Waisenpension


Anspruch auf eine Waisenpension haben Kinder nach dem Tod eines versicherten Elternteiles.

Als Kinder gelten die ehelichen, die unehelichen und legitimierten Kinder, Wahlkinder sowie Stiefkinder (Hausgemeinschaft vor dem Tod des Versicherten erforderlich).

Anspruchsberechtigt

Du bist ab dem Todestag (Stichtag) deines Elternteiles anspruchsberechtigt, wenn dieser auf einen Monatsersten fällt, sonst ab dem darauf folgenden Ersten des Monats. Dein Elternteil muss darüber hinaus eine gewisse Mindestzeit versichert sein (Wartezeit). Unabhängig vom Lebensalter erwirbst du einen Anspruch, wenn mindestens 180 Beitragsmonate oder 300 Versicherungsmonate vorliegen. Eine andere Möglichkeit, die Wartezeit zu erfüllen, ist vom Alter des Verstorbenen zum Pensionsstichtag abhängig:

  • Liegt der Stichtag vor dem 50. Lebensjahr, ist diese Voraussetzung erfüllt, wenn 60 Versicherungsmonate in den letzten 120 Kalendermonaten („Rahmenzeit”) vorliegen.
  • Bei einem Stichtag nach dem 50. Lebensjahr ist zusätzlich zu den vorgenannten 60 Monaten für jeden Lebensmonat über 50 ein weiterer Versicherungsmonat erforderlich. Die Rahmenzeit umfasst doppelt so viele Kalendermonate wie Versicherungsmonate vorliegen müssen. Höchstens werden aber 180 Versicherungsmonate in den letzten 360 Kalendermonaten verlangt.

Beispiel: Der verstorbene Versicherte war am Stichtag 53 Jahre alt. Für die Wartezeit müssen mindestens 96 Versicherungsmonate (60 plus 36 für die drei Lebensjahre über 50) in den letzten 192 Kalendermonaten (120 plus 72) vorliegen.

Die Wartezeit gilt auch dann als erfüllt, wenn der Tod vor dem vollendeten 27. Lebensjahr eingetreten ist und bis dahin mindestens sechs Versicherungsmonate (ausgenommen Selbstversicherung gem. § 16a ASVG) erworben wurden. Die Wartezeit entfällt, falls der Tod Folge eines Arbeitsunfalles, einer Berufskrankheit oder einer anerkannten Schädigung während des Präsenz- oder Ausbildungsdienstes beim österreichischen Bundesheer ist. Hat der verstorbene Elternteil zum Zeitpunkt des Todes bereits Pension beansprucht, gilt die Wartezeit auf jeden Fall als erfüllt. Ist die Wartezeit nicht erfüllt und wurde vom Verstorbenen aber mindestens ein Beitragsmonat erworben, so gebührt den Waisen an Stelle der Pension eine Abfindung als einmalige Leistung.

Dauer der Waisenpension

Die Waisenpension gebührt grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr, darüber hinaus

  • bei Schul- oder Berufsausbildung (maximal bis zum 27. Lebensjahr) oder
  • bei Erwerbsunfähigkeit für deren Dauer.
Höhe der Waisenpension

Die Basis für die Berechnung der Waisenpension bildet immer eine 60-prozentige Witwen- oder Witwerpension, unabhängig davon, ob bzw. in welcher Höhe diese tatsächlich anfällt. Die Waisenpension beträgt bei Tod eines Elternteils 40 %, bei Tod beider Elternteile 60 % der Witwen-bzw. Witwerpension. Sind die Voraussetzungen für die Gewährung einer Waisenpension nach beiden Elternteilen erfüllt, so gebühren zwei Pensionen: 60 Prozent der Witwen- und 60 Prozent der Witwerpension.

Zuverdienst der Waisenpension

Jeder Fall des Zuverdienstes wird von einem Gremium der PVA entschieden. Vorausgesetzt wird eine Beschäftigung, die unmittelbar mit dem Studium in Verbindung gebracht werden kann. Außerdem darf die wöchentliche Arbeitszeit die 20 Stunden-Grenze nicht überschreiten. Ein dem entgegenstehender Rechtssatz des OGH vertritt die Ansicht, wonach neben der die Arbeitskraft überwiegend beanspruchenden Schulausbildung oder Berufsausbildung erzielte Einkünfte jeglicher Art berühren daher weder den Grund noch die Höhe des Anspruchs auf Waisenpension. Ausnahme dieser Regel: wenn die Erwerbstätigkeit gleichzeitig der Ausbildung dient und das monatliche Einkommen über dem Ausgleichszulagenrichtsätze (2014: 857,73 Euro) so besteht kein Anspruch auf Waisenpension. Beispiel: Rechtspraktikanten im Sinne des Rechtspraktikantengesetzes (OGH 19.03.2013, 10 ObS 38/13f).

Auszahlung

Die Auszahlung der Pension erfolgt monatlich im Nachhinein, jeweils am 1. des Folgemonats. Im April und September wird die Pension in doppelter Höhe (Pensionssonderzahlung) angewiesen.

Achtung: Einkünfte aus Waisenpensionen werden bei der Studienbeihilfe berücksichtigt.
Weitere Infos entnimmst du der Website: www.pensionsversicherung.at