Gruppe 2: Rainer Kaltenberger, Julia Schöberl, Petra Kainrath, Lukas Tüchler, Johannes Sachsperger

Der Tagesablauf reicht von einer Bootsfahrt in den Mangroven und einem Besuch des Playa Zancudo.

Die heutige Tour startet in Golfito, der einstigen Hauptstadt Chiquitas. Es leben heute nur noch circa 4000 Ticos in dieser Stadt. Die Halbinsel bei Golfito wird bei Flut zur Insel. In Costa Rica ist es im Gesetz verankert, dass demjenigen, der fünf Jahre auf einem besitzlosen Grundstück lebt, dieses in sein Eigentum übergeht. In Golfito lebt seit etwa 20 Jahren der Enkelsohn des berühmten österreichischen Schriftsteller Arthur Schnitzlers, Michael Schnitzler. Er ist der Gründer des „Regenwaldes der Österreicher“, in dem auch die tropische Station La Gamba steht.

Die Geschichte zur Namensgebung La Gambas ist wie folgt:
Vor ungefähr 50 Jahren war Rolands Finca das heutige Haupthaus von La Gamba. Rundherum war nur Regenwald. Mitten in La Gamba stand ein Kapukbaum. Diese Bäume sind riesige Brettwurzler und man nennt diese „Gamba“ – daher der Name des Ortes.

Als die United Fruit Company Bananenplantagen anlegte und die Ernte mittels Entlaubungsmittel beschleunigen wollte, starben die Bäume ab. Zur selben Zeit war das Affensterben ziemlich groß. Es gibt mehrere Theorien zu diesem Massensterben. Eine davon stand im Zusammenhang mit dem Entlaubungsmittel. Die zweite Theorie besagt, dass die Ticos die Affen abschossen und als Hundefutter verwendeten. Die dritte Theorie kommt aus der Wissenschaft, welche eine Tuberkuloseepidemie unter den Affen vermutet.

Fotos: (c) Rainer Kaltenberger und Johanna Bugkel

Insgesamt gibt es in Costa Rica vier Affenarten: Totenkopfaffen, Brüllaffen, Klammeraffen, Weißkopfkapuzineraffen. Die Affenpopulation hat sich bis heute noch nicht erholt. Jedoch bestehen Bemühungen die Affenpopulation wieder aufzubauen.

Am Weg zum Mangrovenwald liegen Sandbänke, die bei Ebbe zu Inseln werden. Diese entstanden aufgrund der Nähe des Rio Cotto, der Sedimente ins Meer führt. Das dort heimische Krokodil ist leider nirgendwo aufzufinden. Jedoch ist die von uns besuchte Sandbank die Heimat von vielen Gespensterkrabben. Manche Studenten finden ihre verlorene Kindheit im Treibsand wieder.

Im Mangrovenwald, der eigentlich im weitesten in indopazifischen Gebieten verbreitet ist, fließt durch die Gezeitenbewegung salz- und süßhaltiges Wasser zusammen. Aufgrund dieser Gegebenheit fällt es vielen Pflanzen schwer sich zu etablieren und es entwickelt sich ein besonderes Ökosystem. Eine weitere Erschwernis ist der Wechsel von Ebbe und Flut im Sechs-Stunden-Takt. Somit gibt es im Mangrovenwald nur wenige Pflanzenarten, meistens natürliche Monokulturen. Der lokale Hauptvertreter heißt Ricoferro Mangle, welche Stelzwurzeln besitzen, damit sie statisch gut verankert sind. Aufgrund dessen halten sie auch Flut und Ebbe stand.

Die Etablierung der Mangrove ist eine Herausforderung. Der Samen der Jungpflanze keimt auf der Mutterpflanze, wird von dieser versorgt, bis sie groß genug ist und anschließend herabfällt. Im Wasser wird die Jungpflanze mit der Strömung verdriftet und keimt an einem angespülten Platz. Die Versorgung der Jungpflanze durch die Mutter (lat.: vivi baro) ist in der Pflanzenwelt einzigartig. In den Gewässern des Mangrovenwaldes tummeln sich Süß- und Salzwasserfische. Die Stelzwurzeln bieten ihnen den notwendigen Schutz zum Überleben vor ihren Feinden. Dieses Ökosystem bietet auch Reihern (Nachtreiher, Grünrückenreiher,…), Ibisen, Krokodilen, Affen, Krabben, Schildkröten und Papageien Schutz. Die Mangroven sind ein gefährdeter Lebensraum aufgrund von Landgewinnung, Holzkohlegewinnung und Gewinnung von Wasserbecken für Shrimpsfarmen. Allerdings stehen die Mangrovenwälder Costa Ricas unter Schutz.

Auf unserer Fahrt durch die Mangroven erleben wir viele Highlights:

  • Stachelrochen
  • Delphine
  • Monokongos (Brüllaffen): Zur Revierabgrenzung brüllen diese Affen besonders in der Früh und am Abend. Sie sind reine Vegetarier.
  • Weißkopfkapuzineraffen
  • Ibise: Diese Vogelart gehört zu den Filtrierern, hierbei wird wie beim Prinzip eines Siebes das Wasser abgelassen und somit die Tiere herausgefiltert.
  • Spitzmaulkrokodile: Auf unserer Tour auf dem Rio Cotto entdecken wir ein still liegendes Krokodil unter einer Mangrovenpflanze. Unser Bootsmann bringt uns möglichst nahe an dieses Tier heran. Geduldig lässt es sich fotografieren, bis es sich bedroht fühlt und in das Wasser springt.
  • Nach diesem ereignisreichen Tag machen wir einen kurzen Stopp beim Playa Zancudo. Hier haben wir die Möglichkeit genutzt Vergleichsmessungen in einem Profil vom Wasser bis zum küstennahen Wald mit vier Kestrels zu machen. Erstaunliche Ergebnisse unseres Infrarotthermometers ergeben 57°C an der Sandoberfläche.

    Auf unserer Rückfahrt nach Golfito durch den Mangrovenwald können wir aufgrund der vorherrschenden Flut eine Abkürzung nehmen. Die Landschaft hat sich durch die Hebung des Wassers optisch deutlich verändert.

    Alles in allem ein toller und lehrreicher Tag.

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