Universität WienGeschichte der Universität Wien im Überblick

 
Archiv der Universität Wien

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EHREN-IMMATRIKULATIONEN

Vom 15. Jahrhundert an sind Ehrenimmatrikulationen geistlicher und weltlicher Würdenträger bekannt, die auf diese Weise ihre Verbundenheit mit der Alma Mater Rudolphina zum Ausdruck brachten. In diesem Brauch sind die Wurzeln der späteren "Ehrenbürgerschaft" der Universität zu suchen. Seit dem 17. Jahrhundert haben sich auch Mitglieder des Kaiserhauses eigenhändig, meist auf einem Schmuckblatt unter Hinzufügung von Wappen und Devise in die Matrikel eingetragen. Die früheste Immatrikulation dieser Art nahm im Jahre 1648 der spätere König Ferdinand IV. (1633–1654) im Matrikelbuch der Österreichischen Akademischen Nation vor. Diese Tradition setzte sich bis zum späteren Kaiser Franz Joseph (1830–1916) fort, der sich im Jahre 1846 als Erzherzog Franz als letzter österreichischer Monarch eintrug. Mit dem Hochschulorganisationsgesetz 1955 wurde an diese Tradition angeknüpft und für die weiteren Verleihungen die legistische Grundlage geschaffen, wobei nunmehr an "Personen, die sich um die Ausgestaltung oder Ausstattung einer Hochschule Verdienste erworben haben" (§ 65 Abs. 2), der Titel Ehrenbürger durch den Akademischen Senat zuerkannt werden kann.

Lit.: Franz Gall, Die Matrikel der Universität Wien und ihr bildlicher Schmuck. In: Akademischer Almanach (1962/63) 31-35.

Ehren-Immatrikulation Josephs I., 1691

Zum Zeitpunkt der Immatrikulation war der jugendliche Habsburger König von Ungarn (1687) und Römischer König (1690). 1705 wurde er Böhmischer König und Kaiser nach dem Tod Leopolds I. Seine Devise "Amore et timore" ist neben seiner Unterschrift in den österreichischen Bindenschild eingeschrieben; darüber wird die Reichskrone von zwei Putten getragen. Das Bildprogramm nimmt auf die Devise Bezug und wird unten in einer Kartusche erläutert. (Orig.: Archiv der Universität Wien. Cod. NA 2, fol. 8a)