Tordessilas, Vertrag von

1494 in Tordessillas (Provinz Valladolid, Spanien) geschlossener Vertrag zwischen Spanien und Portugal, der die Einflußbereiche in den neuentdeckten außereuropäischen Gebieten regelte. Auf Vermittlung und durch einen Schiesspruch Papst Alexander VI wurden Besitz- und Entdeckungsräume zwischen den beiden konkurrierenden Mächten entsprechend abgegrenzt. Ein erster derartiger Vorschlag im Jahre 1493 wurde ein Jahr später leicht abgeändert.
Dabei wurde eine Demarkationslinie um den 46 ° westlicher Länge festgelegt. Alle Gebiete westlich davon fielen der spanischen Einflußsphäre zu, alle Gebiete östlich dieser Linie Portugal. Die in dieser Regelung nicht implizierte Tatsache, daß die Erde eine Kugel ist, eröffnete den Spaniern die Möglichkeit über den westlichen, längeren, Seeweg auch "östliche" Gebiete wie beispielsweise die Marianen-Inselgruppe und die Philippinen in ihren Einflußbereich zu bringen, ohne dabei portugiesische See- und Handelswege zu kreuzen.



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