Gruppe 4: Johanna Bugkel, Niko Filipovic, Robert Klonner, Felizitas Zeitz

Während des Abendessens am Samstag ist endlich eingetroffen, worauf wir bereits sehnsüchtig gewartet haben – es regnet. Das Prasseln auf dem Dach ist so laut, dass jegliches Gespräch unmöglich ist. Innerhalb einer knappen halben Stunde messen die verschiedenen Messgeräte zwischen 11,4 und 13,5 l/m².  Dadurch müssen wir auch unsere Nachtwanderung in den Dschungel verschieben. Um 21.00h Lokalzeit, begleitet von einem schweizer Schlangenexperten, machen wir uns gemeinsam mit Werner Huber auf den Weg. Die Erfahrung einer dunklen Nacht im Regenwald ist ein unvergessliches Erlebnis. Ausgestattet mit Stirnlampen und Gummistiefeln können wir Skorpione, Schlangen, Spinnen und sogar den Rotaugenfrosch sehen.

Nach dem Frühstück um 7 Uhr sind wir von La Gamba Richtung Nord-Westen losgefahren. Unser heutiges Ziel ist Refugio Baru del Pacifico. Refugio Baru liegt an der Pazifikküste und ist ein 40 Jahre alter Nationalpark, der von einem Amerikaner gegründet wurde. Auf dem Weg von La Gamba fuhren wir entlang von Teakholzplantagen, einer schnell wachsenden tropischen Holzart, die ihren Ursprung in den Monsungebieten Asiens hat. In Costa Rica gibt es erst seit etwa 30 Jahren Forstwirtschaft. Aufgrund der Naturschutzbedingungen ist die Abholzung der costaricanischen Wälder zurückgegangen, sodass Costa Rica zu einem Holzimportland geworden ist. Von unserem Reiseleiter erfahren wir zusätzlich einiges über die Geschichte der Wälder in Mitteleuropa, z.B. dass während des Dreißigjährigen Krieges rund ein Drittel der Wälder in Zentraleuropa verloren gegangen ist.

Fotos:Niko Filipovic, Christina Tavolato, Johanna Bugkel

Nach dem anfänglichen Nebel werden wir von einem strahlend blauen Himmel begleitet. Nur entlang der Fila Costeña beobachten wir Wolken. Während der Fahrt können wir auch eine gute Tat vollbringen und eine Schildkröte vor dem sicheren Tod auf der Interamericana retten. Es handelte sich um eine Klappschildkröte (Kinosternon scorpioides), die in Teichen und Sümpfen des costaricanischen Tieflandes bis etwa 1000m Seehöhe lebt. Als kulinarisches Highlight können wir auf einem Stand neben der Straße einen Meeresfrüchtecocktail (den sogenannten Ceviche) probieren, der in Costa Rica sehr beliebt ist.

Um etwa 10 Uhr erreichen wir unser Ziel, die Hacienda Baru. Diese Anlage ist ein Teil des Refugio Baru und wo wir die kommende Nacht verbringen. Zu Beginn suchen wir geeignete Standorte, um unsere Messgeräte zu platzieren. Mit diesen Messungen wollen wir die Land-Seewindzirkulation untersuchen. Dazu stellten wir unsere Messgeräte in einer Linie vom Strand bis zur Hacienda Baru auf. Die Land-Seewindzirkulation entsteht durch die unterschiedliche Erwärmung von Meer- und Landmassen. Nach dem Messaufbau machen wir eine Runde im Schmetterlingshaus der Hacienda. Nutzen von diesem Schmetterlingshaus haben nicht nur Touristen, sondern auch andere Schmetterlingshäuser aller Welt, bei denen es nicht die richtigen klimatischen und pflanzlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung bestimmter Raupen gibt. Gegen Mittag starten wir eine Wanderung im Refugio Baru bei einer Lufttemperatur von rund 30°C und über 90% rel. Luftfeuchte. Von unserem Anfängerglück begleitet können wir kurz nach Betreten des Waldes Faultiere auf Bäumen entdecken. In den Baumkronen tummeln sich auch Weißkopfkapuzineraffen, die uns mit nicht weniger neugierigen Blicken beobachten. Die Nasenbären sind leider sehr scheu und verstecken sich gleich wieder im Dickicht. Im Schatten eines Guanacaste Baums, dem Nationalbaum Costa Ricas, stehend, wird uns dessen Geschichte von Werner Huber erklärt. Das letzte Stück der Wanderung führt uns über einen steilen Anstieg zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen wunderschönen Blick auf den Pazifik genießen können. Nach dieser dreistündigen Wanderung holen wir uns unsere Badesachen und machen uns auf zum Strand. Dort stellen wir ein weiteres Messgerät auf und geniessen die restliche Zeit bis zum Sonnenuntergang. In der letzten Sekunde sehen wir sogar die Andeutung eines grünen Strahls, der durch die Farbzerlegung bei Lichtbrechung der Sonnenstrahlung zustande kommt.

Überwältigt von den schönen Eindrücken, aber auch den Anstrengungen des Tages, sehnen sich alle nach ihren Betten. Die Freude wird bei manchen leider durch die Anwesenheit von Las Cucarachas (Kakerlaken) getrübt.

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