Institutsordnung
(vom 27. April 2005 / 22. März 2010)
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Zur
Geschichte des Instituts (Dr. Erich
Sommerauer / aktualisiert von Mag. Ulrike Auer)
Begründer der Afrikanistik an der Universität Wien ist Leo Reinisch (1832-1919), 1868/73 - 1903 Professor für „Ägyptische Altertumskunde“, dessen Forschungstätigkeit jedoch sehr bald hauptsächlich der Sprachenwelt Nordostafrikas und Fragen der sogenannten „semitohamitischen“ Sprachverwandtschaft galt. (Reinisch war 1896/97 Rektor der Universität Wien. Unter seinem Rektorat promovierte die erste Frau an der Alma Mater, die Ärztin Gabriele Posanner von Ehrenthal!)
In der Zeit von 1873-1892 wurden afrikanistische Vorlesungen unter „Philologie, Alterthumskunde und Linguistik“ angeboten, von 1893 -1922/23 am Orientalistischen Institut unter der Studienrichtung „ Allgemeine und vergleichende Sprachforschung und orientalische Philologie“. 1923 wurde das „Institut für Ägyptologie und Afrikanistik“ als Vorläufer des heutigen Instituts von Hermann Junker (1877-1962), dem berühmten Ausgräber der Pyramidenfelder von Gizeh, gegründet.
Im
Rahmen der etablierten Ägyptologie erlangte die Afrikanistik erst wieder
Bedeutung mit der 1919 erfolgten Habilitation von Wilhelm Czermak
(1889-1953), seit 1925/31 Professor für Ägyptologie und Afrikanistik, Rektor
1952/53. Unter ihm und seiner Nachfolgerin Gertrud Thausing (1905-1997)
bestand ein breitgefächerter Lehrbetrieb in 13 afrikanischen Sprachen (Äthiopisch, Bedauje, Berberisch, Ewe, Ful,
Hausa, Kaffa, Kanuri, Nubisch, Schilluk, Somali, Swahili, Tuareg).
Seit
1953 erfüllte Hans Günther Mukarovsky (1922-1992), ein Schüler von
Czermak und Diedrich Westermann - seit 1910 Professor am Berliner „Seminar für
Orientalische Sprachen“ - einen Lehrauftrag zur afrikanischen
Sprachwissenschaft. Er habilitierte sich 1963 und wurde - nachdem endlich ein
selbständiger Lehrstuhl für Afrikanistik in Wien errichtet worden war - 1977
auf denselben berufen, den er bis kurz vor seinem Tode innehatte. Neben seinen
Forschungen zu Problemen großräumiger Sprachverwandtschaften innerhalb Afrikas
und euroafrikanischer Sprachbeziehungen, galt sein Interesse - und besondere Förderung
- auch stets der Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Gesellschaften. Daher
haben - neben historischer und deskriptiver Sprachwissenschaft - ebenso
Geschichts- und Literaturwissenschaft, wie auch Politik und Länderkunde sämtlicher
Staaten Afrikas am Wiener „Institut für Afrikanistik“, seit 1978 ein selbständiges
Institut, eine Heimstätte gefunden.
Mit der Ernennung von Inge Hofmann zur a.o.Professorin, 1983, und der Einrichtung einer „Abteilung für Sudanforschung“, ist die anderwärts selten universitär etablierte meroitische Altertumskunde in die Afrikanistik einbezogen worden.
Nach der Emeritierung von Mukarovsky 1992 übernahm Inge Hofmann interimistisch die Leitung des Instituts. Von 1994-2004 war Norbert Cyffer Institutsvorstand. Dem veränderten Profil und insbesondere dem inter- und multidisziplinären arealwissenschaftlichen Ansatz in Lehre und Forschung wurde mit der Umbenennung in "Institut für Afrikawissenschaften" unter der Institutsleitung von Walter Schicho, 2005-2010, im Jahr 2007 Rechnung getragen. Für beide Professuren des Instituts, Afrikanische Sprachen und Literatur sowie Geschichte und Gesellschaft Afrikas laufen zur Zeit Berufungsverfahren, da Walter Schicho 2010 pensioniert und Norbert Cyffer 2011 emeritiert wurde.
Weitere Iformationen finden Sie auf der Homepage von Clemens Gütl: Die Geschichte der Afrikanistik in
Österreich
http://www.afrikanistik.at