Anspruchsdauer


Bei der Antragstellung muss das Studium angegeben werden, für das FBH bezogen wird (das sog. Hauptstudium), alle weiteren Studien sind für den Beihilfenbezug irrelevant. Nach diesem Hauptstudium richten sich in weiterer Folge die Anspruchsdauer, der notwendige Studienerfolg und die Regelungen zum Studienwechsel.

Bachelorstudien

Im Bachelorstudium gibt es keine Studienabschnitte (§ 51 Abs 2 Z 4 UG 2002), daher stehen dir neben der gesetzlichen Mindeststudiendauer (sechs Semester) noch zusätzlich zwei Toleranzsemester zu. Interne Gliederungen oder Sequenzierungen (z.B. die Studieneingangs- und Orientierungsphase) sind dabei völlig unerheblich.

Diplomstudien

Bei Diplomstudien existieren noch Studienabschnitte. Grundsätzlich hat man pro Studienabschnitt die gesetzliche Mindeststudienzeit zuzüglich eines Toleranzsemesters Zeit.

Hinweis: Verbrauchst du dein Toleranzsemester in einem Abschnitt nicht, so kannst du es in den nächsten Abschnitt „mitnehmen“ und so die Anspruchsdauer in diesem verlängern.

Hinweis #2: Eine ähnliche Regelung existiert auch für Studienbeihilfe. Bis zuletzt war dies auch beim Studienbeitrag möglich, ist allerdings umstritten. Wir warten hier auf gerichtliche Entscheidung.

Master- und Doktoratsstudien

Du kannst natürlich auch für dein Master- oder Doktoratsstudium Familienbeihilfe beantragen. Ähnlich wie bei einem Bachelorstudium sollten dir zwei Toleranzsemester zustehen. Das zweite ist allerdings noch umstritten. Eine frühere Rechtsansicht (Master- oder Doktoratsstudiengänge wären nur so etwas wie ein „fiktiver Abschnitt“ des Grundstudiums und es stünde somit nur ein Toleranzsemester zu) ist überholt. Der Verwaltungsgerichtshof hat dem klar widersprochen (VwGH 29.09.2011, 2011/16/0086), der Unabhängige Finanzsenat allerdings wieder das zweite Toleranzsemester in einer umstrittenen Entscheidung verneint (UFS 23.07.2012,RV/0584-I/11).

Verlängerung der Anspruchsdauer

Die Anspruchsdauer verlängert sich bei

  • einem unvorhergesehenen oder unabwendbaren Ereignis (z.B. Krankheit, Unfall), sofern die wesentliche Studienbehinderung mindestens drei Monate durchgehend bezogen auf ein Semester vorgelegen hat um ein Semester,
  • einem Auslandsaufenthalt von mindestens drei Monaten um ein Semester,
  • ÖH-Mitarbeit nach zeitlicher Inanspruchnahme, jedoch maximal um vier Semester,
  • den Vorsitzenden und Sprechern der Heimvertretungen um ein Viertel der zurückgelegten Semester bezogen auf die höchstzulässige Studienzeit;

Darüber hinaus wird der Ablauf der Studienzeit während der Zeit des Mutterschutzes (acht Wochen vor und nach der Geburt) und während der Zeit der Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zum vollendeten 2. Lebensjahr gehemmt. Auch besteht die Möglichkeit, dass das  Ministerium aufgrund besonders schwieriger Studienbedingungen für ein Studium sogenannte Verordnungssemester bewilligt, die ebenfalls die Anspruchsdauer verlängern.

Beachte: Die Verlängerungsgründe müssen vor Ablauf der vorgesehenen Studienzeit  eingetreten sein.

Generell gilt, dass nur Zeiten für die Studiendauer gerechnet werden, wenn das gesamte Semester (und nicht nur für einzelne Monate) FBH gewährt wurde bzw. ein Anspruch auf FBH bestand.

Außerdem kann nach Ablauf der Anspruchsdauer wieder für den nächsten Studienabschnitt bzw. ein weiterführendes Master- oder Doktoratstudium FBH bezogen werden, sofern der Abschnitt bzw. das dazu notwendige Vorstudium abgeschlossen wurde.