Skip to main content

Weblogs

Was Blinde lasen. Eine Statistik für 1910

Die Wiener Zeitung veröffentlichte am 27. Jänner 1911 eine Statistik der Entlehnungen des abgelaufenen Jahres in der "Leihbibliothek für Blinde" im "Blinden-Erziehungsinstitut im Prater".

Die Bibliothek zählt nahezu 8000 Bände, durch freiwillige Helfer kommen im Jahr 400 Bände dazu
2377 Werke mit 6207 Bänden wurden ausgeliehen, eine Steigerung um 1500 gegenüber dem Vorjahr

Name Was nachgefragt wird Wieviele Bände entliehen wurden
Anzengruber 47
Ganghofer 35 251
Dahn 33 263

Wo Bahr draufsteht, ist nicht Bahr drin

Es musste passieren. Der erste Mal, dass wir eine Fälschung unter dem Namen Bahr haben: Das Tagebuch in der Münchner Jugend, 13 (1908) #47, 1113 ist falsch (zu finden in den Text-Downloads). Eine weitere findet sich, verfasst von Hans Heinrich Twardowski, in der Weltbühne, 14 (1918) #39, 290 vom 26. September 1918 (Text). Diese wurde am 4. Oktober sogar nachgedruckt in Bahrs richtigem Tagebuch-Blatt, im Neuen Wiener Journal (#275, 4).

Honoré de Bahr

Das Bahr-Archiv ist voll mit Kuriosa. So findet sich nicht nur sein letzter Schreibtischinhalt, bestehend aus Entlehnscheinen der bayrischen Staatsbibliothek, erhalten, sondern auch — in einem Goldumschlag aufbewahrt — eine Karte mit seiner letzten Unterschrift. Daneben hat Anna Bahr-Mildenburg das gepresste Blatt eines Baumes geklebt. Man fragt sich, ob das vorbereitet war. Musste er während seiner Krankheit dauernd Unterschriften geben?

Auf der Bühne 1910/11

Das Salzburger Volksblatt (3.5.1913) entnimmt dem im Verlage Oesterheld und Co in Berlin erschienenen 16. Jahrgang des "Deutschen Bühnenspielplans" eine Statistik, wie oft welche Autoren auf den 887 deutschsprachigen Bühnen aufgeführt wird.

Aufführungen:

Autor 1910/11 1911/12
Schiller 1526 1584
Sudermann 1228
Schönherr 974
Kleist 427 971
von Schönthan 905
Ibsen 832
Schnitzler 508 768
Goethe 680 723
Hauptmann 637 581

Bahr und Ernst Lubitsch

Die Lubitsch-Monographie von Herta-Elisabeth Renk (Rowohlt 1992) vertritt die Ansicht, dass Lubitsch die Wiener Gesellschaftskomödie von Schnitzler, Bahr e.a. in Amerika populär gemacht hat. Wenngleich eine solche Theorie kritisch zu hinterfragen wäre und das hier Gebotene nicht genug für einen Aufsatz ist, verdienen trotzdem verschiedene Spuren festgehalten zu werden, die zeigen, in welchem Umfeld europäischer Verbindungslinien Bahr nach Hollywood kam.

Ein Freund, ein echter Freund

Mr. Daviau findet, dass Hermann Bahr nie so richtige Freunde hatte. So richtig Freund' ist man mit ihm auf Facebook auch nicht, kann aber so tun. Ihm gibt das das Gefühl, erinnert zu werden. Und uns stört es nicht. Unnötig ist das in jedem Fall. Hermann Bahr auf Facebook

Inhalt abgleichen