Skip to main content

Labyrinth der Gegenwart (1929)

Einleitung

Im "Labyrinth der Gegenwart" versammelt Bahr Artikel und Essays aus der zweiten Hälfte der 1920er. In diesen späten Texten zeigt sich Bahr immer noch auf der Höhe seiner Zeit - auch im "Labyrinth" wird neueste Literatur aus Kunst und Wissenschaft konsultiert, rezensiert und kritisiert. Bahr zeigt sich so als Vermittler, vor allem zwischen Generationen: etwa wenn er der deutschen Jugend die Lektüre Herders oder Goethes empfiehlt.
Die Artikel situiert Bahr - wie bereits in früheren Textsammlungen - vor allem im Kontext aktueller gesellschaftspolitischer Probleme. Themen wie Religion, Rassentheorie oder die deutsche Außenpolitik rücken so in verschiedenen Texten und aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick.

Bibliografie

Autor: Hermann Bahr
Titel: Labyrinth der Gegenwart
Ort: Hildesheim
Verlag: F. Borgmeyer
Jahr: 1929
Seiten: 183
Aufl.: 1.-3. Aufl.

Kritische Schriften

Band 21

Herausgegeben von Gottfried Schnödl
ISBN: 9783897396647
VDG Weimar

Erstdrucke

Seiten Titel / Erstdruck
7-14 Barock.
Münchner Neueste Nachrichten, 81 (1928) #194, 1-2. (18.7.1928)
14-19 Goethedämmerung.
Münchner Neueste Nachrichten, 81 (1928) #151, 1-2. (4.6.1928)
In: Das Buch des Gesamtverbandes schaffender Künstler Österreichs. Wien: Gesamtverband schaffender Künstler Österreichs 1929, 16-20
19-27 Herder.
Preußische Jahrbücher, 213 (1928) #1, 11-16
27-31 Kleist.
Münchner Telegramm-Zeitung, 6 (1927) #198, 2. (14.10.1927)
Als "Kleist in der Gesellschaft" in: Berliner Börsen-Courier, 60 (1927) #487, Morgen-Ausgabe, 1. Beilage, 5. (18.10.1927)
31-35 Adalbert Stifter.
Münchner Telegramm-Zeitung, 7 (1928) #19, 2. (28.1.1928)
35-38 Paul de Lagarde.
Münchner Telegramm-Zeitung, 6 (1927) #209, 2. (31.10.1927)
Neue Freie Presse, (1927) #22675, Morgenblatt, 1-2. (1.11.1927)
38-44 Stefan George.
Als "Stefan George – Zum 60. Geburtstag" in: Das deutsche Buch, 8 (1928) #5/6, 137-141
44-52 Martin Buber.
Das Inselschiff. Eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlages, 9 (1928) #2 (Frühjahr), 100-107. (4.2.1928)
52-57 Hans Brandenburg.
Als "Ein Münchner Dichter" in: Münchner Neueste Nachrichten, 80 (1927) #133, 1-2. (16.5.1927)
58 Siegrist.
Blätter des Stadttheaters Bonn, 4 (1928) #13, 103. (14.5.1928)
Als "Tagebuch" in: Neues Wiener Journal, (1928), 16. (18.3.1928)
Als "Geleitwort" In: Reinhold Siegrist: Cromwell. Schauspiel in fünf Akten. Karlsruhe: C. F. Müller 1928, 87
58-63 Josef Nadler.
Neue Freie Presse, (1928) #22892, Morgenblatt, 1-3. (9.6.1928)
63-71 Rasse.
Als "Rasse…" in: Münchner Neueste Nachrichten, 80 (1927) #194, 1-2. (19.7.1927)
71-76 Ahnengeist.
Münchner Neueste Nachrichten, 81 (1928) #117, 1-2. (29.4.1928)
76-78 Landschaft und Dichtung.
In: Joseph Papesch, Hg.: Österreichs Dichterbuch. Festgabe österreichischer Dichter an den Deutschen Schulverein Südmark. Graz: Verlag der Alpenland-Buchandlung Südmark 1927, 25-26
78-79 Magie.
Neue Freie Presse, (1928) #22921, Morgenblatt, 30-31. (8.7.1928)
80-83 Geist und Sport.
Münchner Neueste Nachrichten, 80 (1927) #229, 1-2. (24.8.1927)
Der neuen Jugend, 1 (1928) #4 (April-Mai), 76-78.
83-86 Die dienende Herrin.
Neue Freie Presse, (1928) #23037, Morgenblatt, 12. (1.11.1928)
Münchner Neueste Nachrichten, 81 (1928) #281, 20. (14.10.1928)
86-90 Abendland.
Europa Magazin. Illustrierte Weltrevue für Wissen und Unterhaltung, (1927) #18. (22.7.1927) [?, Exemplar nicht nachweisbar]
90-94 Atlantis.
Neue Freie Presse, (1926) #22231, Morgenblatt, 1-2. (5.8.1926)
Berliner Börsen-Courier, 59 (1926) #369, Morgen-Ausgabe, 1. Beilage, 5. (11.8.1926)
Hannoverscher Kurier, 79 (1927) #320, Abend-Ausgabe, 2. (12.7.1927)
Luginsland. Beilage der "Nürnberger Zeitung", 4 (1927) #31, 1. (6.8.1927)
95-98 Die Wiederkunft Platos.
Als "Die Wiederkunft Platons" in: Neue Freie Presse, (1929) #23144, Morgenblatt, 1-2. (19.2.1929)
98-105 Der Roman.
Neue Freie Presse, (1927) #22539, Morgenblatt, 1-3. (15.6.1927)
105-110 Stendhal.
Neue Freie Presse, (1929) #23125, Morgenblatt, 1-3. (31.1.1929)
110-111 Ein erstaunlicher Roman.
Münchner Telegramm-Zeitung, 8 (1929) #25, 4. (5.2.1929)
112-115 Latein.
Schönere Zukunft, 3 (1928) #25, 541-542. (18.3.1928)
116-120 Sprachwunder.
Neue Freie Presse, (1927) #22640, Morgenblatt, 1-2. (27.9.1927)
120-122 Beredsamkeit.
Münchner Telegramm-Zeitung, 8 (1929) #15, 2. (22.1.1929)
122-128 Reinheit.
Schönere Zukunft, 2 (1928) #36, 757-759. (5.6.1927)
129-131 Geschichte der Gegenwart.
Neue Freie Presse, (1928) #22590, Morgenblatt, 25. (7.8.1927, Morgenblatt)
131-136 Politische Prognose.
Münchner Telegramm-Zeitung, 7 (1928) #47, 2. (7.3.1928)
Neue Freie Presse, (1928) #22797, Morgenblatt, 26-27. (4.3.1928)
137-141 Morgen, Mittag und Abend.
Münchner Neueste Nachrichten, 81 (1928) #56, 1-2. (26.2.1928)
141-148 Der Strohmann Shakespeare.
Münchner Neueste Nachrichten, 80 (1927) #332, 1-2. (6.12.1927)
148-150 Die Salzburger Universität.
Münchner Neueste Nachrichten, 81 (1928) #323, 1. (26.11.1928)
150-170 Heidelberger Rede.
Als "Katholische Romantik. Festvortrag." in: Germania, Berlin, 52 (1922) #484, Morgen-Ausgabe, 2. (7.9.1922)
Als "Die Romantik. Heidelberger Rede" in: Das Neue Reich, 5 (1922) #1, 8-11 (7.10.1922) und #2, 29-32 (14.10.1922)
Als "Katholischer Glaube und Romantik. Eine Rede" in: Jahrbuch des Verbandes der Vereine katholischer Akademiker zur Pflege der katholischen Weltanschauung, 1922, 32-40.
170-176 Die Gesellschaft Jesu.
Münchner Telegramm-Zeitung, 8 (1929) #124, 2. (2.7.1929)

Rezensionen

Im Archiv ab dem 11.12.1929.
Hü. in: Münchner Neueste Nachrichten, 82 (1929) #349, 7 (23.12.1929) [zusammen mit "Österreich in Ewigkeit"]
[O. N.] in: Leipziger Neueste Nachrichten, 10.4.1930
Otto Knapp: Vom Leben und Glauben dieser Zeit. In: Hochland, 28 (1931) #8 (Mai), 173-180, hier: 173.

Inhaltsverzeichnis

Seiten Inhalt
7-14 Barock.
14-19 Goethedämmerung.
19-27 Herder.
27-31 Kleist.
31-35 Adalbert Stifter.
35-38 Paul de Lagarde.
38-44 Stefan George.
44-52 Martin Buber.
52-57 Hans Brandenburg.
58 Siegrist.
58-63 Josef Nadler.
63-71 Rasse.
71-76 Ahnengeist.
76-78 Landschaft und Dichtung.
78-79 Magie.
80-83 Geist und Sport.
83-86 Die dienende Herrin.
86-90 Abendland.
90-94 Atlantis.
95-98 Die Wiederkunft Platos.
98-105 Der Roman.
105-110 Stendhal.
110-111 Ein erstaunlicher Roman.
112-115 Latein.
116-120 Sprachwunder.
120-122 Beredsamkeit.
122-128 Reinheit.
129-131 Geschichte der Gegenwart.
131-136 Politische Prognose.
137-141 Morgen, Mittag und Abend.
141-148 Der Strohmann Shakespeare.
148-150 Die Salzburger Universität.
150-170 Heidelberger Rede.
170-176 Die Gesellschaft Jesu.

Kommentiertes Inhaltsverzeichnis

Barock
Bahr versucht eine Kurzdarstellung der barocken Entwicklung und bedient sich dabei neuerer Forschungsliteratur.
Goethedämmerung
Obwohl er in jüngster Zeit den Aufstieg Kleist und Hölderlins zuungunsten Goethes konstatieren muss, kündigt Bahr (zum wiederholten Male) eine Renaissance Goethes an, der doch gerade die durch den Krieg gegangene Jugend ansprechen müsse.
Herder
Herder, von Bahr zwischen Barock und Aufklärung verortet, wird der Jugend als Zusatz zu Hölderlin und Kleist empfohlen.
Kleist
Bahr schildert Kleist - unter Rückgriff auf ein Zitat Nietzsches - als einsamen Dichter, der gerade an dieser Einsamkeit und der Kompromisslosigkeit im Leben und in der Kunst zugrunde gegangen sei.
Adalbert Stifter
Zum wiederholten Male versucht Bahr den zu unrecht vergessenen Stifter wieder in Erinnerung zu rufen; v. a. dessen Witiko, den er als "Revolutionsbuch" lobt.
Paul de Lagarde
Bahr erinnert an Lagarde und dessen Plan einer geistigen Einigung Deutschlands.
Stefan George
Unter Rückgriff auf die Schilderung Nadlers zeigt Bahr George als einen kraftvollen Dichter, der es jedoch an Einfühlung vermissen lasse.
Martin Buber
Anscheinend von Nadler beeinflusst meint Bahr: Buber verleugne seine jüdische Herkunft nicht, sondern ziehe gerade aus der "Verwurzelung" im semitischen Orient seine Kraft.
Hans Brandenburg
Bahr referiert Brandenburgs Schrift zum Theater (konkret: zur Tanzkunst) und sieht in ihm einen der wenigen, die noch Form erkennen und gestalten könnten.
Siegrist
Der Dichter Siegrist wird von Bahr als "Verheißung" eher angekündigt als vorgestellt.
Josef Nadler
Nadlers Verbindung von Literaturgeschichte und Rassentheorie wird von Bahr beeindruckt rezensiert.
Rasse
Bahr gibt einen Abriss des aktuellen Stands der Rassentheorie.
Ahnengeist
Den Versuch der Aufklärung, von der Bedeutung des "Herkommens" absehen zu können, hält Bahr für gescheitert, das "Ahnenerbe" (Bahr rezensiert das gleichnamige Buch Mayrhofers) zu bewahren sei heute so wichtig wie jemals.
Landschaft und Dichtung
Mit Nadler unterscheidet Bahr die Strömungen der deutschen Literatur vor dem Hintergrund der Landschaften, auf denen sie sich entwickeln und des "Blutes" das sie jeweils hervorbringt.
Magie
Bahr erkennt die Gefahr der Magie, in Täuschung und Betrug zu münden, sieht sie aber gleichzeitig in der Nähe wichtiger Denkentwicklungen.
Geist und Sport
Sport trainiere die Selbstbeherrschung und sei daher nicht als Gegensatz dem Geist gegenüberzustellen.
Die dienende Herrin
Bahr betont die Bedeutung der Instrumente für den Musiker, konkret des Bechstein-Flügels.
Abendland
Über eine Kurzgeschichte der abendländischen Entwicklung kommt Bahr zu dem Schluss, dass dieses erst dann wieder an Macht gewinnen werde, wenn es sich selbst zu beherrschen lernt.
Atlantis
Bahr spürt dem Phänomen Atlantis in der antiken und zeitgenössischen Literatur nach und berichtet von den Bemühungen Borchardts, es "auszugraben".
Die Wiederkunft Platos
Bahr registriert eine verstärkte Beschäftigung mit Platon, die diesen in den Kontext der Rassentheorie stellt.
Der Roman
Die Entwicklung des Romans wird von Bahr unter Heranziehung literaturtheoretischer Texte skizziert.
Stendhal
Bahr schildert Stendhal als jemanden, der zwischen Affekt und Verstand aufgerieben wird.
Ein erstaunlicher Roman
Wohlwollend rezensiert Bahr Weinbergers Roman "Arnspacher".
Latein
Die schwindende Bedeutung von Latein als gelehrter Verkehrssprache kann Bahr zufolge auch durch die neuen Kunstsprachen nicht kompensiert werden; so unterstützt er den Versuch Leitls, auch Erwachsenen das Latein wieder nahezubringen.
Sprachwunder
Bahr rezensiert die Recherche und findet Proust überschätzt.
Beredsamkeit
Bahr bedauert den Niedergang der Redekunst und sieht in Jakobis "Kultur der Aussprache" eine notwendige Besinnung auf die Bedeutung der Rhetorik.
Reinheit
Bahr vergleicht Dietrich von Hildebrands theosophische Schriften mit dem bildhauerischen Werk seines atheistischen Vaters und kommt zu dem Schluss, dass auch in letzterem die Gewissheit der Religion wirksam gewesen sei.
Geschichte der Gegenwart
Bahr rezensiert einen Text Recoulys über die dritte französische Republik.
Politische Prognose
In der "Politischen Prognose" Hellpachs erkennt Bahr viel Bedeutendes, aber auch einen diplomatischen Fauxpas.
Morgen, Mittag und Abend
Lettenbaurs Text "Morgen, Mittag und Abend" wird von Bahr als bedeutende politische Schrift begrüßt.
Der Strohmann Shakespeare
Bahr kritisiert die Versuche, Shakespeares Dramen anderen Schriftstellern zuzuschreiben als absurd.
Die Salzburger Universität
Bahr erinnert an die Geschichte der Salzburger Universität und betont v. a. deren Entwicklung im Barock.
Heidelberger Rede
Bahr zeigt Heidelberg als den Ursprungsort der deutschen Romantik.
Die Gesellschaft Jesu
Von einem kurzen Abriss der Geschichte der Jesuiten (und der ihnen entgegenschlagenden Kritik) kommt Bahr zu einer Rezension von Przywaras zweibändigem Werk über die "Gesellschaft Jesu".

Digitalisate

Neusatz:
Kritische Schriften in Einzelausgaben

Faksimile der Erstausgabe:
ÖNB-ANNO