* 1541Spanien - 1595 Santa Cruz-Inseln
Seefahrer aus dem nordspanischen Galizien und Neffe des Gouverneurs Lope Garcia de Castro von Peru, was ihm 1567 den Auftrag zu einer Entdeckungsfahrt im Pazifik einbrachte. Mit den Schiffen "Los Reyes" und "Todos Santos" brach Medaña am 19.1.1567 in Callao auf mit dem Ziel, jenen Südkontinent zu entdecken, den die Geographen der berühmten Schule von Dieppe auf ihren Karten (an der richtigen Stelle des heutigen Australien) eingezeichnet hatten. Medaña war ein Konquistador mit hohen Idealen, aber unerfahren, seine Kapitäne Sarmiento de Gamboa und Pedro de Ortega waren jedoch ausgezeichnete Seeleute.
Erst auf Westsüdwest-, dann auf Westnordwestkurs, fuhr Medaña ähnlich wie Ferdinand Magellan an den Inseln in Zentralpolynesien vorbei und entdeckte am 15.1.1568 als erstes Land eine kleine Insel der Ellice-Gruppe. Im Februar desselben Jahres gelangen ihm dann die wichtigen Entdeckungen dieser ersten Reise in der Salomonen-Inselgruppe, also im bis dahin so gut wie unbekannten Melanesien. Eine aus mitgebrachten Teilen zusammengesetzte flachgehende Brigantine erleichterte das Vorankommen zwischen den Inseln mit ihren teilweise heftig durchströmten Kanälen. Die Eingeborenen auf den entdeckten Inseln erwiesen sich in überwiegendem Maße als feindselig, sodaß Medaña Mühe hatte, seinen Leuten Zurückhaltung und Schonung der Melanesier aufzuerlegen. Von Guadalcanal aus wurden alle großen Inseln der Salomonen entdeckt und einige kleinere sowie die ösltich davon liegenden Rennellinseln - insegesamt Inseln, die nach Medaña rund 200 Jahre nicht mehr angelaufen worden waren. Die Expedition geht weiter nach Norden, wo Medaña einige Inseln der Marshall-Inselgruppe entdeckt und weiter bis 30° nördlicher Breite in Richtung Kalifornien. Von dort fährt er die amerikanische Küste südwärts entlang. Im September 1569 erreichten beide Schiffe wieder den peruanischen Hafen Callao.
1595 brach Medaña zu seiner zweiten großen Entdeckungsfahrt
auf, die er mit vier Schiffen bestreiten konnte. Vom peruanischen Hafen
Payta aus segelte er in dieselbe Richtung wie beim ersten Mal, nur stieß
er diesmal bereits in den Marquesas (Zentralpolynesien) auf neue Inseln,
nämlich Fatu Hiva, Hiva Oa und Motane (Juli 1595). Sein zweiter Mann
war Pedro Fernandez de Quiros, der auch
die meisten Berichte zu diesen Reisen verfaßte. Auch hier blieb Medaña
für annähernd 200 Jahre der einzige Europäer. Am 29. 8.1595
wird Niulakita, eine Insel der Ellice-Gruppe, erreicht. Im September wird
Santa Cruz (heute: Ndende) westlich der Salomonen erreicht. Der ursprüngliche
Gedanke auf einer der Inseln eine Siedlung anzulegen - wofür Medaña
von einigen Siedlern mit ihren Frauen begleitet worden war - erwies sich
sowohl aufgrund der gespannten Beziehungen zu den Eingeborenen als auch
aufgrund der Krankheiten, als undurchführbar.
Medaña starb, ebenso sein Schwager Don Lorenzo de Barreto.
Medañas Frau Doña Ysabel de Barreto führte die
Expedition erfolgreich weiter zu den Karolinen, wo Ponape wieder- und die
Insel Peguenema neuentdeckt wurden, und zu den Philippinen (Februar 1596)
Im Dezember desselben Jahres war Doña - inzwischen mit Pedro Ferndandez
de Quiros verheiratet - wieder in Acapulco.
Literatur: