Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie
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konsensuale Lebensgemeinschaft
Definition:
Eine auf mündlicher Übereinkunft beruhende, eheähnliche (siehe auch: Ehe ) Lebensgemeinschaft eines koresidierenden Paares, das keine formelle bzw. rechtmäßige Heiratszeremonie durchgeführt hat, obwohl diese in der betreffenden Gesellschaft die Norm sind.

Eine besondere Form der Ehe: abhängig von der Ehedefinition. Unter der Voraussetzung/ Annahme, daß die Geburtsrechte/Legitimität/Elternschaft das entscheidende Kriterium sind, handelt es sich hier um eine eheliche Beziehung [Marvin Harris 1989: 161f]

Zum übergeordneten Begriff
Anmerkung:
Im Unterschied zur Ehe kommt diese Form der Beziehung ohne einem ausdrücklichen, durch öffentliche Bezeugung bekräftigten Ehekontrakt aus, sondern beruht einzig und allein auf einer wechselseitigen Willenserklärung der beteiligten Partner.

Das hohe Vorkommen solcher Gemeinschaften in bestimmten sozialen Gruppen (z.B. in schwarzen Familien in der Karibik oder in den USA) führte zu Debatten, ob es sich hierbei um ein pathologisches Phänomen (i.e. Index der sozialen Disorganisation) oder um ein normales Muster in derartigen Sozialgruppen handle. In diesem Zusammenhang wurde darauf verwiesen, daß die rechtmäßige Ehe oft als Ideal angesehen wird, obwohl konsensuale Lebensgemeinschaften zu bestimmten Stadien oder durch ökonomische Gründe die Regel seien [Macmillan Dictionary of Anthropology 1986: 52].

Englisch: consensual union

  © Lukas, Schindler, Stockinger 1993-11/10/97