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Weblog von mam

Tagung, Berlin, 3. bis 4. Mai 2013

Denkerei Berlin
Oranienplatz 2
10999 Berlin
www.denkerei-berlin.de

Wie man ein Buch aus Bahrs Besitz identifiziert

Diese Anleitung soll ein Auffinden eines Buches aus dem Besitz Hermann Bahrs erleichtern. In seinen Büchern finden sich Lesespuren, wobei Bahr tendenziell wenig in die Bücher schrieb, aber dafür mit Unterstreichungen und seitlichen Strichen ihm relevante Stellen markierte. Auch Widmungen und Lektüredaten sind enthalten.

Hermann Bahr hat 1933 seine Bücher an die Studienbibliothek Salzburg – die Universitätsbibliothek seines Wohnsitzes von 1913 bis 1922 - vermacht.

Martha Berger als Schlüsselroman (Franz Leitner ist Franz Schreiner)

Noch einmal Martha Berger. War das Buch ein Skandal? Nein, eher nicht. Verdient es heute gelesen zu werden? Mit Sicherheit, gerade wegen seiner drastischen Schilderung eines Frauenlebens. Ist diese Schilderung echt? -- Hermann Bahr hat im Salzburger Volksblatt vom 7. Dezember 1925 (#278, 6) sein Tagebuch aus dem Neuen Wiener Journal nachdrucken lassen. Der Artikel bekam den Titel: Hermann Bahr: Martha Berger.

Gegen Klimt

Gustav Klimt - Nuda Veritas - AusschnittIm Österreichischen Theatermuseum läuft von 10. Mai bis zum 29. Oktober 2012 die Ausstellung "Gegen Klimt. Die 'Nuda Veritas' und ihr Verteidiger Hermann Bahr." Kuratiert wurde sie von Kurt Ifkovits und Andreas Kugler.

Stammbaum Bahrs

1937/38, wenige Jahre nach Bahrs Tod, musste die Witwe Bahrs, Anna Bahr-Mildenburg den "Ariernachweis" für sich und Hermann erstellen. Das führte zu einigen Schwierigkeiten, schließlich sind, wie man aus dem "Selbstbildnis" ersehen kann, die Verwandtschaftsverhältnisse kompliziert und umfassen einen großen geografischen Raum, der schon längst nicht mehr zur österreichischen Monarchie gehörte. Sie beschäftigte einen Neffen, kontaktierte Jaroslav Kvapil in Prag und letztlich gelang es ihr, bis zu den Urgroßeltern und teilweise weiter, Bahrs Abstammung zu klären.

Bahr an Altenberg, der erste Brief

Auf 29. März 1892 datiert die erste Erwähnung Bahrs, die von Peter Altenberg erhalten ist: Er hatte eine Karte für dessen Vorlesung „Freie Mystik“ – ist aber nicht hingegangen.(1 Die nächste Nennung stammt vom 4. Juli 1894. Da schreibt er an seine Schwester Gretl:

Ich habe nur zwei Skizzen geschrieben, ,Wie wunderbar– –!‘ und ,Die Zuckerfabrik‘, welche allgemeinen Beifall hatten.

Understanding Daviau

Donald G. Daviau ist - von der Mildenburg abgesehen - vermutlich der einzige, der Bahr ein Leben lang Treue gehalten hat. Frech, wer die Aussage tätigte: Vielleicht, weil er ihn nie verstanden hat? -- Seine Schwierigkeiten, den Nachlass überhaupt betreten zu dürfen, die Steine die ihm beim Briefwechsel mit Schnitzler in den Weg gelegt wurden, sind Legende. Andererseits sind auch die Fehler Legion, die nicht einfach aus einer falschen Entzifferung herrühren, sondern aus Quellen, die Daviau zur Verfügung hatte.

Die Zeit (1894–1904) als Mittler zwischen der Tschechischen und Wiener Moderne

Die Wiener Wochenschrift Die Zeit (1894–1904) als Mittler zwischen der Tschechischen und Wiener Moderne

Lucie Kostrbová – Kurt Ifkovits – Vratislav Doubek

Die Wiener Wochenschrift Die Zeit (1894–1904) als Mittler zwischen der Tschechischen und Wiener Moderne

Masarykův ústav a Archiv AV ČR, v. v. i. – Österreichisches Theatermuseum Prag – Wien 2011, 502 S.

Bahrs Feuilletonskorrespondenz

Bahrs Nachlass ist in vielerlei Hinsicht umfassend: Korrespondenz, Notizbücher, Zeitungsausschnitte ebenso wie Parte-Zettel, Totenmaske und Möbel. Umso mehr muss es verwundern, was fehlt: Im großen Rahmen sind keine Geschäftskorrespondenzen, keine Geldaufzeichnungen und Verträge erhalten. Zu welchem Zeitpunkt diese wegkamen, ist unklar. Wenn es etwa, was wahrscheinlich wäre, bei der Übersiedlung aus Schloß Arenberg in die Wohnung nach München passiert sein sollte, würde das nicht unmittelbar klären, warum es von den folgenden Jahren ebenfalls fehlt.

Porträt des Deutschnationalen als junger Mann

Im April 1884 war Hermann Bahr war 20 Jahre alt und hatte bereits begonnen, sich als Krawallbruder und auch ein wenig als Schriftsteller einen Namen zu machen. Die erfolgreichere Schriftstellerin ist zur gleichen Zeit die um ein gutes Jahr jüngere Marie Eugenie delle Grazie. In der "Deutschen Zeitung", zu dem Zeitpunkt offen deutschnational, veröffentlicht sie am 12. April ein längeres Gedicht - 17 Strophen und über 100 Verse. Bahr nimmt dieses zum Anlass, ihr einen Brief zu senden. Ein Anbandelungsversuch? Vielleicht.

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