Krankenversicherung


Mitversicherungen bei den Eltern

Bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres kannst du dich bei deinen Eltern durch eine Meldung an die Gebietskrankenkassa kostenlos mitversichern lassen. Diese Altersgrenze wurde im Rahmen der Kürzung der Familienbeihilfe durch das Budgetbegleitgesetz 2011 nicht geändert! Wird Familienbeihilfe bezogen, dann teilt das Finanzamt dem Versicherungsträger dies automatisch mit und es müssen keine Nachweise an die Gebietskrankenkassa übermittelt werden.

Wird keine Familienbeihilfe bezogen (bspw. weil die Altersgrenze überschritten wurde), dann gilt Folgendes: Hinsichtlich des Leistungsnachweises reicht im ersten Studienjahr der Nachweis der Zulassung zu einem ordentlichen Studium durch Studienbuchblatt und Fortsetzungsbestätigung. Ab dem zweiten Studienjahr muss nach jedem Studienjahr eine Fortsetzungsbestätigung und die Ablegung von Prüfungen aus Pflicht- und Wahlfächern des betriebenen Studiums im Gesamtumfang von acht Semesterwochenstunden nachgewiesen werden (sog. „Acht-Stunden-Bestätigung“).

Das bedeutet, dass die Mitversicherung grundsätzlich bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres aufrecht bleibt, sofern jedes Studienjahr mindestens acht Semesterwochenstunden nachgewiesen werden. Eine maximale Anspruchsdauer pro Studienrichtung (bspw. Mindeststudienzeit plus ein Toleranzsemester wie bei der Studienbeihilfe) existiert bei der Mitversicherung nicht!

Der Nachweiszeitraum für den Leistungsnachweis wird durch ein unvorhergesehenes Ereignis (z.B. Krankheit) oder Auslandsaufenthalt um ein Semester verlängert, wenn die Studienbehinderung mindestens drei Monate lang angedauert hat. Zeiten des Mutterschutzes sowie der Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres hemmen den Ablauf des Nachweiszeitraumes.

Die kostenlose Mitversicherung gilt für Kinder, Wahl-, Stief- und Pflegekinder bzw. Enkel des Versicherten.

Wenn du dein Studium abgeschlossen hast, aber völlig erwerbslos bist, so kannst du dich noch max. für weitere 24 Monate mitversichern lassen. Darüber hinaus ist die Mitversicherung nur möglich, wenn du aufgrund einer Krankheit oder eines Gebrechens erwerbsunfähig bist.

Mitversicherung bei anderen Angehörigen

Ist dein Ehepartner krankenversichert, dann besteht die Möglichkeit, dich bei diesem günstig (3,4 % der Beitragsgrundlage des Versicherten) mitversichern zu lassen. Gleiches gilt für die Mitversicherung beim Lebensgefährten, wenn ihr nachweislich (lt. Meldezettel) seit mind. zehn Monaten in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Der Antrag auf Mitversicherung ist von deinem Partner bei der jeweiligen Krankenkasse zu stellen; es gibt keine Altersgrenze bei dieser Art von Mitversicherung! Der Zusatzbeitrag von 3,4 % der Beitragsgrundlage des Versicherten ist grundsätzlich auch für (erwachsene) Angehörige aus dem Kreis der Eltern, Wahl-, Stief- und Pflegeeltern, der Kinder, Wahl-, Stief- und Pflegekinder, der Enkel oder der Geschwister des Versicherten, die als haushaltsführende Angehörige gelten, zu bezahlen.

Der Zusatzbeitrag ist aber in folgenden Fällen nicht zu bezahlen:

  • Der mitversicherte Angehörige widmet sich aktuell der Erziehung zumindest eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Kindes, das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder widmete sich in der Vergangenheit zumindest vier Jahre lang dieser Aufgabe.
  • Der mitversicherte Angehörige erhält Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 3 oder pflegt unter überwiegender Beanspruchung seiner Arbeitskraft nicht erwerbsmäßig in häuslicher Umgebung den Versicherten, der zumindest Pflegegeld in Höhe der Stufe 3 erhält.
  • Während des Bezugs von Krankengeld, Wochengeld, Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe oder wenn das monatliche Nettoeinkommen des Versicherten nicht den Ausgleichszulagenrichtsatz für Ehepaare (2015: € 1.307,89) übersteigt.

Falls keine dieser oben angeführten Mitversicherungen für dich in Frage kommt, dann hast du nachfolgende Möglichkeiten der Selbstversicherung.

Studentische Selbstversicherung

Ist der Anspruch auf beitragsfreie Mitversicherung nicht mehr gegeben, besteht für Studenten die Möglichkeit zur Selbstversicherung. Die Selbstversicherung ist beim zuständigen Krankenversicherungsträger (Wohnsprengel, muss nicht Hauptwohnsitz sein) zu beantragen. Der monatliche Beitrag beträgt 54,11 Euro (2015).

Voraussetzungen:

  • Einkommen iSd Studienförderungsgesetztes übersteigt nicht den Betrag von 10.000 Euro pro Kalenderjahr
  • Die Anspruchsdauer darf um nicht mehr als vier weitere Semester überschritten worden sein
  • Die Regelungen über den Studienwechsel müssen eingehalten worden sein
  • kein absolviertes Studium (Ausnahme: ein weiterführendes Master- oder Doktoratsstudium)

Die studentische Selbstversicherung endet:

  • mit dem Wegfall der Voraussetzungen,
  • mit dem Ende des Kalendermonates in dem du den Austritt erklärt hast,
  • nach dem Ende des dritten Kalendermonates nach Ende deines Studiums.
  • sobald zwei fällig gewordene Beiträge nicht entrichtet wurden. Wenn das passiert, kannst du dich erst nach sechs Monaten wieder versichern!
Allgemeine Selbstversicherung

Ist eine günstige Form der Versicherung aus einem der oben angeführten Gründe nicht möglich, beträgt der monatlich zu leistende Beitrag 388,04 Euro (2015). Mit dem Antrag kann gleichzeitig einen Antrag auf Herabsetzung der Beitragsgrundlage gestellt werden. So kannst du erreichen, dass der Beitragssatz je nach wirtschaftlichen Verhältnissen herabgesetzt wird (mindestens jedoch 97,01 Euro).

Wichtig: Personen, die mitversichert sind, sowie Selbstversicherte und ihre Angehörigen haben Anspruch auf Sachleistungen (z.B. ärztliche Hilfe, Heilmittel und Heilbehelfe, Anstaltspflege). Allerdings sind Barleistungen wie z.B. Kranken- oder Wochengeld gesetzlich nicht vorgesehen!

Die freiwillige Krankenversicherung kommt für Studenten in Frage, die in keiner gesetzlichen Krankenversicherung in Österreich oder in einem EU-Staat pflichtversichert sind und ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben.

Selbstversicherung für geringfügige Beschäftigte

Gehst du allerdings einer geringfügigen Beschäftigung nach, hast du noch die Möglichkeit, dich hier wesentlich billiger zu versichern.

Voraussetzung ist, dass du aus einer oder mehreren Beschäftigungen insgesamt nicht mehr als € 405,98  im Monat oder € 31,17 pro Tag verdienst (2015), auch die Bezahlung mittels Dienstleistungsscheck ist möglich. Den Antrag hierzu kannst du bei der jeweiligen Gebietskrankenkasse einbringen. Monatlich sind € 57,30 zu zahlen (2015). Der Leistungsanspruch beginnt am Tag nach deiner Antragstellung. Mit dieser Versicherung bist du nicht nur kranken-, sondern auch pensionsversichert (Beitragsgrundlage ist die Geringfügigkeitsgrenze). Du bist jedoch nicht arbeitslosenversichert.