La Pérouse, Jean François Galaup, Comte de

* 1741 (La Gua, Albi) - † 1788 (Vanikoro, Melanesien)

Französischer Weltumsegler, der bereits in den Jahren 1759-83 erfolgreich in Seeschlachten im englisch/französischen Krieg gekämpft hatte. Im Auftrag König Ludwig des XVI stach er mit den beiden Fregatten La Boussole und Astrolabe am 1. August 1785 in See. Das zu bewältigende Programm dieser Weltumseglung umfaßte u.a. eine Untersuchung des Handels der Spanier, Portugiesen, Engländer und Russen im Pazifik, das Sammeln positiver Nachrichten über die Freundschaftsinseln (Tonga-Gruppe), die Louisiaden, die Awatscha- oder Bering-Inseln, die Kurilen, die Riu-Riu-Inseln, Formosa, die Marianen, die Karolinen, die Molukken, die Ile de France (Mauritius) und das Kap Bouvet. Weiters sollten der Carpentaira-Golf und Neuseeland erforscht werden. La Perouse hatte zahlreiche Gelehrte an Bord.

La Perouse umrundete Südamerika, segelte im Ostpazifik nordwärts, streifte die Osterinsel und die Sandwich-Inseln (Hawaii) und wandte sich dann westwärts in Richtung Philippinen; danach nahm er Kurs auf Japan und Korea, wobei er die La Perouse-Straße zwischen Hokkaido (Japan) und Sachalin entdeckte.
Nach Aufenthalten an den geplanten Stationen fuhr er nach Petropawlowsk auf der Kamtschatka-Halbinsel. von dort ging es wieder in die Südsee nach Manua (Amosa), wo zehn Besatzungsmitglieder beim Wasserholen von Einheimischen erschlagen wurden.
Nach Aufenthalten in der Botany Bay (Australien) - der letzten Station, von der er Boten mit Aufzeichnungen nach Frankreich schickte - sollte die Reise nach Neukaledonien und nach Santa Cruz de Medaña weitergehen. Nahe der Santa Cruz-Insel Vanikoro in Melanesien, gingen die beiden Schiffe im Sturm verloren.

Der Grund der Katastrophe konnte nie eindeutig geklärt werden. Peter Dillon aus der französischen Karibik (1788-1847) fand 1826 auf der Insel Tikopia auf einem Degenstichblatt das Lilienebmlem und erfuhr daraufhin, daß vermutlich die Nachbarinsel Vanikoro der Ort war, wo La Pérouse mit seiner Mannschaft zugrunde ging. Der französische Seefahrer Dumont d´Urville fand vierzig Jahre später Überreste der Astrolabe, des Flaggschiffes von La Pérouse.

Trotz des Unglücks war das wissenschaftliche Resultat der Unternehmung beachtenswert und half einige kartographische Ungenauigkeiten bzw. Fehler der Holländer zu korrigieren. Er verfaßte einen ausführlichen Bericht über die Osterinsel.

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