Donald G. Daviau ist - von der Mildenburg abgesehen - vermutlich der einzige, der Bahr ein Leben lang Treue gehalten hat. Frech, wer die Aussage tätigte: Vielleicht, weil er ihn nie verstanden hat? -- Seine Schwierigkeiten, den Nachlass überhaupt betreten zu dürfen, die Steine die ihm beim Briefwechsel mit Schnitzler in den Weg gelegt wurden, sind Legende. Andererseits sind auch die Fehler Legion, die nicht einfach aus einer falschen Entzifferung herrühren, sondern aus Quellen, die Daviau zur Verfügung hatte. Eine solche Liste zu veröffentlichen, ist fragwürdig (ich hoffe, dass es mir nie passiert, dass jemand die Fehler dieser Seite sammelt!). Rechtfertigen will ich es damit, dass Daviau noch immer im Zentrum der Sekundärliteratur steht. Ich erstelle sie, um vielleicht einmal besser formulieren zu können, wo Daviau verlässlich ist, und wo nicht. Ich führe sie einerseits mit der Intention auf Vollständigkeit - und schreibe alles auf, um nicht zu insinuieren, ich wüsste noch viel mehr -, ich führe sie andererseits ohne die Absicht auf Vollständigkeit – weil ich anderes zu tun habe, als Fehlern nachzujagen.
| Buch | Seite | Aussage Daviaus | Richtigstellung |
|---|---|---|---|
| Schnitzler/Bahr: Letters | 149 | Because of censorship difficulties Bahr's Grotesken was performed only once before an invited public at the "Elf Scharfrichter" in Munich. See Heinz Kindermann, Hermann Bahr, p. 323. | Kindermann, 323: "[…] bald nach seinem marionettenhaft-komischen Stück "Unter sich" [gehört nicht zu den Grotesken! M.A.M.] entstand, das zwar vom Münchner Schauspielhaus angenommen wurde, jedoch wegen eines Zensurverbotes von den Elf Scharfrichtern nur einmal vor geladenen Gästen aufgeführt werden durfte." |
| 147 | Weltbühne | Schaubühne | |
| 96 | Maitissengasse | Veitlissengasse, Bahrs Wohnadresse. Im Telegramm falsch? | |
| 154 | The premiere of Der junge Medardus took place on 24 November 1910 im Burgtheater. Bahr offered […] to write a review […] but he did not carry out his plan; for he was in London at the time of the premiere [… Nächste Anmerkung:] On 26 September expressed his intention of traveling to London for four weeks. On his return to Germany he would begin a lecture tour on 17 November 1910. | ||
| 154 | On 15 November 1919 [! gemeint ist 1910 M.A.M.] Bahr wrote from London | Bahr war in Wien: Vorlesung Hermann Bahr. Über Walt Whitman. Neues Wiener Journal, 18 (1910) #6131, 2. (16.11.1910) | |
| 109-110 und Anm. | Schnitzler, am 16.11.1912: Ich schreibe dir noch an Deine St. Veiter Adresse. Daviau in der Anm.: Bahr moved to Salzburg at the end of 1912 |
Die Übersiedlung fand im Februar 1912 statt, womöglich der Bezug des Schloß Arenberg erst im März 1913. Oder ist der Brief falsch datiert? | |
| Der Mann von Übermorgen | 25 | und schrieb in den Jahren eine Reihe von Essays unter verschiedenen Pseudonymen, wie etwa B. Schwind, Karl Linz, Globetrotter, Schnitzel und Hermann Helferich. | Selbstbildnis, 260: "ich irrwischte dazwischen unter allerhand Decknamen als Karl Linz, B. Schwind, Schnitzel und Globetrotter einher, das Beste schrieb im Grunde Hermann Helferich, der, behutsamer, geduldiger und sachlicher als ich […]" |
| 50 | [studierte in Wien Nationalökonomie und bei Lorenz von Stein] | Alles Berlin | |
| 51 | verfaßte er unter dem Pseudonym "Kieselaß" auch im Linzer Sonntagsblatt drei Artikel | Das Pseudonym heißt "Kieselak" und es sind acht, wovon die Hälfte im Nachlass. Kieselak auch im Briefwechsel an den Vater schon gedruckt. | |
| 246 | April 1886. […] März 1886. Wird im Duell verwundet | Das Duell fand im Februar 1885 oder im März 1896 statt, siehe Briefwechsel an den Vater & Zeitleiste. | |
| 246 | Oktober 1892. Versucht, eine Freie Bühne in Wien zu etablieren. | 1891, siehe Zeitleiste. Die Quellen standen Daviau zur Verfügung. | |
| 247 | Februar 1916. Hält Vorlesungen in Deutschland. Verbringt zwei Wochen in Berlin. Sieht Hofmannsthal täglich. | Anm. in Bahr/Kvapil: Von Düsseldorf, München, Hannover kommend, traf H. B. am 22. Januar 1916 in Berlin ein, wo er mehrfach Hugo von Hofmannsthal begegnete und am 10. Februar 1910 wieder abreiste. | |
| 248 | Juli 1934 Bahr stirbt an Arteriosklerose. | Jänner 1934. | |
| Hermann Bahr and Karl Kraus | ? | [Inhaltliche Wiedergabe: Bahr schwieg sein Leben lang über Kraus] | Stimmt nicht: Hermann Bahr: Tagebuch. 28. Der Strom, 1 (1911) #3, Juni, 82. Vor allem aber hat Daviau die Prozessberichterstattung völlig ignoriert. Aber das haben andere auch. |
| Hermann Bahr as Director of the Burgtheater | 11 | Fußnote 1: Hofmannsthal's statement appeared July 4th 1918; Bahr's July 6th 1918. | Wo? |
| Hermann Bahr and Anti-Semitism | Belege für die meisten Aussagen fehlen, dementsprechend ungenau und falsch | ||
| 238 | By 1886 Bahr broke with Schönerer […] over anti-Semitism | Der Beleg datiert 1883! | |
| 239 | second stay in Berlin, 1889-1891 | 1890-1891 | |
| 246 | 9 June 1930, p. 17 | 29 June 1930, p. 16-17 | |
| 251 | how deeply Herzl was affected bei Paul Portheim's suicide | Davon ist keine Rede in der Stelle, auf die Daviau verweist |
