Drug druga (1991)

[*]

Ich habe den deutschen Text nicht gelesen, falls es einen gab. Auf Englisch werden Lothar de Maizière in einem "Newsweek"-Interview jedenfalls zwei bemerkenswerte Aussagen zugeschrieben.

Die eine: Wenn ein DDR-Orchester Schostakowitsch intoniere, so werde das authentischer geschehen als bei einem westdeutschen Orchester.
Zusammenlebens, des Mitmenschlichseins, die in der DDR entstanden sei und die zum guten Erbe dieser 40 Jahre zähle. Sie sei zu erhalten.[1]

Beide Dinge hätte Vaclav Havel vielleicht noch etwas schöner sagen können, aber ihm geht, im Gegensatz zu de Maizière, etwas sehr Wesentliches ab: er hat derzeit keinen älteren Bruder und kann darum glauben, unter Freunden wählen zu können. Der große Bruder der DDR ist übermächtig da, eine Wahlmöglichkeit für irgendetwas scheint kaum gegeben zu sein. In mehrerer Hinsicht ist der große Bruder die große Autorität. Seine moralische Autorität ergibt sich offiziell aus seiner Entwicklung und Bewahrung demokratischer Institutionen, heimlich aber auch aus seiner Stellung zum Nationalsozialismus als Teil deutscher Geschichte. Die intellektuelle Autorität ergibt sich daraus, daß der Anschluß westdeutscher Wissenschaft an den Westen schon seit geraumer Zeit funktioniert, daß also Rawls, Kohlberg, Apel und andere Philosophen die Autoritäten auf dem Gebiet der Ethik sind, und nicht Reagan oder Kohl.[2] Die wirtschaftliche Autorität ist ohnedies unumstritten, da kein einziges der bundesdeutschen Unternehmen, soviel man hört, die Konkurrenz aus dem Osten zu fürchten hat, die Bilanz der andern Seite hingegen bekanntlich übel aussieht.

Der kleine, bis auf weiteres kapitalarme Bruder wird also lernen müssen: daß es nicht angeht, sich unter welchen Vorzeichen auch immer die "guten" Teile des nationalen Erbes herauszusuchen und weiterzuführen zu wollen, die andern hingegen zu leugnen, daß es vielmehr nötig ist, zu sagen, daß das "Wir" der Deutschen von 1990 auch in der Nachfolge des "Wir" von 1933-45 steht; er wird lernen müssen, daß er diese Vergangenheit bislang nicht bewältigt hat und wie das zu tun sei. Er wird ferner lernen müssen, daß er bisher Teil eines peripheren Teils der Menschheit war und also ein Pensum nachzulernen hat, um den Anschluß an die Weltspitze zu finden, wozu aber Sensibilität den slawischen Kulturen gegenüber nicht in erster Linie gehört. Schließlich wird er vertrauensvoll sein ökonomisches Schicksal in die Hand von Experten legen dürfen. Die einzelnen werden schon einsehen, daß es im Wesen und in der Natur des Menschen liegt, einander zu konkurrenzieren und zu bekämpfen, daß es also nur zum Besten aller ist, wenn niemandem etwas geschenkt wird.[3]

Der Sache nach, nicht der Macht und dem Verlauf der Dinge nach, ist auch der große Bruder gefordert zu lernen, was es heißen kann, nach diesen vierzig Jahren und auf eine zukunftsweisende Art deutsch zu sein: wird er aber lernen wollen, Schostakowitsch authentischer zu interpretieren, wird er die Formen mitmenschlichen Zusammenlebens beim kapitalarmen Bruder überhaupt wahrnehmen wollen? Was werden die Deutschen in diesem neuen großen Staat vom Erbe der DDR übernehmen wollen, und was bedeutet es für uns andere Deutsche, deren "Vereinigung" nicht zur Debatte steht, wenn in diesem Prozeß weiter so hemmungslos vergessen und verdrängt wird, wie das jetzt den Anschein hat?

Österreich ist, was (noch?) nicht alle Deutschen wissen dürften, eine Bundesrepublik, die aus Ländern besteht. In Österreich ist die Mehrheit der Bevölkerung deutscher Muttersprache, deutscher Tradition. "Wir" sind daher nicht nur Nachbarn und Beobachter, "uns" verbindet zum Beispiel einiges auch mit Sachsen (wenn es denn Sachsen wieder geben soll). Innerhalb der deutschen Kultur und Geschichte haben die Länder Österreichs mit dem Land Sachsen mehr gemeinsam als letzteres mit einigen Ländern der künftigen Groß-BRD. Aber es stand nie im Ermessen Sachsens oder anderer Länder, den Schilling als neue Währung einzuführen. Es kam keiner Regierung je in den Sinn, auf eine solche Situation hinzuarbeiten. Dabei wäre doch eine Konföderation neutraler Staaten von der Ostsee bis zum Mittelmeer nicht von vornherein absurd gewesen.[4]

Der Gedanke scheint nur deshalb so gänzlich absurd, weil es, im westlichen wie im östlichen deutschen Staat, schon seit langem nur noch um "Deutschland" gegangen ist, das es offenbar nur als ein einziges geben kann. Jetzt blieb nur mehr die Frage, wer festsetzen würde, was das sei: DEUTSCHLAND. Klar schien den Deutschen der BRDDR sehr bald, daß Deutschland "einig Vaterland" sein sollte, womit eine Formel gefunden war, wie wir sie antiquierter höchstens noch in einer postmodernen Ausstellung der Gegenwartskunst erwarten hätten dürfen. Ein Phantom war damit benannt, das die Einheit aller - aller was? aller "Deutschen" [5] benennen und beschwören konnte. Einem Großen und Ganzen gegenüber bleibt immer der Rest. Unter uns Restdeutschen wird sich irgendwann auch wieder die Meinung verbreiten, es ließe sich einzig im einen Staat aller Deutschen leben, und auch für diesen Fall wird die Definitionsgewalt jetzt festgelegt.

In solcher Situation sind Eroberungen und Vereinnahmungen Alltag. De Maizières eingangs zitierte Äußerungen muten daher geradezu heldenhaft an. Die Helden sind heute weder unter den trauernden Hinterbliebenen noch unter jenen zu suchen, denen alles zufällt, sondern es sind diejenigen, die das nicht aufgeben wollen, was sie an Gutem und Menschlichem in ihrem Leben schaffen wollten und, wie begrenzt auch immer, geschaffen haben. Für die heutigen Helden in der DDR war der Sinn hinter dem Einbrechen der Mauer die offene Welt, nun erlebten sie als das real existierende Ziel dahinter das KaDeWe. "Ein Volk steht auf und geht nach Bilka", wurde schon im Winter ein Graphiker aus Ostberlin zitiert.[6] Und auch das ist schon wieder Episode.

Auseinandersetzung ist nicht mehr vonnöten, denn was in den Büchern stand, die da altväterisch gesetzt auf schlechtem Papier zu uns gelangten, ist mitsamt den Umschlägen und Autoren Makulatur. So will es der Markt und so wollen wir's. Jetzt ist nicht die Zeit für uns, die offenen Grenzen zu nützen um zu sehen, was sich da drüben entwickelt hat, denn es steht fest, daß unter der Knute sich nichts entwickeln konnte. So können die lästigen, langatmigen Texte zwischen reclam und MEGA endlich auf den Müll wandern, die alten Anbiederungen haben keinen Sinn, keinen Partner mehr. Mit dem "zweiten deutschen Staat" hat es ein unrühmliches Ende genommen, er stellt sich als das Letzte heraus. Die Moral siegt auf allen Linien, zugleich mit dem Markt, und am Ende ist beides eins. Es siegt der Geist, der stets vereint, hat Herbert Hrachovec jüngst gesagt.[7]

Vierzig Jahre hat also der Spuk gedauert und jetzt ist es vorbei[8]. Der Westen steht als Billigbieter da; es ist leicht, zu nehmen und zu wählen die Auswahl bei allen Dingen ist groß; so auch auf dem Gebiet der Philosophie. Und was wird geboten in dieser großen Zeit?

Es ist keine Frage, daß "die da drüben" lernen müssen, was sie zwei Generationen lang verschlafen haben: den freien Fluß der Ideen, den Tanz der Träume, das Spiel des Marktes. In ein paar Wochen oder Monaten ist die Dialektik der Aufklärung, der kritische Rationalismus und die Mauer des Pazifik zu bewältigen, zudem der tanzende Kosmos, die Besitzethik der Gnus und die Methode der Dekonstruktion. Wer kann das? Gleichgültig, wer überleben will aus dem "andern Teil" (Deutschlands, Europas) wird es müssen. Es ist ihr Problem.

Und was ist unser Problem? Sieger schreiben Geschichte, auch Philosophiegeschichte, aber verstehen sie sie besser als die Verlierer? Was eigentlich ist der Theoriebestand des Westens, um die neue Situation zu erfassen?

Gehen wir getrost davon aus, daß es nach dem Zerfall der M/L-Orthodoxie auch die Einheit dessen in keinem Hirn mehr gibt, was die M/L-Theoretiker notdürftig zu einer solchen zusammengeschlossen hatten: die "bürgerliche Philosophie". Klar wiederum, daß niemand ernsthaft sich unter dieser Einheit etwas hatte vorstellen können, aber das ist nicht mehr die Frage. Philosophen stehen plötzlich, wie die NATO, erstaunlich feindlos da, das trägt nicht dazu bei, sie für wichtig zu halten. Was sie in dieser Situation tun, gleicht der Wirtschaftsanpassung: die konkurrenzunfähigen Abteilungen des bisherigen Denkbetriebs mit all seinen Folianten auf grauem Papier werden eingestampft, der Rest wird saniert und die Produktpalette aus dem Westen setzt sich linear fort. Neu daran ist nur der größere Markt. Seltsam bleibt, daß es zwar nicht ein Paradigma gibt (sowenig wie einen Autotyp), daß es aber trotzdem für alle klar zu sein scheint, was keinesfalls mehr zählen darf: das Erbe jener vierzig Jahre DDR.9 Was die Philosophie hierbei leisten soll, klingt gefährlich naiv: sie müsse "wieder eingesetzt werden in die Stellung, die ihr rechtens an einer europäischen Universität zukommt, nämlich in die des öffentlichen Wächteramtes zugunsten der geistigen Freiheit. In diesem Amt verfügt die Philosophie nur über ein einziges Mittel der Macht, nämlich das der überzeugenden Argumentation."[10] Dem stand wohl bislang die Macht der überredenden Administration entgegen, aber darf man denn ernstlich meinen, nun werde nur mehr argumentiert und es sei das Interesse daran so stark, daß "die Philosophie" zu diesem Wächteramt "eingesetzt" werde - von wem eigentlich?[11]

Was sich da abspielt, was da verschleiert wird, ist der Umstand, daß wir es nicht mit einer Vereinigung zweier Staaten zu tun haben, sondern mit einem Anschluß, einer Okkupation ohne den Einsatz militärischer Mittel und das Bestürzendste daran ist, daß niemand in der Lage gewesen zu sein scheint, sich die "Wiedervereinigung Deutschlands", wenn sie denn einmal kommen sollte, in irgendeiner konkreten Form vorzustellen, weder in dieser, die wir geschehen sehen noch in einer anderen. Im übrigen erinnert alles an die Zeit davor, als diese beiden Staaten (und auch der unsere, wenngleich selbst vierfach geteilt und besetzt) im Entstehen waren: die Neusprache der Theorie, die Umwertung der Werte und Umerziehung, die Entmarxifizierung der Hochschulen, die Lehrer ohne Schulbücher. Die "alten Tafeln" sind zerschlagen, wenn auch nicht von Philosophen, und weil ihre Anhänger ohne Tafeln zu leben nie gewohnt waren, halten sie dies und das jetzt für neue Tafeln. Doch auch das ist (noch) ihr Problem.

Unseres liegt darin, daß hier eine Welt ohne Reue entsteht. Das heimliche schlechte Gewissen westlicher Linker - und das offene gute Gewissen westlicher Rechter - lag lange Zeit im Osten. Wer heute sagt, es habe aber doch gute Bücher, soziale Sicherheit und erschwingliche Wohnungen für alle gegeben, läuft nicht mehr Gefahr, ernst genommen zu werden. Wer den Internationalismus noch erwähnt und damit mehr als eine universelle Ansprechbarkeit von Konsumenten meint, hat keinen Maßstab mehr, denn die einstmals "fortschrittlichen Kräfte" gibt es nicht mehr, die es erlaubten, den guten vom bösen Internationalismus zu unterscheiden. Die Parteilichkeit der Wissenschaft ist somit endlich wieder, was sie immer war: ideologischer Reflex von Interessen. Und niemand wird dagegen namens eines allgemeinen Interesses, einer allgemeinen Klasse noch einsprechen wollen.

So hohl der Einspruch war, er hatte sein Gutes: er hielt die Möglichkeit offen, die "großen Worte" könnten, in kleine Münze umgesetzt, die Welt etwas menschlicher machen; der Verzicht auf die großen Worte kann auch zum Verzicht auf die alltägliche kleine Münze der Humanität führen und dies, nicht der Verlust der Phrase, wäre schade. Das Wort, der Gruß, die Losung "Freundschaft" kann dafür als Beispiel stehen: nicht nur unter Sozialisten üblich, auch als Code für viele Treffen, Aktionen, Beziehungen zwischen Menschen entfernter Regionen. Der NVA-Mann der Grenztruppe konnte Freundschaft zu den Viet Cong-Leuten halten, die wie er gegen den Imperialismus kämpften. Und es ist vielleicht nicht auszuschließen, daß de Maizière, dem marxistische Orthodoxie kaum nachzusagen ist, assoziiert, daß dem deutschen "einander" im Russischen zwei Wörter (drug druga) entsprechen, die wörtlich "der Freund dem Freunde" bedeuten. Alles Manipulation, Irreführung, Slogan? Selbst wenn es so (gemacht gewesen) wäre: wer sollte unter den Bedingungen des globalen Marktes nach so etwas wie "Völkerfreundschaft" suchen oder streben? Nach Maßgabe ihrer Verwendbarkeit werden die jeweils Anderen immer geschätzt werden: als Lieferanten von billiger Arbeitszeit, Rohstoffen, Marktanteilen, Drogen oder esoterischen Heilsangeboten. Der Hippie- wie der Yuppie-Weg nach Afrika oder Indien steht ebenso offen wie die Investition in Brasilien oder Ungarn. Mit "Freundschaft", auch "Völkerfreundschaft" war anderes gemeint. Wenn es ausfällt, so verliert Europa wieder, was es durch den Verlust seiner politischen Weltreiche nach und nach zu gewinnen dabei war: die Möglichkeit, seinen Teil in einem globalen Diskurs beizutragen ohne ihn zu diktieren.

Wenn all das ausfällt, was die Leute geprägt hat, die jetzt aus Bürgern der DDR zu unseren deutschen Zeitgenossen werden, so steht zu befürchten, daß nicht nur die Philosophie und nicht nur Deutschland Schaden leidet. An uns wäre es, die Aneignung des "Diskurs der Moderne", die jetzt in der DDR vor sich geht, nicht belehrend zu verfolgen, sondern darin eine Aufklärung über uns selbst, eine neuerliche Prüfung unserer vergangenen vierzig Jahre zu sehen, damit die vertrauten Feindschaften und Freundschaften, die das Leben so angenehm machen, nicht einfach nur fortgeschrieben, sondern vielleicht zur Grundlage neuer Ideen werden. Im einen Fall sagen wir: "So geht es!", im andern Fall sollten wir fragen: "Geht es so?"


[*] Zuerst in: Deutsche Zeischrift für Philosophie, 1991, H. 1, S. 104-108.

[1]Shaping a United Germany, in: Newsweek (1990), June 18th, S. 60.

[2] Daß im Ethik-Lehrbuch der DDR Honecker viermal, keiner der westlichen Ethiker auch nur einmal zitiert worden waren, beklagt Helmut Fritzsche im vermutlich letzten Heft der Deutschen Zeitschrift für Philosophie, das die rote Schleife aufgedruckt hatte: 1990, H.4, S. 383.

[3]"In der Bedürfnisnatur des Menschen gründet Konkurrenz, das Zusammenlaufen mehrerer auf dasselbe, das sie haben wollen", schreibt Richard Schröder im selben Heft der Deutschen Zeitschrift, S. 376. Es ist übrigens nicht ohne Pikanterie, wie er seine Beispiele für die seltenen Güter wählt, "die nicht vermehrbar sind ... der Hort des Nibelung, Großvaters Springdeckeluhr, das Seegrundstück, die öffentliche Anerkennung, aber auch die eine Frau, um die sich zwei Männer bewerben und vieles mehr". (ebd.) Irgendwann, hoffe ich, werden Naturrechtstheoretiker/innen einmal den einen Mann, um den sich zwei Frauen bewerben, zu den seltenen Gütern zählen. Will sagen: es geht um etwas anderes, nicht um diese Singularitäten; es geht um die Verfügbarkeit von Wohnung, Bildung, Arbeit, Gesundheitsversorgung für alle. Die Springdeckeluhr und der eine Mann wird immer noch bleiben und zu Dramen führen, das macht diese Dinge und vieles mehr nicht relevant für eine Sozialethik.

[4]Die Szenarios der politischen Kommentatoren im Frühjahr, nicht mehr im Herbst 1989, die ihren Niederschlag in fiktiven Landkarten von einem künftigen Europa in diversen Zeitungen fanden, ließen etwas Derartiges gar nicht als ausgeschlossen ansehen. Prompt tauchten in diesem Zusammenhang feudal-dynastische Erinnerungen bis zurück zu Ottokar von Przemysl und dem Großmährischen Reich auf. Es ist seither damit nicht besser geworden, denn allzu vieles außer der einstigen Monarchie ist es nicht, was die neuerlich engen Nachbarn im Osten mit uns an Erinnerung gemeinsam haben.

[5]Von denen es nicht einmal eine weibliche Form gibt, es gibt Polinnen, Französinnen, sogar Österreicherinnen und Schweizerinnen, "Deutschinnen" gibt es einfach nicht. Den Hinweis auf diesen verblüffenden und einfachen Sachverhalt verdanke ich Melitta Waligora.

[6]In: Der Spiegel (1990) Nr. 4, S. 68ff. Bilka ist die Kurzform des Namens eines Supermarkts in Westberlin, desgleichen KaDeWe, (Kaufhaus des Westens).

[7]Die Wolf und ihre Gegner, in: Der Falter, Wien,

[8]Vierzig Jahre war das Volk Israel schon in der Wüste, als nach einem Führungswechsel die Kundschafter aus dem Gelobten Land zurückkamen, reich mit Schätzen beladen. Sie hatten dieses Land allerdings noch zu erobern und spätestens damit endet der Vergleich.

9Das heißt nicht immer, daß Marx vergessen werden soll: "Wir meinen, daß die Stimmen von K. Marx und auch von Marxisten einen unverzichtbaren und unsere Befreiungen bereichenden Beitrag in dem Diskurs der Moderne und im (neu zu gründenden F.W.) Institut für Philosophie zu leisten haben", schreibt Fritzsche, a.a.O., 385

[10]Ebd.

[11]Tatsächlich gibt es noch eine dritte Form neben dem Überzeugen und Überreden, die Meinung anderer zu ändern: das Verführen. Sieht man sich genauer an, was in diesen Prozessen jeweils vorausgesetzt wird, so mag es leicht sein, daß das Überzeugen sich als ein großes Wort in dem Sinne herausstellt, wie Hrachovec dies in seinem Text auffaßt. Vgl. dazu meinen Beitrag Du sollst argumentieren! Zur Ethik des Überzeugens, in: H. Vetter, M. Potacs, Hg.: Beiträge zur juristischen Hermeneutik Wien: Literas 1990, S. 106-114