Gruppe 3: Julie Walderdorff, Valerie Kumer, Marion Rothmüller, Daniel Leukauf

Messstationen im Garten der Tropenstation

Zum Vergleich der Feuchtesensoren und um den Strahlungseinfluss durch die unterschiedlichen Farben der Messgeräte zu erfassen wurden Kestrels im Messgarten der Tropenstation aufgestellt.

Koordinaten:
Breite 8° 42` 2,24“ N
Länge 83° 12` 8,34“ W
Höhe 80 m NN

Fotos: (c) Daniel Leukauf und Marion Rothmüller

Wanderung durch den Primärregenwald

Der Regenwald im Nationalpark „Piedras Blancas“ ist ein Primärregenwald, d.h. ein Regenwald der noch nicht vom Menschen beeinflusst wurde. Auf Grund des Niederschlagsreichtums in dieser Region konnte sich im Regenwald eine enorme Artenvielfalt entwickeln, die teilweise endemisch ist (also nur hier vorkommt). Grundlage dieses Waldes sind vor allem Licht, Wasser und Nährstoffe. An Wasser mangelt es nicht, jedoch an Nährstoffen und Licht im und am Boden. Die Substrate befinden sich hauptsächlich in der Biomasse und nur zu einem geringen Teil im Boden. Dies stellt ein Problem bei der Wiederbewaldung nach einer Rodung dar, da die restlichen Nährstoffe durch die hohen Niederschlagsmengen ausgewaschen werden. Um an diese Ressourcen zu kommen, entwickeln Pflanzen verschiedenste Überlebensstrategien.
Eine Möglichkeit dem Licht näher zu kommen ist hoch zu wachsen, wie es zum Beispiel Urwaldriesen machen. Da dies die Meisten nicht schaffen gibt es auch sogenannte Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), welche andere Pflanzen benutzen um nach oben ans Licht zu gelangen. Beispiele dafür sind Lianen oder Bromelien. Die Würgepflanzen, wie zum Beispiel der Ficus („Gummibaum“), streben nicht nur nach dem Licht sondern auch zum Boden um eventuell selbständig zu werden.
Eine weitere Möglichkeit einen sonnigeren Platz zu ergattern haben die wandelnden Palmen entwickelt. Sie haben Stelzwurzeln mit denen sie dem Licht einige Dezimeter entgegen wandern können.
Humussammelnde Pflanzen gelangen durch herunterfallende Blätter an Nährstoffe. Das herabfallende Laub wird durch trichterförmige Blätter zum Stamm geführt, wo Wurzeln die Substrate aufnehmen. So können sie zwar nicht hoch wachsen aber ihr Überleben ist gesichert.
Nicht nur die Ressourcenfrage macht ihnen das Leben schwer, sondern auch Wetterextrema wie zum Beispiel intensive Niederschläge bzw. starke Winde. Diese können Bäume zu Fall bringen, wodurch sogenannte „Gaps“ (Lichtungen) entstehen. Die so entstandenen Lichtungen werden zunächst von Pionierpflanzen besiedelt und brauchen Jahrzehnte um wieder vollständig geschlossen zu sein.
Die Tiere des Waldes sind sehr scheu und lassen sich selten blicken oder sind ausgezeichnet getarnt. Dem geschulten Auge von Dr. Huber entgingen jedoch nicht die junge Lanzenotter oder die mit Pflanzen in Symbiose lebenden Ameisenkolonien. Um einen weiteren Einblick in die Tierwelt zu bekommen wurde folgender Versuch durchgeführt:
Der Duftstoff Cinemol lockt die männlichen Prachtbienen an, die diesen sammeln um damit in späterer Folge um Weibchen werben. Dieser wurde auf ein Taschentuch aufgebracht und innerhalb von 10 Minuten waren schon die ersten Prachtbienen zu sehen.

Messstationen in Fila Costeña
Am Nachmittag wurden in der Umgebung von San Vito 2 Messstationen aufgestellt, um den Hangwind messtechnisch zu erfassen.

  • Mirador la Torre:
    Breite: 8°40’46,44‘‘ N
    Länge: 82°56’13,00‘‘ W
    Höhe: 625 m NN
  • Botanischer Garten San Vito
  • Breite: 9°47’12,2‘‘ N
    Länge: 82°57’54,0‘‘ W
    Höhe: 1225 m NN

Abendprogramm
Der Tag klang aus mit einer Einführung von Dr. Huber über die Besonderheiten von Costa Rica und Forschungsarbeiten innerhalb der Tropenstation bzw. im „Regenwald der Österreicher“.
Anschließend fand der Vortrag der Gruppe 1 über die Klimatologie Costa Ricas statt. Im Allgemeinen sind die Klimaeigenschaften des Landes an die Orographie und die Land-Meer-Verteilung gebunden. Im Osten kommt es auf Grund des Nordostpassates zu Stauniederschlägen entlang der Cordillera Central und Cordillera Talamanca weshalb im Osten von Costa Rica das ganze Jahr über sehr viel Regen fällt. Der Nordwesten des Landes hingegen ist trockener, heißer und hat ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten; der Südwesten hat ebenfalls Regen- und Trockenzeiten, ist aber wesentlich feuchter als der Norden des Landes. In diesem Teil fallen deutlich mehr Niederschläge als im restlichen Land und wir vermuten dass die Gebirgsketten die Passatwinde teilweise blockieren und die Luft dazu zwingen die Gebirgsketten zu umströmen, weshalb der Seewind im Südwesten des Landes stärker ausgeprägt sein dürfte. Das Wasser der Bucht im Südwesten des Landes, im „Golfo Dulce“, ist relativ warm und feuchtet die Luft darüber laufend an. Der Seewind bringt diese feuchte Luft vom „Golfo Dulce“, landeinwärts, welche am südlichen Gebirgskamm aufsteigt und das Niederschlagsmaximum in der Umgebung von La Gamba erklärt.

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