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† Otto Bahr

Otto Bahr, drei Jahre jüngerer Bruder, stirbt am 12. Juli 1927 in Linz an einem Gehirnschlag. Er war Finanzbeamter und nach seiner Frühpensionierung Zeit seines Lebens Musikkritiker für das Linzer Volksblatt. Das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern war zeitlebens angespannt.

Otto Bahr

Am 8. Jänner 1866 Geburt des jüngeren Bruder Otto

Kalkscheunenstraße 2, 1. Treppe

Am 29. November 1884 übersiedelt Bahr in Berlin in ein Zimmer in der Kalkscheunenstr. 2, 1. Treppe. Zuvor hatte er zwei Minuten entfernt gewohnt. Die Adresse eröffnet das erste erhaltene Tagebuch/Notizheft:
Erich Hermann Bahr N. Kalkscheunenstr. 2

Dresden, Aussig, Leitmeritz und Prag

Nach dem Semesterschluss (inoffiziell, durch Adolf Wagner am 2. August 1884) besucht Bahr nach seiner Abreise am 9. zuerst Dresden, dann einen Prager Kartellbruder in Aussig (Ústí nad Labem) und reist dann weiter nach Leitmeritz (Litoměřice), wo sich irgend etwas mit den österreichischen Behörden ereignet, die ihm Probleme machen. (Genaueres Unklar, aber häufige Anspielung in den kommenden Jahren in den Briefen an den Vater. Schließlich will er zwei Tage in Prag verbringen. Danach reist er nach Linz.

Rodbertus, Theorie der Handelskrisen

Am hält 21 Juni 1884 hält er im Seminar von Adolf Wagner einen Vortrag über "Rodbertus, Theorie der Handelskrisen". Die Beschäftigung mit Rodbertus nimmt eine zentrale Rolle in Bahrs nationalökonomischen Studien ein. Im gleichen Jahr erscheint der Text als Buch bei Konegen in Wien.

Wien / Hugo Wolf

Ab Anfang März 1884 bis Ende April Aufenthalt in Wien. Die Postadresse ist "Fiedlers Restauration, Johannesgasse 2" im ersten Wiener Gemeindebezirk. Wohnhaft ist er aber im dritten Stock des Trattnerhof, wo er zusammen mit einem Freund und Hugo Wolf eine WG bildet. Tagebuch, 23. März 1930:

Ich war in meiner Jugend oft obdachlos, Hugo Wolf war es immer; und da nahm uns dann gelegentlich beide mein Couleurbruder Edmund Lang auf in seiner Hofwohnung des dritten Stockes im Trattnerhof.

Steinkogl

Am 26. Juni 1883 befiehlt Bahrs Vater, verärgert über die Umtriebe seines Sohnes, die diesen innerhalb weniger Wochen an zwei Universitäten zur persona non grata haben werden lassen, er solle sich in den Zug setzen und nach Steinkogl im Salzkammergut fahren, wo er den Sommer über zu bleiben habe:

Mit dem Wunsche, daß der Teufel, welcher in Dich hineingefahren, in der sonnigen Waldesluft und der stillen Gebirgswelt ausgetrieben werde und Deine Begriffe von Recht und sittlicher Ordnung sich wieder klären.

Er kommt am 3. in Ebensee an.

Kneipschwanz bei der Burschenschaft "Albia"

Während seines Studiums und vermittelt durch Edmund Lang und Paul von Portheim tritt Bahr als Kneipschwanz der Burschenschaft "Albia" bei, geht seinem Vater zuliebe jedoch keine nähere Mitgliedschaft ein. Das hindert ihn nicht, sich mit einem Schmiss zu zieren. Als Name trägt er laut Rudolf Holzer "Michel aus Linz". Nach seiner Rede am Wagnerkommers und der folgenden Relegierung von der Universität Wien ändert er am 9.

Panama-Skandal

Am 22.12.1894 fährt Bahr als Sonderkorrespondent der "Deutschen Zeitung" nach Paris, um vor Ort Erkundigungen über die Vorgänge rund um den Skandal zu tätigen. Als publizistischer Erfolg kann er verbuchen, dass sogar die Londoner "Times" nachdruckt, wenngleich ohne Nennung seines Namens. Zu Beginn des neuen Jahres fährt er zurück.

Statistische Bahrforschung

Eine kurze Beobachtung zur Entwicklung der Bahr-Forschung. Google betreibt derzeit so etwas wie ein Fieberthermometer, das anzeigt, wie oft Bahr in bestimmten, zeitlich zuordenbaren Webinhalten vorkommt:

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