(ital. Colombo, Cristoforo; span. Colón, Cristóbal),
* 1451 (Genua) - 1506 (Valladolid).
Genuesischer Seefahrer in spanischen Diensten. Nach Seefahrten, die
Kolumbus unter anderem nach England führten, ließ sich Kolumbus
1479 in Portugal nieder. In Pierre d´Aillys "Imago Mundi"
fand er den von Aristoteles, Strabo und Seneca übernommenen Gedanken,
in westlicher Richtung nach Indien zu gelangen, und arbeitete fortan an
Plänen zu einer Westfahrt.
Dabei wurde er durch den ermunternden Bericht und die Karte des Astronomen
Paolo
Toscanelli an König Johann II. von Portugal bestärkt.
Dieser hatte allerdings die Entfernung zwischen der Küste Westeuropas
und der Ostküste Asiens zu kurz berechnet, ein gefährlicher Irrtum,
dem auch Kolumbus erlag. Kolumbus nahm Verbindung mit Toscanelli auf und
wurde von diesem in seinen Plänen bestärkt.
Auch der Nürnberger Reisende und Kaufmann
Martin
Behaim, den Kolumbus in Lissabon kennenlernte, setzte sich dafür
ein.
Verhandlungen mit Johann II. blieben aber ergebnislos. So trug der nach
Spanien übersiedelte Kolumbus 1486 Königin Isabella I. von Kastilien
sein Pläne vor. Am 17. April 1492 unterzeichneten die spanischen Regenten
Ferdinand II. von Aragon und Isabella I. von Kastilien in Santafé
einen Vertrag mit Kolumbus über eine Expedition nach Ostasien. Kolumbus
erhielt drei Schiffe ("Santa Maria", "Pinta" und "Niña"),
die erbliche Würde eines Großadmirals und Vizekönigs der
"Neuen Welt" sowie den Anspruch auf ein Zehntel der zu erwartenden
Gewinne.
(Karte)
1. Fahrt: Kolumbus verließ am 3. August 1492 Palos, entdeckte
am 12. Oktober Guanahani (=San Salvador), am 27. Oktober 1492 Kuba und
am 6. Dezember 1492 Hispaniola (=Haiti), wo er eine spanische Niederlassung
gründete. Am 15. März 1493 traf er wieder in Palos ein.
2. Fahrt: 25. September 1493 bis 11. Juni 1496. Mit 17 Schiffen
und etwa 1.500 Mann erreichte Kolumbus am 3. November 1493 die Kleinen
Antillen, am 19. November Puerto Rico und entdeckte am 4. Mai 1494 Jamaika.
Nach Differenzen unter den Spaniern kehrte Kolumbus nach Spanien zurück.
3. Fahrt: 30 Mai 1498 bis 25. November 1500. Kolumbus gelangte zur
Küste Südamerikas und zur Insel Trinidad. Auf Anschuldigung der
Siedler gegen ihn entsandte die Krone F. Bobadilla, der Kolumbus
und seinen Bruder Bartolomé in Ketten nach Spanien bringen ließ.
4. Fahrt: 9. Mai 1502 bis 25. November 1504. Nach weitgehender Rehabilitierung
startete Kolumbus erneut mit vier Schiffen und etwa 150 Mann von Spanien
und gelangte zur Küste Mittelamerikas. Hier hörte er 1502 von
Indios, daß sich jenseits einer vermuteten Landenge ein Ozean erstreckt.
Von Jamaika aus kehrte Kolumbus krank nach Spanien zurück, wo er vergessen
starb.
Kolumbus glaubte bis zu seinem Tode, Indien erreicht zu haben. Er war zwar von der Kugelgestalt der Erde überzeugt und im Besitz aller nautischen Kenntnisse seiner Zeit, doch hatte er nicht mit der Existenz eines Kontinents zwischen Europa und Asien gerechnet (Karte).
Literatur: