Gruppe 1: Sarah Umdasch, Tina Leiding, Verena Hirss, Christina Tavolato, Andrea Steiner

Der dritte Tag in der Tropenstation begann mit dem Frühstück um 5:30 für uns recht zeitig, um die angenehmen Temperaturen in den Morgenstunden für eine Wanderung im Piedras Blancas Nationalpark von der Station bis zur Küste des Golfo Dulce zu nutzen.

Die erste Etappe führte uns im Regenwald über eine kleine Anhöhe in Richtung Rio Bonito. Gleich beim ersten Anstieg sind wir in eine Fotofalle getappt, die von Forschern angebracht wurde, um die Bestände des Jaguars und anderer Raubkatzen zu dokumentieren. Der Fluss bot sich uns in einer stimmungsvollen Atmosphäre – bei sich auflösendem Strahlungsnebel und ersten Sonnenstrahlen. Der „Schöne Fluss“ wurde im nächsten Abschnitt der Wanderung ganze 21 Mal durchquert – mit bis zu kniehohem Wasserstand. Jetzt kennen wir das Gefühl, wenn Wasser von oben und unten gleichzeitig in die Schuhe eindringt – manche verglichen das Erlebnis mit einer Kneippkur! Die gemessene Wasseroberflächentemperatur lag um 8:00 Uhr bei 24,4°C während die Lufttemperatur 25,2°C betrug. Als Wegbegleiter konnten wir einige Vögel beobachten: einen Tucan, den Lachfalken mit seinem markanten Ruf (die Einheimischen nennen ihn deshalb „Guaco“) und Eisvögel, die im Fluss nach Fischen tauchten.


Fotos: (c) Christina Tavolato und Verena Hirss

Vor der nächsten Etappe machten wir eine kurze Pause bei der Rangerstation des Nationalparks „El Bonito“. Dort haben wir uns ins Gästebuch eingetragen und uns die Tierspuren (unter anderem eine Jaguarspur), die dort ausgestellt waren, angesehen.

Weiter führte uns der Weg durch einen Sekundärwald, es handelt sich dabei um alte Plantagen, die nicht mehr genutzt werden. In diesem Wald sind die früheren menschlichen Einflüsse noch zu erkennen. Kurz vor Ende der Etappe kamen wir zu einem ca. 300 Jahre alten Kapokbaum, dessen Brettwurzeln uns überragten und den wir alle gemeinsam nicht umfassen konnten. Ein besonderes Ereignis in schwindelnden Höhen waren die Lianen, die selbst in uns Meteorologen den Tarzan erweckten.

Die vierte Etappe war zugleich die anstrengendste, da die meisten Höhenmeter überwunden werden mussten. Um 11:20 erreichten wir den höchsten Punkt (415 m), zu diesem Zeitpunkt herrschte eine Lufttemperatur von 25°C und eine Luftfeuchte von 96%. Kein Wunder, dass wir ins Schwitzen gekommen sind! Hier in der Höhe erinnert die Vegetation mehr an einen trockenen, als an einen feuchten Wald, obwohl die Niederschlagsmenge und die Bodenbeschaffenheiten ähnlich sind, wie in La Gamba. Es gibt noch keine wissenschaftliche Erklärung dafür, unsere Spekulationen gingen in Richtung merkbarer Wind in Kammniveau und der Meeresnähe. Während des Abstiegs hinunter zum Meer begegneten wir noch ein paar interessanten Tieren und Pflanzen: dem Knoblauchbaum, dessen Blüte einen sehr markanten Geruch hatte, einem Fossiliengewächs, dem Palmenfarn und einer Spinne, Nephelia Claviceps, deren Netzfäden zu kugelsicheren Westen verarbeitet werden können.
Nach einer Mittagspause am Fuß des Regenwaldes erreichten wir unser letztes Teilstück des Weges. Den Strand entlang ging es eine halbe Stunde bis zur Casa Orquidea, in dem wir zwei Messstationen in direkter Küstennähe aufstellten.

Anschließend hatten wir die Gelegenheit, das außergewöhnlich warme Wasser des Golfo Dulce – die gemessene Meeresoberflächentemperatur betrug 30.9°C, bei etwa gleicher Lufttemperatur – zu genießen und den botanischen Garten zu besichtigen. Die Beete waren in verschiedene Themengebiete, wie Spice-Kitchen oder Orchid-Garden – angelegt. Wie viele Costaricaner halten sich auch die Eigentümer der Casa Orquidea eine Hausschlange. Diese ist nicht giftig und frisst Mäuse, Ratten und anderes unerwünschtes Getier.

Um 16:00 wurden wir mit dem Boot abgeholt und hatten die Gelegenheit Pelikane auf ihren Brutbäumen bei der Fahrt nach Golfito zu beobachten.

Die beigefügte Grafik zeigt die gemessenen Verläufe unterschiedlicher Temperatur- und Feuchtemaße, wie sie vom 31.01.2011 14:00 UTC (Lokalzeit: 8:00) bis zum 01.02.2011 22:00 UTC (Lokalzeit: 16:00) aufgezeichnet wurden. Die Daten wurden mit den Kestrels im Garten der Tropenstation La Gamba direkt neben den bereits seit knapp einem Jahr aufgestellten Hobos (automatische Wetterstationen) registriert.
Der Taupunkt gibt jene Temperatur an, bei deren Unterschreitung Kondensation auftritt, die Feuchttemperatur jene einer feuchten Oberfläche und der Hitzeindex beschreibt diejenige Temperatur, die man bei einer 50 %igen relativen Feuchte empfinden würde.
Man beachte die Spitzen der gefühlten Temperatur (Hitzeindex) weit über 40° C. Selbst in der Nacht sinkt die Temperatur nicht unter rund 22° C. Knapp nach Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang fällt der Taupunkt mit der Temperatur zusammen, was auf Nebel schließen lässt und typisch für die Region La Gamba ist.

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