Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften
11/2000/4: Historische Epistemologie & Diskursanalyse


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Editorial

Historische Epistemologie & Diskursanalyse

Wolfgang Neurath

Regierungsmentalität und Policey. Technologien der Glückseligkeit im Zeitalter der Vernunft, ÖZG 11/2000/4, 11-33. [Abstract]

 

Harald Katzmair

Ordnungen des Zählens. Zur quantitativen Konstruktion des Sozialen (1550-1870), ÖZG 11/2000/4, 34-76. [Abstract]

Hermann Rauchenschwandtner

Zur Konstitution politischer Subjekte im 19. Jahrhundert, ÖZG 11/2000/4, 77-106. [Abstract]

 

Forum

 

Alessandro Barberi

Weil das Sein eine Geschichte hat. Interview mit Friedrich A. Kittler, ÖZG 11/2000/4, 109-123.

 

Eric Hoerl

Analphabetische Menschenfassungen. Der Diskurs der Religionsgeschichte und seine epistemische Funktion um 1900, ÖZG 11/2000/4, 124-131.

 

Georg Kö

Die Paradoxien des Kulturbegriffes. Von der Geschichtswissenschaft und ihrer Historisierbarkeit, ÖZG 11/2000/4, 132-141.

 

 


Editorial, ÖZG 11/2000/4

Historische Epistemologie & Diskursanalyse

Es liegt nicht nur an den vermeintlichen und dennoch oft dogmatisch verteidigten institutionellen Grenzen der wissenschaftlichen Disziplinen, dass Methoden, Begriffe, Fragestellungen und Argumente, welche andernorts ihre intellektuelle Stringenz und Plausibilität bereits theoretisch und praktisch unter Beweis stellen konnten, in sachverwandten Forschungsgebieten nicht oder nur mit grossen Verzögerungen aufgenommen werden. Denn es liegt auch daran, dass Verwirrung und Irrtum konstitutive Elemente jedes wissenschaftlichen Erkennens sind. Diesen Umstand hat Gaston Bachelard mittels einer psychoanalytischen Deskription der wissenschaftlichen Objektivierungen und anhand zahlreicher naturwissenschaftlicher Beispiele mit dem Begriff des epistemologischen Hindernisses[1] beschrieben und dabei mehrfach betont, dass neue Wissensformen sich nicht im kontinuierlichen Fortschreiten intersubjektiver Erkenntnisüberprüfung im Kreis einer homogenen wissenschaftlichen Gemeinschaft ergeben und etablieren, sondern sich immer gegen einen bereits vorhandenen, tradierten und institutionalisierten wissenschaftlichen Diskurs konstituieren, der nicht auf die kommunikative Aktivität von Individuen oder Kollektiven reduziert werden kann. Als ein methodisches Verfahren der Rationalität, des Wissens und des Begriffs steht Bachelards Historische Epistemologie nicht zuletzt daher in direktem Gegensatz zu einer auf Erfahrung, Sinn und Subjekt ruhenden Argumentation, welche in der Art einer Geschichts- oder Transzendentalphilosophie die spezifische Streuung und Historizität der Wissensformen und -systeme totalisiert und homogenisiert. Deshalb bleibt daran zu erinnern, dass - wie Georges Canguilhem mehrfach nahegelegt hat - die Vergangenheit einer Wissenschaft nicht dieselbe Wissenschaft in ihrer Vergangenheit darstellt.[2]

 

Es ist bemerkenswert, dass Methode und Ergebnisse der Historischen Epistemologie, die - wie ihr Name ja zeigt - der Geschichte eine herausragende Rolle zuordnet, ihrerseits in den historischen Wissenschaften bis dato nur im Umkreis der Wissenschaftsgeschichte diskutiert wurden, wenngleich ihre Anwendbarkeit im Hinblick auf andere Fachbereiche kaum bestritten werden kann. Ist doch etwa der Begriff der historischen Möglichkeitsbedingung, wie er nicht zuletzt von den Vertretern der Annales nachdrücklich propagiert wurde, gerade im Umkreis der Historischen Epistemologie definiert worden und verbindet so noch die aktuelle Historiographie zutiefst mit jenen Fragen, welche die Überkreuzung von Erkenntniskritik und Geschichte gerade dann betreffen, wenn anhand von möglichst genau definierten Materialsammlungen ("Quellen") ein historisches Objekt der Analyse konstruiert wird und werden muss. Denn im Gegensatz zu der mehr als geläufigen Annahme, wissenschaftliche - mithin auch historische - Objekte seien natürlich oder empirisch vorgegeben, zeigen gerade die Geschichte(n) von Physik, Chemie und Mathematik in den Arbeiten Bachelards oder jene von Naturgeschichte, Biologie und Genetik in jenen Canguilhems, dass die Gegenstände einer Analyse nicht in einer prädiskursiven Ordnung der natürlichen Dinge stehen, welche mittels einer Abbildtheorie erfahren werden könnte. Vielmehr sind es die spezifischen Strukturen der Kategorien, Begriffe oder Deduktionen, welche zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte - und daher in einem begrenzbaren Zeitraum - die möglichen Erfahrungen und mithin auch die möglichen Objektkonstitutionen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen codieren, wodurch letztere auch aktualiter in einem relationalen Verhältnis zueinander stehen. Dass dies gerade wegen der spezifischen Labilität des historischen Wissens in besonderem Masse auf die Geschichtswissenschaft zutrifft, ergibt sich nicht zuletzt durch die Analyse der Geschichte(n) von Psychologie, Soziologie und Anthropologie[3], welche ja bekanntermassen Grund- und Begründungsdisziplinen der "modernen" Geschichtswissenschaft darstellen: Fusionsbegriffe wie Mentalitätsgeschichte, Historische Sozialwissenschaft oder Historische Anthropologie führen diesen Umstand eindringlich vor Augen.

 

Die genannten Konstellationen legen einer jeweiligen Disziplin bestimmte Formationsregeln auf, die aktualiter eine große Zahl an Aussagen ermöglichen, in einer definierten Textauswahl einer vergangenen Wissenschaft aber methodisch begrenzt werden können. Und so wird dem virtuellen Archiv[4] der aktuellen Geschichtswissenschaft in diesem Band indirekt nachgegangen, wenn die Archive des Policey-, Staats- und Verwaltungswissens (Neurath), die Archive von Soziologie und Quantifizierung (Katzmair), die Archive der Volkswirtschaft (Rauchenschwandtner) oder die Archive der Theologie (Hoerl) anvisiert werden. Nicht nur zwischen den Zeilen blitzt der historische Diskurs im Rahmen dieser historischen Analysen in Relation zu politischer Autorität, soziotechnischer Involvierung, dogmatischer Begründung und missionarischer Funktion auf. Wolfgang Neurath legt dahingehend in Rekurs auf Michel de Certeau nahe, dass der Historiker eine Fiktionalisierung der Politik unternimmt, indem er die Stelle der Autorität nur nachspielen kann und so seinerseits zum Konstrukteur eben dieser Macht wird, die er nicht hat. Harald Katzmair hebt anhand der Soziologie des 19. Jahrhunderts die spezifische Funktion von Geschichte im Hinblick auf politische und moralische Involvierungen der Quantifizierung hinsichtlich der Unterscheidung zwischen dem Normalen und dem Pathologischen hervor. Hermann Rauchenschwandtner verweist darauf, dass Geschichte als behauptete Gemeinsamkeit eines Volkes am Beginn des 19. Jahrhunderts eine Möglichkeitsbedingung der ökonomischen Konstitutionen politischer Subjekte abgibt. Eric Hoerl markiert die Funktion der Religionsgeschichte rund um 1900, welche im permanenten Umgehen der Ordnung des Alphabets mit der diskursiven Produktion einer primitiven Mentalität verbunden ist.

 

Diese Historisierungen von Technologie, Soziologie, Ökonomie und Theologie folgen dabei in ihren Beschreibungen mit unterschiedlicher Intensität jenen Wegen, welche Forscher wie Michel Foucault[5] oder Jean Pierre Faye[6] mit dem Plan zur Erstellung einer allgemeinen Theorie und Analytik von Aussageformationen, Sprachökonomien und Performanzregeln einschlugen. Unter dem Titel Diskursanalyse gehört eine derartige Vorgehensweise in den Debatten zur Geschichte von Philosophie und Literatur heute zum methodischen Standardrepertoire möglicher Verfahren. Im Rahmen der Geschichtswissenschaft wurde diese Methode und ihr Forschungsbereich indes nur unzureichend diskutiert und oftmals durch den negativen und polemischen Verweis auf den Postmodernismus oder auf den - ungenau bestimmten - "linguistic turn" abqualifiziert. Dass indes gerade diese am Strukturalismus geschulte Form der Diskursanalyse - darin der Historischen Epistemologie folgend - nachdrücklichst als eine historische Methode und Deskriptionsform ausformuliert und beständig an historischen Fragestellungen und Materialien überprüft wurde, ging dabei schlicht unter. Dem versucht dieser Band beruhigt entgegenzutreten, indem anhand konkreter Bereiche der historischen Forschung gezeigt wird, dass die Methode der Diskursanalyse in mehrfachem Wortsinn als historisierendes Verfahren zu begreifen ist, das man als eine Kritische Geschichte der Rationalitäts- und Wissenssysteme bezeichnen kann. Eine allgemeine erkenntniskritische Geschichte, die der kommenden Historiographie die Überwindung der Gegensätze von "Wort und Sache, von Geist und Leben, von Bewusstsein und Sein, von Sprache und Welt"[7] auferlegt.

 

Die symbolischen Formen der diskursiven Ökonomien durch- und zerschneiden dabei transversal die genannten Oppositionen, um auch noch im methodischen Gegensatz von Begriffsgeschichte (Wort, Geist, Bewusstsein, Sprache) und Sozialgeschichte (Sache, Leben, Sein, Welt) ein unkritisches Pendeln zwischen Idealismus und Materialismus zu vermerken, das - trotz der oft wiederholten Ablehnung der Königsdisziplin Philosophie im Rahmen geschichtswissenschaftlicher Debatten - von der metaphysischen Spiegelfechterei mancher Philosophenphilosophien (Bachelard) kaum zu unterscheiden ist. Dass die Begriffsgeschichte innerhalb dieser Debatten gegenüber der Sozialgeschichte oft als subsidiär begriffen wurde, wäre im Rahmen einer eingehenden historischen Analyse zu beschreiben.

 

Im Gegensatz dazu zeigen die hier versammelten Artikel gerade durch die möglichst präzise und textnahe Erfassung ihrer Materialien, wie diskursive Strategien - die nicht nur begrifflich sind - zu bestimmten Zeitpunkten in der Geschichte klassifikatorische Ordnungen durchziehen und so durch terminologische Differenzierungen das "Soziale" herstellen und produzieren. So differenzieren die polizeylichen Technologien der Glückseligkeit liederliche soziale Charaktere und schaffen eine symbolische Topologie und Skalierung in der vom Sabbatschänder über den Müßiggänger bis hin zu den Melancholikern eine in sich unterschiedene Bevölkerung im 18. Jahrhundert allererst auftauchen kann. (Neurath) In den Apodemiken des 16. Jahrhunderts - die einer gänzlich anderen Wissensordnung folgen - sind es neben den zu notierenden Professionen auch Fragen zu Erd-, Landes- und Ortsbeschreibung, zum Gemeinwesen, zur Religion und zur Geschichte, welche den Erfahrungsraum der Reisenden abstecken und so auf dem Weg in die Fremde das Andere konstituieren. (Katzmair) Aber auch im 19. Jahrhundert werden unterschiedlichste Redeweisen nur den fragwürdigen Versuch starten können, dem "Volk" eine Homogenität zu verleihen. Als Rätsel des - nicht nur - politischen Wissens entzieht sich das "Volk" sowohl den idealistischen als auch den materialistischen Zugriffen unterschiedlichster Diskurse und wird nur in der Distanz zu seiner An- respektive Abwesenheit problematisierbar. (Rauchenschwandtner)

 

Daher und darüber hinaus ist auch auf den zutiefst antihistoristischen Aspekt und Effekt der hier vorliegenden Artikel zu verweisen, deren Schriftzüge vom Modus der Aktualität getragen werden, der ihnen ihre spezifische Rekkurenz verleiht: Die "Regierung" im Zeitalter der Vernunft zu untersuchen, steht in direktem Verhältnis zur Fetischisierung technologischer Leistungsfähigkeit im gegenwärtigen "Kulturaustausch". (Neurath) Den Soziotechniken von Quantifizierung und Soziologie im Rahmen der Neuzeit nachzugehen schärft den Blick für fragwürdige Soziologien der Gegenwart, welche die Frage nach ihren epistemologischen und historischen Möglichkeitsbedingungen nicht thematisieren und damit umgehen. (Katzmair) Nach den Konstitutionen des "Volkes" zu fragen, steht dabei je schon in der Spannung von Präsentation und Repräsentation eines kollektiven Handlungssubjekts und verweist somit mehrfach auf aktuelle Konstellationen des Politischen. (Rauchenschwandtner)

 

Historisch-epistemologisch und diskursanalytisch zu verfahren, verbindet mithin historische Analyse mit einem gegenwärtigen Ausgangs- und Endpunkt. Es entreißt die genannten "Objekte" jeder ontologischen oder historistischen Begründungsfunktion, indem sie als wissenschaftliche - d.h. nicht natürliche - Gegenstände in zeiträumlichen Verschiebungen und Transformationen auftauchen, die anhand von positiven - wenngleich konstruierten - Textserien erläutert werden können. Damit werden homogene Rationalitätsansprüche und jedwede Ontologie aktualiter historisiert und erkenntniskritisch der Alltagserfahrung entrissen. Das Motiv einer Geschichte der Ontologie und der Seinsansprüche durchzieht auch das Interview mit Friedrich A. Kittler, das die Rolle diskursanalytischer Methode in verschiedenen Bereichen der Wissenschaftsgeschichte und insbesondere in jenem der Mediengeschichte thematisiert und dabei für die noch ausstehenden, wenngleich vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieses Verfahrens im Rahmen der Geschichtswissenschaft steht.

 

Wenn mithin die Artikel dieses Bandes an verschiedenen Stellen nahe legen, dass die jeweils diskutierten Wissensformen gerade dann, wenn ihre epistemologische Fragwürdigkeit aufweisbar wird, den Charakter praktischer oder soziotechnischer Interventionen haben, so kann damit auch darauf verwiesen werden, inwiefern Diskussion und Anerkennung der hier vorgeschlagenen Methoden im Umkreis der Involvierung der Historiker in den Nationalsozialismus aber auch in den rezenten Diskussionen zu den Ereignissen rund um 1968 eine neuartige Perspektive eröffnen könnten, in der die Kritik nicht - wie geschehen - erneut auf jene kategorialen Systeme und politisch-moralischen Argumente zurückgreifen müsste, die ja gerade in Frage stehen. (Kö) Dies würde allerdings voraussetzen, dass nach über dreißig Jahren sozialgeschichtlicher Diskursproduktion, die sich nur allzu gern entlang der Grund-, Gründungs- und Begründungsbegriffe "Produktion", "Materialität", "soziale Wirklichkeit" und "Oralität" mit Gesellschafts- und Ideologiekritik verband, eine historische Erkenntniskritik eben dieser historischen Grundbegriffe angegangen wird, die in den fortgeschrittensten Bereichen der Geschichtswissenschaft eine epistemologische und diskursanalytische Neuorientierung auslösen könnte, die aller Voraussicht nach um einiges historischer und um einiges kritischer wäre, als die traditionellen Methoden, Begriffe und Ideologiekritiken der Sozialgeschichte. Denn diese Gegenstandsbereiche, welche auch im Umkreis des Historic Turn[8] angepeilt werden, würden die Geschichte(n) des "Sozialen" umfassen, und könnten auch durch das Historisieren von Sozialgeschichte, Soziologie und Quantifizierung im Umkreis historischer Institute die eigenen Objektkonstruktionen samt den konstitutiven Kategoriensystemen in ihrer Geschichte in den Blick bringen, um danach die reflektierte Konstruktion von Objekten allererst zu ermöglichen. Dies könnte auch einen transdisziplinären Austauschrahmen etablieren, der den historischen Wissenschaften im Allgemeinen zu Gute käme. Dass die historiographische und intellektuelle Möglichkeit einer solchen Transformation der Geschichtswissenschaft gegenwärtig bereits besteht, davon zeugt auch der fächerübergreifende Charakter aller Beiträge dieses Bandes.

 

Alessandro Barberi, Wien

 

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[1] Vgl. Gaston Bachelard, Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes. Beitrag zu einer Psychoanalyse der Erkenntnis, Frankfurt am Main 1987.

 

[2] Vgl. Georges Canguilhem, Wissenschaftsgeschichte und Epistemologie. Gesammelte Aufsätze, Frankfurt am Main 1979. Zur weiteren Auseinandersetzung mit den hier vorgestellten Methoden vgl. Joseph Vogl, Einleitung, in: ders., Hg., Poetologien des Wissens um 1800, München 1999, 7-16, und: Alessandro Barberi, Clio verwunde(r)t. Hayden White, Carlo Ginzburg und das Sprachproblem in der Geschichte, Wien 2000, 42-69.

 

[3] Vgl. Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge, Frankfurt am Main 1994

 

[4] Vgl. Jacques Derrida, Dem Archiv verschrieben, Berlin 1997.

 

[5] Vgl. Michel Foucault, Archäologie des Wissens, Frankfurt am Main 1990, und: ders., Die Ordnung des Diskurses, Frankfurt am Main 1991.

 

[6] Vgl. Jean Pierre Faye, Totalitäre Sprachen. Kritik der narrativen Vernunft. Kritik der narrativen Ökonomie, Zwei Bände, Frankfurt am Main, Berlin u. Wien 1977.

 

[7] Reinhard Koselleck, Begriffsgeschichte und Sozialgeschichte, in: ders., Hg., Historische Semantik und Begriffsgeschichte, Stuttgart 1978, 19-36, hier: 19.

 

[8] Vgl. Terrence J. McDonald, Hg., The Historic Turn in the Human Sciences, Michigan 1996.

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Abstracts, ÖZG 11/2000/4, 107-108.

Wolfgang Neurath, Governmentality and Police. Technologies of Commonwealth in the Age of Reason, ÖZG 11/2000/4, 11-33.

 

The models of political analysis can be divided into two registers: On the one hand we find the search for the political conditions and the possibility of a general order in society (social synthesis); on the other hand there are questions such as, how is it possible to govern a population? (gouvernementalité). This article introduces the policy and politics of "the police" (German: Policey) in the age of reason and hence treats the discursive forms of government in the 18th century.

 

This art of governing consists in the sum of all processes that should result in the improvement in the state of "society" as a whole. These processes concern themselves with a reasonable distribution of "social" places and a considered organization of "social" forces. These technologies emerge in the 17th century and find their benefit and legitimacy in the commonwealth of the community and the well-being of every person.

 

This theory of commonwealth (eudaimonia) is, so to speak, the specific form of rationality and the internal reason of all sciences that concern the Policey in the age of enlightenment. Each governing person must employ the knowledge, procedures and techniques of the Policey in a very characteristic way. To develop their abilities to the highest degree, the "people and things" governed must be constituted and described in their specific qualities.

 

The works of Johann Beckmann (1739-1811) pose the question of the organization of craft and trade (German: Handwerkskunst. English: The Art of Craft and Trade) and constitute a Tableau of Technologies, which takes its place in the framework of all sciences that are related to the state and the government. This Tableau appears significantly as a History of Art (German: Kunstgeschichte). Thus the article emphasizes how the discourse of governmentality ties together the Tableau of Technology and the industrial education of people.

 

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Harald Katzmair, Orders of Counting. The Quantitative Construction of Society (1550-1870), ÖZG 11/2000/4, 34-76.

 

As a contribution to the History of Social Sciences, this paper examines epistemological and logical discourses, concepts, methods and statements of quantitative accounting, measurement and construction of social units between 1550 and 1870. Referring to Ernst Cassirers Philosophy of Symbolic Forms and Michel Foucault's The Order of Things the discursive strategies of continental travel questionnaires (Apodemiken) will be outlined in the methodological framework of Historical Epistemology as a concrete Historical Analysis of Science Disciplines beginning in Renaissance Europe. It will be shown that in the late 16th century the relational logic of similarity was the genuine and dominant discourse of making "things" and social units constructable, measurable and accountable.

 

The second part of the paper analyzes the epistemological system of political arithmetic (Politische Arithmetik). The historical differences, shifts and transformations between this "Social Science" - appearing first in 17th century England (classical episteme) - and the Tabula Peregrinationes - appearing on the continent in the 16th century (renaissance episteme) - will be shown. The main argument is that the classical logic of making equivalence classes leads to the very concept of social classes and subjects and therefore to the historical origin of modern quantitative sociology.

In the third part of the article the model of statistical deviation - centered in the interpretation of Gauss' bell-shaped curve by Quetelet - and its epistemological consequences for the social sciences in the 19th century are pointed out.

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Hermann Rauchenschwandtner, The Constitution of Political Subjects in the 19th Century, ÖZG 11/2000/4, 77-106.

 

"The people" (Volk) and its constitutions actually seem more than questionable: on the one hand nothing is more dubious than the historical conditions and possibilities of this political subject, which pretends its being in so many places; on the other hand "the people" is invented, constructed, fictionalized, homogenized, imagined and moreover, a supposed substance of "the people" is implored or rejected by attributions. Thus it is this object -"the people" and its creation (production) - which requires an exposition. This article deals with the political subject of "the people" in the specific forms and structures of its appearance and analyzes its historical and epistemological genealogy in the 19th century.

Conceptions of natural law tried to show that "the people" is still in the state of nature (Sieyès). But they also evoked "the people" as a population and hence as a technological and administrative object. Following this the transformations of those discourses that aim at a possible unity of "the people" have to be introduced. For the main question is: Which part of "the people" presents itself and which part is represented? Thus the constitution and structure of political subjects will be stressed in relation to creation (production) and representation, by examining the most important discursive strategies in the archive of the 19th century.

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