Universität WienGeschichte der Universität Wien im Überblick

 
Archiv der Universität Wien

 Inhaltsverzeichnis 

Geschichte der Universität Wien CHRONOLOGISCHER ÜBERBLICK

 14. Jhd. - 15.Jhd. - 16Jhd. - 17.Jhd. - 18. Jhd. - 19. Jhd. - 20. Jhd.


14. Jahrhundert
1365

 

Herzog Rudolf IV. von Habsburg unterfertigt mit seinen Brüdern Albrecht III. und Leopold III. am 12. März 1365 die Gründungsurkunde der Universität Wien.

Papst Urban V. bestätigt die Gründung mit Ausnahme der Theologischen Fakultät, 18. Juni 1365.

Die Stadt Wien gelobt die Unterstützung der Universität, 12. April 1365.

   
1366

 

Gliederung der Universitätsangehörigen in vier "Akademische Nationen".

Erste Dotation: Einkünfte der Pfarre Laa an der Thaya.

   
1384

 

Herzog Albrecht III. reformiert und erweitert die Universität:

Gründung der Theologischen Fakultät

Stiftung des Herzoglichen Kollegs (Collegium ducale).

   
1385

Eröffnung des ersten Wiener Universitätsgebäudes, des "Herzogskollegs", Collegium ducale (heute etwa Postgasse 7-9), und des Collegium iuristarum (auch "Juristenschule", Schulerstraße 14).

Autonomer Beschluß der Universitäts-Statuten.

   
1389

 

Autonomer Beschluß der Fakultäts-Statuten.
   
1396

 

Zuweisung von 800 Pfund Pfennigen "ewiger Gült" aus der Maut zu Ybbs an der Donau als Jahresdotation.
   

15. Jahrhundert

1404

 

Galeazzo di Santa Sofia aus Padua führt die erste anatomische Demonstration nördlich der Alpen durch
   
1409

 

Konzil zu Pisa Teilnahme der Wiener Professoren Franz von Retz und Petrus Deckinger.
   
1414

 

Konzil zu Konstanz Teilnahme der Professoren Nikolaus von Dinkelsbühel, Petrus von Pulkau etc.
   
1419

 

Stiftung des "Hauses der Ärzte" (Weihburggasse 10) durch Magister Niklas von Hebersdorf.
   
1425

 

Eröffnung des ältesten Aulagebäudes, der sogenannten "Nova structura" (heute etwa Bäckerstraße 13 und 20).
   
1432  

Konzil zu Basel Teilnahme von Thomas Ebendorfer.

   

1445

 

Aeneas Silvius Piccolomini (14581464 Papst Pius II.) propagiert die Lehre der antiken Autoren in der Aula der Universität
   
1492

 

Studentenspital und Universitätsbibliothek erhalten ein eigenes Gebäude: die alte "Liberey".
   

16. Jahrhundert

1501

 

Kaiser Maximilian I. stiftet das "Collegium poetarum" als humanistisches Gelehrtenkolleg und betraut den "Erzhumanisten" Konrad Celtis mit der Leitung des Instituts und der Durchführung von Dichterkrönungen.
   
1514

 

"Bellum Latinum" Studentenaufstand und anschließender Auszug von angeblich 800 Wiener Studenten.
   
1551

 

Der Jesuitenorden wird von König Ferdinand I. nach Wien berufen.
   
1554

 

Ferdinand I. führt mit seiner "Reformatio nova" besoldete Ordinarien an allen Fakultäten ein und verstärkt die landesfürstliche Kontrolle der Universität bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Absicherung.
   
1558

 

Den Jesuiten werden zwei theologische Lehrkanzeln übertragen.
   
1564

 

Kaiser Maximilian II. übt konfessionelle Toleranz und zieht zahlreiche Wissenschaftler nach Wien.
   
1578

Kaiser Rudolf II. setzt den protestantischen Rektor Johann Bapt. Schwarzenthaler ab.
   
1579

 

Melchior Khlesl wird Kanzler der Universität und fordert das römisch-katholische Glaubensbekenntnis von allen Absolventen.
   

17. Jahrhundert

1623   Kaiser Ferdinand II. verfügt in seiner "Sanctio pragmatica" die Übernahme der Theologischen und Philosophischen Fakultät durch die Jesuiten.
   
1624   Grundsteinlegung zum Neubau des Akademischen Kollegs (Jesuitenkolleg) durch Ferdinand II.
   
1631   Weihe der Wiener Universitätskirche (Jesuitenkirche, Hl. Ignatius und Franz Xaver).
   
1649   Kaiser Ferdinand III. führt den "Immaculata"-Eid für Rektoren, Professoren und Graduanden ein.
   
1661  

Erste "Promotio sub auspiciis imperatoris" unter Kaiser Leopold I. in Wien.

   

18. Jahrhundert

1749   Maria Theresianische Reformen. Gerard van Swieten führt staatliche Studiendirektoren ein und beschränkt die akademischen Freiheiten.
   
1754  

Einführung des klinischen Unterrichts an der Medizinischen Fakultät.

Gründung des Botanischen Gartens.

   
1756  

Eröffnung der "Neuen Aula" durch Maria Theresia (ab 1857 k. k. Akademie der Wissenschaften).

Abtretung der Bestände der alten Universitätsbibliothek an die k. k. Hofbibliothek.

   
1757   Aktive Professoren werden von allen Universitätsämtern ausgeschlossen.
   
1760   Gründung der k. k. Studienhofkommission (Vorläuferin des Unterrichtsministeriums).
   
1773   Aufhebung des Jesuitenordens.
   
1778   Zulassung von Protestanten zu den weltlichen Graden
   
1777   Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek mit Büchern der aufgelassenen Jesuitenbibliotheken Niederösterreichs.
   
1782   Zulassung von Juden zum juridischen und medizinischen Doktorgrad, Aufhebung des "Immaculata"-Eides.
   
1783  

Aufhebung der akademischen Sondergerichtsbarkeit.

Einführung der deutschen Unterrichtssprache.

   
1784  

Eröffnung des Allgemeinen Krankenhauses (Einrichtung von Kliniken).

Eröffnung eines "Anatomischen Theaters" in der "Neuen Aula".

Abschaffung der akademischen Amtstrachten (bis 1927).

   
1788   Generelle Aufhebung des katholischen Glaubensbekenntnisses für Graduanden der weltlichen Fakultäten.
   
1790   Verleihung der Landstandschaft an den Rektor.
   
1790   Gründung des Studienkonsesses unter dem Vorsitz des Rektors.
   

19. Jahrhundert

1827   Ausbau der Universitätsbibliothek.
   
1838   Reform der Akademischen Nationen (Österreichische, Slawische, Ungarische, Italienisch-illyrische Nation).
   
1848  

Wiener Revolution, getragen von Doktoren und Studenten (Akademische Legion).

Erringung der Lehr- und Lernfreiheit.

Gründung des Unterrichtsministeriums.

   
1849  

Studienreform unter Minister Leo Graf Thun-Hohenstein. Forschung und Lehre werden vereinigt; Grundsatz der Lehr- und Lernfreiheit

Ausgliederung der Akademischen Nationen aus dem Verband der Universität.

Errichtung von Doktorenkollegien (für "doctores non legentes") und Professorenkollegien an jeder Fakultät.

Aufwertung der Philosophischen Fakultät.

Gymnasialreform (8 Jahre, Matura)

   
1858   Gründung der Sommerhochschule.
   
1865   500-Jahr-Feier unter Rektor Josef Hyrtl, Professor der Anatomie.
   
1867   Staatsgrundgesetz Art. 17: "Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei".
   
1872  

Vollendung des Ersten Chemischen Institutsgebäudes (Architekt: Heinrich von Ferstel).

Eröffnung der "Zentralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus" (Hohe Warte 38).

   
1873  

Universitätsorganisationsgesetz:

Ausgliederung der Doktorenkollegien,

Akademischer Senat statt Konsistorium.

Zuständigkeit des Universitätskanzlers auf die Theologische Fakultät beschränkt,

Wahl zu akademischen Würden unabhängig von der Konfession.

   
1878  

Zulassung von Frauen als Hospitantinnen.

Eröffnung der Sternwarte (Türkenschanzstraße 17).

   
1884  

Eröffnung des neuen Hauptgebäudes am Ring (Architekt Heinrich von Ferstel)

   
1888   Anatomisches Institutsgebäude (Währingerstraße 13) eröffnet.
   
1892   Errichtung der Mensa academica
   
1895   Volkstümliche Universitätsvorträge
   
1897  

Zulassung von Frauen als ordentliche Hörerinnen an der Philosophischen Fakultät (1900 an der Medizinischen, 1919 an der Rechts- und staatswissenschaftlichen, 1922 an der Evangelisch-theologischen und 1945 an der Katholisch-theologischen Fakultät).

   

20. Jahrhundert

1905   Botanisches Institutsgebäude (Rennweg 14).
   
1908   Hygienisches Institutsgebäude (Kinderspitalgasse 15)
   
1910   Institut für Radiumforschung (Boltzmanngasse 3)
   
1911   Neue Universitätskliniken (Spitalgasse 23)
   
1913  

Physikalisches Institutsgebäude (Boltzmanngasse 5-7)

   
1914   Das Hauptgebäude am Ring dient als Verwundetenspital der k. u. k. Armee
   
1915   Chemisches Institutsgebäude (Währingerstraße)
   
1919   Studium der Staatswissenschaften eingerichtet.
   
1922  

Eingliederung der Evangelisch-theologischen Fakultät (begründet 1821 als Protestantische Lehranstalt, 1850 Fakultätsstatus, 1861 Promotionsrecht)

Begründung der "Wiener Internationalen Hochschulkurse"

   
1927   Wiedereinführung der akademischen Amtstrachten
   
1935   Auditorium Maximum eröffnet.
   
1938  

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten folgt die Vertreibung und Deportation von Juden und politschen Gegnern aus dem Lehrkörper und der Studentenschaft. 45% aller Professoren und Dozenten werden entlassen.

Vereidigung der Professoren auf den "Führer" am 22. März.

   
1940   Amt des Kurators der wissenschaftlichen Hochschulen in Wien eingeführt.
   
1943   Verlagerung von Bibliotheken und Forschungseinrichtungen außerhalb Wiens.
   
1944   Erste Fliegerbomben auf das Hauptgebäude (September)
   
1945  

Dekanat der Juridischen Fakultät durch Bomben zerstört (21. Februar)

26 Bombentreffer am Hauptgebäude.

Entlassung der nationalsozialistischen Professoren

Wiedereröffnung der Universität am 29. Mai 1945.

Gründung der Österreichischen Hochschülerschaft.

   
1949  

Gründung der "Wiener Hochschulzeitung" (später "Österreichische Hochschulzeitung").

Gründung der "Summer School of the University of Vienna"

   
1951  

Wiederaufbau des Hauptgebäudes und Rückführung der Bibliotheksbestände vollendet.

   
1952   Wiederaufnahme der "Wiener Internationalen Hochschulkurse".
   
1955   Hochschulorganisationsgesetz.
   
1959   Gründung der "Österreichischen Studentenförderungsstiftung".
   
1962   Neues Institutsgebäude (NIG, Universitätsstraße 7) eröffnet.
   
1963   Studienförderungsgesetz.
   
1965   600-Jahr-Jubiläumsfeier, Teilnahme von 204 Hochschulen aus aller Welt.
   
1966   Allgemeines Hochschulstudiengesetz.
   
1968   Sternwarte am Mitterschöpfl
   
1970   Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung errichtet.
   
1973   Universitäts-Sportzentrum Schmelz und Gebäude der Katholisch-theologischen Fakultät eröffnet.
   
1975  

Universitätsorganisationsgesetz: Acht Fakultäten (Katholisch-theologische, Evangelisch-theologische, Rechtswissenschaftliche, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche, Medizinische, Grund- und Integrativwissenschaftliche, Geisteswissenschaftliche, Formal- und Naturwissenschaftliche Fakultät).

Partnerschaftsvertrag mit der Eötvös-Lorand-Universität, Budapest.

   
1977   Partnerschaftsvertrag mit der Universität Warschau.
   
1978   Partnerschaftsvertrag mit der Universität Triest.
   
1979   Erste gesamtösterreichische Informationswoche der Universitäten und Hochschulen, Tag der offenen Tür.
   
1980  

Eröffnung des neuen Universitätsarchivs in der "Alten Universität".

Informationsaktion: "Die Universität geht in die Außenbezirke".

   
1982  

Eröffnung des Biologiezentrums Althanstraße.

Informationsaktion: "Die Wiener Hochschulen kommen nach Niederösterreich".

   
1983   Erste Konferenz der "Donau-Universitäten" in Wien.
   
1984  

600-Jahr-Jubiläum der Katholisch-theologischen Fakultät.

100 Jahre Hauptgebäude am Ring (Jubiläumsausstellung).

Übersiedlung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in das "Juridicum".

Partnerschaftsvertrag mit der Humboldt-Universität Berlin.

   
1985  

Ausstellung "600 Jahre Altes Universitätsviertel in Wien" im Universitätsarchiv.

Partnerschaftsabkommen mit dem Institute of European Studies Chicago.

   
1987   Partnerschaftsvertrag mit der Karls-Universität in Prag
   
1988  

Partnerschaftsverträge mit der Wirtschaftsuniversität und der Semmelweis-Universität in Budapest sowie mit der University of California und der Georgetown-University.

Schenkung des "Alten Allgemeinen Krankenhauses" von der Stadt Wien.

   
1990  

625 Jahre Universität Wien.

Partnerschaftsvertrag mit der Comenius-Universität in Preßburg.

   
1991   Partnerschaftsvertrag mit der Masaryk-Universität in Brünn.
   
1992  

Ausbau des Botanischen Instituts

Partnerschaftsvertrag mit der Universität Bologna.

   
1993  

Universitäts-Organisationsgesetz

Partnerschaftsabkommen mit der Universität in Kyoto und der Hebrew University in Jerusalem.

   
1995  

Partnerschaftsabkommen mit der New York University, der Universität Chiles und der australischen Universitäten Sydney und Melbourne.

Präsentation der Universität Wien in Brünn.

   
1997  

Universitäts-Studiengesetz

   
1998   Eröffnung des Wiener Universitäts-Campus im Alten Allgemeinen Krankenhaus für die Geisteswissenschaftliche Fakultät
   
1999   Präsentation der Universität Wien in Warschau