Bessere Studienbedingungen


Wir wollen die beste Lehre
Um langfristig eine qualitativ hochwertige Bildung zu ermöglichen, braucht es insbesondere eine qualitätsvolle Lehre. Diese benötigt ausgezeichnete Lehrende. Daher fordern wir die besten Vortragenden für die Uni Wien. Um Praxisbezug in der Lehre zu gewährleisten, darf die Hochschule kein isoliertes Konstrukt sein. Wir fordern den vermehrten Einsatz von Vortragenden, die selbst praktische Erfahrung, in dem Bereich über den sie referieren, gesammelt haben. Es braucht aber nicht nur Fachwissen, sondern auch das nötige pädagogische und didaktische Werkzeug. Wir als AktionsGemeinschaft setzen uns daher bei Nachbesetzungen von Lehrstühlen für Kandidaten, die diese Kriterien erfüllen, ein.

Voraussetzungsketten
Voraussetzungsketten sollte es lediglich für jene Lehrveranstaltungen geben, in denen inhaltliche Vorkenntnisse anderer Lehrveranstaltungen wirklich zwingend notwendig sind. Derzeit sorgen Voraussetzungsketten in vielen Studienrichtungen dafür, dass Studierende einen sturen Plan verfolgen müssen, anstatt sich intensiv mit dem Stoff des jeweiligen Faches zu beschäftigen und sich darin zu vertiefen. Das Scheitern einer einzigen Lehrveranstaltung darf nicht ein ganzes Semester kosten. Jeder Student und jede Studentin muss die Möglichkeit haben, das Studium ohne Voraussetzungsketten selbst zu planen.

Ausbau des Winter- und Sommeruni Angebots
In vielen Studienrichtungen gibt es sie bereits: die Winter- und Sommeruni. Die Lehrveranstaltungen sind sehr gut besucht und bieten uns Studierenden die Möglichkeit, schneller im Studium voranzukommen bzw. nicht bestandene Lehrveranstaltungen zeitnah und geblockt zu wiederholen. Wir fordern daher den Ausbau der Winter- und Sommeruni in allen Studienrichtungen. Wichtig dabei ist, die Anmeldefrist zeitnah zum Beginn dieser Lehrveranstaltungen zu legen und von der regulären Anmeldephase zu trennen .

24/7 Bibliothek
Da viele Studentinnen und Studenten aufgrund verschiedener Umstände – wie beispielsweise Betreuungspflichten oder Erwerbstätigkeit – untertags keine Möglichkeit haben Bücher aus der Bibliothek auszuleihen oder diese zurückzubringen, für Arbeiten zu recherchieren oder ungestört zu Lernen sollte dies auch in der Nacht und an Wochenenden möglich sein. Dies würde auf die individuellen Bedürfnisse der Studierenden eingehen. Jeder Mensch hat einen anderen Rhythmus; während einige frühmorgens ihr Leistungsmaximum erreichen, ist dies bei anderen erst spätabends der Fall. Der Erfolg der Aktion „Nachtschicht@UB“ zeigt deutlich, dass solche Angebote auch angenommen werden. Um für jede Studentin und jeden Studenten eine optimale Studiermöglichkeit an der Universität zu ermöglichen, fordern wir, dass die Bibliotheken der Universität Wien 24 Stunden pro Tag und 7 Tage die Woche geöffnet haben sollen. Zumindest vor den (Haupt-)Prüfungswochen müssen die Bibliotheken rund um die Uhr geöffnet werden. Ähnliche Angebote an der Universität Linz zeigen, dass dieser Service möglich ist.

Block-, Wochenend- und Abend-LVs für Berufstätige
Um berufstätigen Studierenden eine leichtere Vereinbarkeit von Studium und Beruf zu ermöglichen, fordern wir – zusätzlich zum bestehenden Angebot – den Ausbau von Block-, Wochenend- und Abendlehrveranstaltungen.

Mehr Laborplätze
Dass Studierende teilweise semesterlang auf einen Laborplatz warten müssen ist ein untragbarer Zustand und Sinnbild unserer unzureichend finanzierten Universität. Wir setzen uns dafür ein, dass keine Studentin und kein Student in ihrem Studienfortschritt aufgehalten wird. Jeder der einen Laborplatz benötigt muss diesen zur Verfügung gestellt bekommen.

Leistbare Lernunterlagen
Das Leben als Student ist teuer genug. Das Studium sollte da nicht noch zusätzlich eine finanzielle Belastung darstellen. Aus diesem Grund wäre es wichtig, die Lernunterlagen für das Studium leistbar anzubieten. Dies kann durch von der Universität selbst herausgegebene Skripten und dem vermehrten Einsatz von E-Books erreicht werden.

Anrechnung von Praktika
Aus unserer Sicht ist es zwingend notwendig, das Studium – ohne die Grundlagenfächer zu vernachlässigen – praxisnaher zu gestalten. Der Stoff vieler theoretisch gelehrter Fächer könnte genauso gut in externen Praktika vermittelt werden. Dies bietet den Studierenden einerseits die Möglichkeit des learning by doing, andererseits schnuppern sie in den Alltag eines facheinschlägigen Unternehmens, was einen Vorteil bei der Jobsuche darstellt. Unternehmen, die solche Praktika anbieten sollen regelmäßig die Möglichkeit erhalten, sich auf universitärem Boden im Rahmen einer Praktikamesse vorzustellen.

Budgeterhöhung durch Drittmittelfinanzierung
Wir sehen Kooperationen mit der Privatwirtschaft als Chance für unsere Universität. Die Freiheit der Lehre, Wissenschaft und Forschung muss dabei als oberstes Gut unangetastet bleiben. Solche zusätzlichen Mittel wirken der chronischen Unterfinanzierung der Universität Wien entgegen. Auch im Bereich der Forschung kann die private Hand dazu beitragen, Forschungsprojekte zu ermöglichen, um so Innovationen voranzutreiben. Drittmittelfinanzierung darf aber nicht dazu führen, dass es zu Kürzungen bei der staatlichen Grundfinanzierung kommt.

Einheitliche Standards für wissenschaftliche Arbeiten
Die unterschiedlichen Standards bei wissenschaftlichen Arbeiten an der Universität Wien – von Schriftgröße und –art bis hin zu Zitationsregeln können massiv verwirren, da man im Laufe eines Studiums mehrere solche zu schreiben hat. Um zu vermeiden, dass Studierende durch das Erlernen und Beachten vollkommen verschiedener Standards unnötig Zeit und Energie investieren und um Verwechslungen zu vermeiden fordern wir einheitliche Standards für alle wissenschaftlichen Arbeiten an der Universität Wien. Wichtig ist uns allerdings, dass alle Studierenden über ihre eigene Stilistik (z.B. Gendern) selbst entscheiden dürfen.