interpretation

Wir demonstrieren hier zwei verschiedene Arten, nach denen ein Anordnungstest von Farbknöpfen bewertet werden kann.
Die erste ist eine graphische Repräsentation der verwendeten Testfarben in einem "Farbraum" (das CIE-Diagramm). Jeder Farbknopf entspricht einem kleinen Kreis and alle zusammen bilden sie eine Art Ellipse um den Weiss-Punkt des Diagramms. (In einfacheren grapischen Darstellungen bilden sie eine kreisähnlichere Form). Diese kleinen Kreise sind in der Reihenfolge, in der die Farbknöpfe gelegt worden sind, durch Linien verbunden.
Individuen mit bestimmten Farbsehstörungen neigen dazu, typische Anordnungsfehler zu machen. Diesen Fehlern entsprechen dann Verbindungslinien, die das Zentrum der Ellipse in einem charakteristischen Winkel kreuzen (dieser Winkel ist die Verwechslungsachse eines bestimmten Photopigments). Um diese Verwechslungsachsen in Ihrem Ergebnis-Diagramm zum Vergleich sichtbar zu machen, klicken Sie einfach auf die entsprechenden Checkboxen.

Die zweite Methode den Farbsehtest zu bewerten wurde von Vingrys und King-Smith (1988) erfunden und bietet eine quantitativere Einteilung. Sie besteht im wesentlichen aus der Bestimmung von "Farbunterschiedsvektoren" von benachbarten Farben in einem Farbraum. Die nachfolgende Analyse erzeugt drei wichtige Werte:
(1) "Angle" kennzeichnet die Verwechslungsachse und gibt damit Rückschluß auf die Art der Farbsehstörung.
(2) "C-Index" ist der Verwechslungs-Index, der ein Maß für den Schweregrad des Farbdefekts darstellt.
(3) "S-Index" ist der Streu-Index: er gibt den Grad der Streuung, Zufälligkeit oder Selektivität der gewählten Anordnung an. Vingrys und King-Smith meinen, daß diese drei Werte ausreichen, um eine Reihe von kongenitalen oder erworbenen Farbsehstörungen zu differenzieren.

Art der Farbwahrnehmung Angle Major Radius Minor Radius Total Error S-Index C-Index
Normal 62.0 9.2 6.7 11.4 1.38 1.00
Kleiner Fehler -12.1 9.8 9.2 13.4 1.07 1.06
Protanomalie 28.3 18.0 8.2 20.4 1.97 1.95
Protanopie 8.8 38.8 6.6 39.4 6.16 4.20
Deuteranomalie -5.8 25.4 9.6 27.5 2.99 2.75
Deuteranopie -7.4 37.9 6.3 38.4 6.19 4.10
Tritanomalie -80.8 16.3 6.4 17.5 2.57 1.77
Tritanopie -82.8 24.0 6.4 24.9 3.94 2.60

Literatur

Vishnevsky, E. (1997) The Chromaticity Diagram and Color Gamut Applet (website)

Baro, J.A. and Lemkuhle, S. (1991) InSight2 - InColor v1.01. (HyperCard)

Farnsworth, D. (1943). The Farnsworth-Munsell 100-hue and dichotomous tests for color vision. Journal of the Optical Society of America, 33, 568-578.

Rushton, W.A.H. (1972). Pigments and signals in colour vision. Journal of Physiology, 220, 1-31.

Rushton, W.A.H. (1975). Visual pigments and color blindness. Scientific American, 232, 64-74.

Vingrys, A.J. and King-Smith, P.E. (1988). A quantitative scoring technique for panel tests of color vision. Investigative Ophthalmology and Visual Science, 29, 50-63.

Links

Functional Retinal Morphology
Website d. Arb.Gr., Info zu Biologie und Evolution des Farbensehens

WebVision
Grundlagen und Details zu Struktur und Funktion von Netzhaut und Visuellem System (engl)

Technische Voraussetzungen

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